08.08.2017

Aufräumen im Herzen des Nationalparks

Freiwillige sammeln auf Mellum zwölf Kubikmeter Meeresmüll
Freiwillige sammeln Strandmüll auf der Insel  Mellum

Neben Plastikmüll fanden die freiwilligen Helferinnen und Helfer am Strand von Mellum häufig Teile von Fischernetzen. Foto: J. Wagner/NLPV

Am Samstag, den 5. August 2017 sammelten 45 Freiwillige einen Tag lang angespülten Meeresmüll auf der Insel Mellum, die auf der Wattwasserscheide zwischen den Mündungen von Jade und Weser liegt. Mellum befindet sich in der Ruhezone des Nationalparks Niedersächsisches Wattenmeer und wird nur von Frühjahr bis Herbst von Vogelschutzwarten bewohnt. Aufgeteilt in drei Gruppen sammelten die freiwilligen Helferinnen und Helfer insgesamt mehr als 14.000 Teile Müll mit einem Volumen von 12 Kubikmetern. Der Mellumrat e.V., der die Insel im Auftrag der Nationalparkverwaltung Niedersächsisches Wattenmeer naturschutzfachlich betreut, hat die Aktion in Zusammenarbeit mit der Nationalparkverwaltung organisiert.

Häufige Funde waren alte Fischernetze oder Teile davon. Gerade diese Netzreste stellen oft eine tödliche Falle für Vögel und andere Tiere dar. Daneben wurden Plastikfolien in unterschiedlichsten Größen und Verrottungszuständen, Luftballon-Reste mit Schnur, Glasscherben, Trinkbecher, Verpackungsfolien, Bälle, Kunststoff-Wurstpellen und Spielzeuge und anderes gefunden.

Dr. Thomas Clemens, Vorsitzender des Mellumrates, stellte in seiner abschließenden Ansprache klar, dass der sichtbare Strandmüll nur einen kleinen Teil der Gesamtmenge darstelle und der weitaus größte – nicht weniger problematische – Teil des Mülls im Meer verbleibe: „Trotzdem haben Sammelaktionen wie diese einen Wert an sich, indem sie Missstände sichtbar machen und das öffentliche Bewusstsein für die Problematik des Meeresmülls fördern. Zudem dienen die über viele Jahre hinweg systematisch erhobenen Zahlen dazu, Lösungsansätze auch auf politischer Ebene voranzutreiben.“

Ebenso wie Clemens bedankte sich auch Normann Grabow, Dezernent der Nationalparkverwaltung, bei den Freiwilligen für ihr Engagement für die Umwelt, richtete seinen Dank aber auch an den Mitorganisator: „Mit seinen langjährigen wissenschaftlichen Untersuchungen, thematischen Ausstellungen und nicht zuletzt mit Sammelaktionen wie dieser macht der Mellumrat das Thema Meeresmüll seit Jahren in der Öffentlichkeit und auch bei der Politik zum Thema. Und dieses Wissen und dieses Bewusstsein über ökologische Zusammenhänge ist eine wichtige Voraussetzung für den Schutz und Erhalt des Weltnaturerbes Wattenmeer, zu dessen Kernstücken die Insel Mellum gehört.“

Die Aktion wurde finanziert durch das Amt für regionale Landesentwicklung Weser-Ems. Der an diesem Tag in sogenannten Big Bags gesammelte Müll wird in einigen Wochen zusammen mit dem Müll, den die Naturschutzwarte des Mellumrates seit der letzten großen Strandreinigungsaktion im August 2015 eingesammelt haben, vom Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) mit einem Landungsboot abgeholt und entsorgt.

Gemeinsame Presseinformation der Nationalparkverwaltung Niedersächsisches Wattenmeer und des Mellumrat e.V.

Das könnte Sie auch interessieren

Schnuppertage im Multimar Wattforum | © Franke / LKN.SH

11.02.2019 Vom 15. Februar bis zum 17. März 2019 lädt das Nationalpark-Zentrum Multimar Wattforum Multiplikatoren aus der Nationalpark-Region zum Erkunden der großen Wattenmeerausstellung nach Tönning ein. mehr »

In neun Gruppen diskutierten die Nationalpark-Partner verschiedene Themen - hier die Frage „Wieviel Tourismus verträgt das Naturerbe Wattenmeer?“©Wells/LKN.SH

08.02.2019 Weltnaturerbe, Nationalpark-Partner Rekordbeteiligung beim Jahrestreffen der Nationalpark-Partner in Schleswig-Holstein - und das zehnjährige Weltnaturerbe-Jubiläum stand im Mittelpunkt. mehr »
Schneeammern. Foto: Michael Hillmann

Zu den Wintergästen im Wattenmeer gehören auch die Schneeammern, die im Spülsaum, am Strand oder auch am Deichfuß, emsig nach Samen von Salzwiesenpflanzen suchen. Sie brauchen viel Ruhe zum Fressen, um im Frühjahr den Rückflug in ihre arktischen Brutgebiete zu schaffen. Durch Stressfaktoren wie das Feuerwerk zum Jahreswechsel werden ihre lebensnotwenigen Energiereserven unnötig aufgezehrt. Foto: Michael Hillmann

26.12.2018 Feuerwerk, Silvester Wenn Feuerwerksfans es in der Silvesternacht richtig krachen lassen, finden andere das gar nicht spaßig. Vögel und andere Tiere können durch die plötzlichen Knall- und Lichteffekte ernsthaft in Panik geraten. Im Nationalpark ist Feuerwerk verboten, aber wegen der weiträumigen Effekte sollte man auch im Umfeld von Schutzgebieten darauf verzichten. mehr »
Dr. Holger Freund und Peter Südbeck nach der Unterzeichnung des Kooperationsvertrags zwischen der Nationalparkverwaltung und dem Mellumrat e. V.

Dr. Holger Freund und Peter Südbeck nach der Vertragsunterzeichnung. Foto: B. Schmidt/NLPV

19.12.2018 Kooperation, Mellum Die erfolgreiche Zusammenarbeit wurde für weitere vier Jahre besiegelt. mehr »
Uferschnepfen

Uferschnepfen mögen es nass: das vernässte Grünland auf Borkum bietet optimale Brut- und Nahrungsgebiete. Foto: G. Reichert/NLPV

18.12.2018 LIFE+, Wiesenvögel, Wiesenvogelschutz Die Wiesenvögel reagieren positiv auf die Naturschutz-Maßnahmen, die seit 2014 aus Mitteln der EU und des Landes Niedersachsen durch den Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) und die Nationalparkverwaltung Niedersächsisches Wattenmeer rund um den Borkumer Tüskendörsee umgesetzt wurden. mehr »