03.05.2016

Delegation aus dem britischen Naturschutzgebiet "The Wash" zu Besuch im Wattenmeer

Kooperation wurde vor 25 Jahren auf den Weg gebracht - Intensivierung der Zusammenarbeit geplant
Teilnehmer des Wissensaustausches zwischen „The Wash“ und Wattenmeer

Teilnehmer des Wissensaustausches zwischen „The Wash“ und Wattenmeer. Hintere Reihe von links nach rechts: Simon Lobach, Rüdiger Strempel und Sascha Klöpper (CWSS), Aaron Howe (RSPB, South Suffolk Reserves), Rob Lucking (RSPB, Lincolnshire, North Norfolk & The Brecks), Gerold Lüerßen and Harald Marencic (CWSS). Vordere Reihe: Natalie Holt (RSPB, South Essex), Folkert de Jong (CWSS), John Badley (RSPB, Lincolnshire Wash Reserves), Mike Jones (RSPB) und Anja Domnick (CWSS).
Foto: CWSS

Fünf Vertreter der Königlichen Gesellschaft für Vogelschutz (RSPB) haben vom 25. bis 27. April den niedersächsischen Teil des UNESCO Weltnaturerbes Wattenmeer besucht. Sie alle sind im Naturschutzgebiet "The Wash" und angrenzenden Küstengebieten tätig. "The Wash" ist ein großer Mündungstrichter mehrerer Flüsse an der Ostküste Englands und hat charakteristische Gemeinsamkeiten mit dem Wattemeer: Beide Regionen werden durch die Gezeiten bestimmt, zeichnen sich durch einen großen Reichtum an unterschiedlichen Ökosystemen sowie Tier- und Pflanzenarten aus und sind bedeutsame Rast- und Brutgebiete für zahlreiche Vogelarten.

Die vom Gemeinsamen Wattenmeersekretariat (CWSS) organisierte dreitägige Veranstaltung diente dem intensiven Wissensaustausch zu Themen wie Umweltmonitoring, Vogelschutz, Renaturierung von Salzwiesen und Anpassungen an den Klimawandel. "Das Treffen war sehr inspirierend. Wir haben zahlreiche Informationen zu vorbildlichen Naturschutz-Projekten erhalten, die auch in unserem Gebiet anwendbar sind", erläuterte Rob Lucking vom RSPB, auf dessen Initiative die Reise an die Nordseeküste zurückgeht.

Sascha Klöpper (CWSS) zeigte sich ebenfalls zufrieden, dass Möglichkeiten einer weiteren Zusammenarbeit erkundet wurden. “Auf Basis unserer Diskussionen haben wir uns auf eine Reihe von gemeinsamen Aktivitäten verständigt - unter anderem zu den Themen Weltnaturerbe, invasive Tier- und Pflanzenarten und Schutz von Wasservögeln." Grundlage für die Zusammenarbeit bildet eine Absichtserklärung zur Kooperation aus dem Jahre 1991, die sich in diesem Jahr zum 25. Mal jährt.

Am zweiten Veranstaltungstag stand eine Exkursion zu den Renaturierungsgebieten Langwarder Groden und Neuwapeler Groden unter Leitung von Jürn Bunje (Nationalparkverwaltung Niedersächsisches Wattenmeer) auf dem Programm. Beide Gebiete zeigen eindrucksvoll, wie vormals landwirtschaftlich genutzte Flächen wieder dem Einfluss der Gezeiten ausgesetzt werden können, um die Entwicklung von Salzwiesen zu begünstigen. Abschließend besuchten die britischen Naturschützer das UNESCO Weltnaturerbe Wattenmeer-Besucherzentrum in Wilhelmshaven, bevor sie zur niederländischen Insel Texel weiterreisten.

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