02.05.2017

Dr. Gerald Millat (*1962 †2017)

 Michael Räder/NLPV

Plötzlich und völlig unerwartet verstarb am 28. April 2017 der Leiter unseres Kommunikations- und Forschungsdezernates, GeoOR Dr. rer. nat. Gerald Millat.

Noch am Mittwochabend begleitete Dr. Millat eine österreichische Nationalparkdelegation und war aktiv dabei und freundlich gut gestimmt, voller Leben. Sein Tod erfüllt uns mit tiefer Trauer und Bestürzung. Unser Mitgefühl gilt seiner Frau und den beiden Kindern, Familie war für Gerald immer ein besonderer Ort von Zugewandtheit und tiefem Vertrauen.

Dr. Millat begann seinen beruflichen Werdegang im Polizeidienst des Landes Niedersachsen. Über den zweiten Bildungsweg absolvierte er das Abitur und nahm ein Studium der Geographie mit den Schwerpunkten Physische Geographie und Landschaftsökologie an der Universität Hannover auf, welches er im Herbst 1992 abschloss.

Bereits zu Beginn der Ökosystemforschung Wattenmeer übernahm Dr. Millat Aufgaben der ökosystemaren Bearbeitung am 1986 eingerichteten Nationalpark „Niedersächsisches Wattenmeer“. Als Doktorand an der Universität Osnabrück, Standort Vechta, entwickelte er ab 1992 Methoden zum Einsatz von Fernerkundungsdaten für ein Umweltmonitoring im Nationalpark; die Arbeit schloss er 1996 erfolgreich ab. 

Hieraus entwickelte Dr. Millat Kenntnisse und Kompetenzen vor allem über den Bereich der Küstenfischerei, insbesondere der Miesmuschelfischerei im Nationalpark. Aus den wissenschaftlich exakten Monitoringdaten heraus entwickelte und begleitete er erfolgreich die Miesmuschel„politik“ im Nationalpark, bis auf den heutigen Tag. Dabei war es ihm immer ein besonderes Anliegen, die fachlichen Debatten nicht mit persönlichen Auseinandersetzungen zu verwechseln, so dass in unserem Nationalpark diese schwierige Debatte von einem bemerkenswert guten persönlichen Miteinander gekennzeichnet ist. Diesen Stil hat Gerald Millat maßgeblich geprägt.

Mitte der 2000er Jahre weitete sich das Aufgabenspektrum, und Dr. Millat gestaltete Forschung und Forschungskoordination für den ganzen Nationalpark. Gute Kooperationen mit vielen wichtigen Institutionen und Universitäten und viele bedeutende Forschungsvorhaben und –ergebnisse prägen diese Zeit und wirken bis heute fort.

Hieraus ergab sich zunehmend der Bedarf, Kommunikation auch konzeptionell mit seinen bisherigen Arbeitsschwerpunkten zu verbinden mit der Idee eines breiteren Wissenstransfers. Im Herbst 2016 übernahm Dr. Millat das neu definierte Dezernat Kommunikation – Forschung innerhalb der Nationalparkverwaltung und gehörte damit zum unmittelbaren Leitungsteam.

Geralds Wirken, seine ansteckende wissenschaftliche Neugier und seine positive Lebenseinstellung, sein immer freundliches und zuverlässiges Wesen waren für alle, Kolleginnen und Kollegen, Institutionen und Partner, von großer Bedeutung. Seinen Worten „wir machen das“ ließ er immer Taten folgen, seine unprätentiöse, sich nicht in den Vordergrund stellende Art, hat uns tief beeindruckt. Wir haben viel von ihm gelernt.

Für viele von uns, auch für mich, war Gerald ein überaus wertvoller, zugewandter und liebevoller Kollege, Mensch und vor allem auch persönlicher Freund.

Wir werden ihn sehr vermissen, ersetzen können werden wir ihn nicht. Wir sind dankbar über die gemeinsame, gleichwohl viel zu kurze Zeit. Wir werden sein Andenken bewahren.
 

Peter Südbeck

Leiter der Nationalparkverwaltung „Niedersächsisches Wattenmeer“

für alle Kolleginnen und Kollegen.

 


Foto: Gerald Millat

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