21.10.2018

Buntes Finale der 10. Zugvogeltage

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Mit dem großen Zugvogelfest im Haus des Gastes in Horumersiel endeten heute die 10. Zugvogeltage im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer. Nationalpark-Leiter Peter Südbeck und sein Team zogen eine positive Bilanz der zurückliegenden Veranstaltungsreihe.
Besucher des Zugvogelfestes verfolgen das Bühnenprogramm. Foto: Nationalparkverwaltung

Gespannt verfolgten die Besucher des Zugvogelfestes das Bühnenprogramm. Foto: Nationalparkverwaltung

Mehr als 20.000 Gäste und Einheimische, mehr als jemals zuvor, darunter 3.000 Kinder, besuchten die knapp 300 Veranstaltungen der diesjährigen Zugvogeltage. „Wichtiger als die nackten Zahlen sind für uns die qualitativen Rückmeldungen der Veranstalter und Teilnehmerinnen und Teilnehmer“, betont Südbeck. „Unser Ziel ist, mit den Zugvogeltagen möglichst viele Menschen für die Vogelbeobachtung und das Phänomen Vogelzug am Wattenmeer zu begeistern. Wenn uns das gelingt, entwickeln sich in der Fangemeinde ganz von selbst das Verständnis - bis hin zur Eigeninitiative - für den Zugvogelschutz bei uns und auch in anderen Ländern entlang des Ostatlantischen Zugweges.“ Die bisherigen Rückmeldungen der etwa 70 Mitveranstalter und Gäste stimmen optimistisch, dass durch die gewählten Veranstaltungsformate die unterschiedlichen Zielgruppen erfolgreich angesprochen werden.

Als Besuchermagnet erwiesen sich erneut die festen Beobachtungsstationen. Der schon legendäre „Vogelturm“ im Vorland am Vareler Hafen verzeichnete mit mehr als 2000 Besuchern einen neuen Rekord. Weil der Turm alle neun Tage ganztags geöffnet ist und jeweils vier Betreuer vor Ort sind, herrscht statt Gedränge eine entspannte Atmosphäre mit langen und intensiven Gesprächen. „Viele berichten, dass sie ihren Nordseeurlaub bewusst in die Zeit der Zugvogeltage legen und die Urlaubstage im Wesentlichen mit Zugvogeltage-Angeboten gestalten“, weiß Gundolf Reichert, der als Ornithologe der Nationalparkverwaltung den Turm unter seinen Fittichen hat. Kinder lernen unter seiner geduldigen Anleitung den Umgang mit Fernglas und Spektiv, mit teilweise weit angereisten OrnithologInnen entspinnen sich Fachgespräche.

Zum abschließenden Fest kamen noch einmal mehr als 1.300 Besucher. Afrikanische Klänge und Essensdüfte durchzogen das Haus des Gastes und vermittelten so ein wenig Atmosphäre des diesjährigen Zugvogeltage-Partnerlandes Guinea-Bissau. Aussteller wie der Mellumrat, „Mobilum“ (Umweltbildung), der NABU oder das Freiwilligennetzwerk „Watt°N“ hatten liebevoll und kreativ Mitmachaktionen für Kinder vorbereitet, während sich die Großen bei den Anbietern von Ferngläsern, Fachliteratur und Outdoorbekleidung umschauten. Die Aussteller zeigten sich sehr zufrieden: Wer vom Vogelkiek-Virus infiziert ist und ernsthaft dabeibleiben will, kauft sich während oder nach den Zugvogeltagen tatsächlich auch ein Spektiv oder Fernglas bei den führenden Anbietern der Spezialoptik, die seit Jahren die Zugvogeltage aktiv unterstützen.

Die Aussteller hatten wieder ansprechende Preise gestiftet für die Verlosung unter allen Besuchern des Zugvogelfestes. Gleich zehn Minox-Ferngläser wurden unter allen jungen Künstler*innen der Kinderaktion verlost, deren Bilder im Foyer zu bewundern waren.

Erstmals dabei, sowohl draußen als auch beim Fest, waren die „Flugbegleiter“, ein Zusammenschluss von Journalistinnen und Journalisten, die sich der Ornithologie und dem Vogelschutz verschrieben haben und zu diesem Thema Reportagen aus aller Welt veröffentlichen.

Mit großer Neugier erwarteten Fachleute und Gäste das Ergebnis des diesjährigen Zugvogeltage-Aviathlons: Auf welcher Insel und welcher Region wurden während der Zugvogeltage die meisten Vogelarten gesichtet? Noch nie war es so spannend wie in diesem Jahr, berichtete Kai Pagenkopf, der diesen besonderen Wettbewerb im Nationalpark koordiniert. Während Carolinensiel gleich am ersten Tag mit über 100 Arten durchstartete, ließen sich andere etwas Zeit, um dann mit beeindruckenden Artenlisten rauszurücken. Über mehrere Tage blieb es ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Das Wetter meinte es so gut wie nie zuvor während der Zugvogeltage, doch die leichte Abkühlung mit Winden aus nördlicher Richtung in der zweiten Wochenhälfte bescherte dann den ehrgeizigen Vogelguckern einige Seltenheiten wie Pirol oder Eissturmvogel, die letztlich den Wettbewerb entschieden. Mit je 150 Arten konnten Borkum und das Wangerland die Siegerurkunden nach Hause holen. Insgesamt wurden während der Zugvogeltage 222 verschiedene Vogelarten beobachtet, „ein Beweis für die intensive Vogelbeobachtung während der Zugvogeltage und die hohe Kompetenz der vielen Mitstreiter“ resümiert Peter Südbeck zum Abschluss mit einem Lächeln auf dem Gesicht.

Nach den Zugvogeltagen ist vor den Zugvogeltagen: Schon jetzt laufen die Vorbereitungen für die 11. Auflage vom 12. bis zum 20. Oktober 2019.

Beim Zugvogelfest zog der liebevoll gestaltete Infostand der Nationalpark-Ranger viele Besucher an. Foto: Nationalparkverwaltung.

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