03.03.2016

Buchenwälder – Ein europäisches Weltnaturerbe

Was hat das Wattenmeer vor unserer Haustür mit den Buchenwäldern gemeinsam? Beide gehören zur Familie der UNESCO-Weltnaturerbestätten in Europa, beide Welterbestätten erstrecken sich über mehrere Staaten. Am kommenden Donnerstag wird Professor Hans Dieter Knapp im Wattenmeer-Besucherzentrum das UNESCO-Weltnaturerbe „Buchenurwälder der Karpaten und Alte Buchenwälder Deutschlands“ vorstellen und erläutern, worin der außerordentliche universelle Wert dieses für Europa spezifischen Waldökosystems besteht.
An der Rügener Kreideküste bei Jasmund treffen Buchenwälder und Meer unmittelbar zusammen.

An der Rügener Kreideküste bei Jasmund treffen Buchenwälder und Meer unmittelbar zusammen.

Professor Knapp ist Geobotaniker und Landschaftsökologe. 1950 wurde er auf Rügen geboren. Er ist einer der Väter des ostdeutschen Nationalparkprogramms, leitet seit Gründung die Außenstelle Insel Vilm des Bundesamtes für Naturschutz mit der Internationalen Naturschutzakademie und lehrt als Honorarprofessor am Institut für Botanik und Landschaftsökologie in Greifswald.

Der Referent erzählt die Geschichte des Siegeszuges der Buche als dominierende Baumart in der natürlichen Vegetation weiter Teile Europas, erläutert die erstaunliche Anpassungsfähigkeit an sehr unterschiedliche Standortbedingungen und plädiert für einen wirksamen Schutz von alten Wäldern, insbesondere Buchenwäldern als einem Naturerbe, für das Europa in globaler Verantwortung steht.

Deutschland ist mit fünf Gebieten an der gemeinsamen Welterbestätte beteiligt. Sechs Wälder in den ukrainischen und vier in den slowakischen Karpaten wurden bereits 2007 in die Welterbeliste eingeschrieben. Die Alten Buchenwälder Deutschlands ergänzen diese Buchenurwälder der Karpaten hinsichtlich des standörtlichen Spektrums und der Ausbreitungsgeschichte im Zentrum der europäischen Buchenwaldverbreitung.

Zum Weltnaturerbe zählen Teile der Nationalparke Kellerwald-Edersee in Hessen, Hainich in Thüringen, Müritz und Jasmund in Mecklenburg-Vorpommern sowie des Naturschutzgebietes Grumsin im Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin in Brandenburg. Es handelt sich um die am besten erhaltenen alten Buchenwälder in Deutschland. Sie unterliegen seit vielen Jahrzehnten keiner forstlichen Nutzung und weisen daher einen hohen Natürlichkeitsgrad auf.

Das Teilgebiet „Kellerwald“ repräsentiert Buchenwälder auf saurem Gesteinsuntergrund in der unteren bis mittleren Bergstufe Mitteleuropas und schließt natürliche Grenzstandorte an Felsklippen ein. Mit dem Teilgebiet Hainich sind Kalkbuchenwälder des Hügellandes vertreten und mit Grumsin und Serrahn die am besten erhaltenen Beispiele baltischer Tieflandsbuchenwälder auf Moränenstandorten. An der Rügener Kreideküste von Jasmund schließlich reichen Buchenwälder bis an den Meeresstrand der Ostsee hinab.

Vortragstermin: Donnerstag, 10.03.2016, um 19.30 Uhr im Wattenmeer Besucherzentrum Wilhelmshaven. Die Veranstaltung ist Teil der gemeinsamen Vortragsreihe des Gemeinsamen Wattenmeersekretariats, der Nationalparkverwaltung und des UNESCO-Weltnaturerbe Wattenmeer Besucherzentrums. Informationen und Anmeldung unter: 04421-910733.

Alter Buchenwald

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