19.09.2018

Feiernde Trommeln für ausdauernde Vögel

Anlässlich der 10. Zugvogeltage im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer haben die Nationalparkverwaltung und das Musiklabel Run United die zweite Auflage der Zugvogelmusik in der Kulturetage Oldenburg veranstaltet

Koproduktion: A.M. Gaio und U-Free spielen gemeinsam mit Njamy Sitson. Foto: C. Schulz/NLPV

Die Trommeln rufen zum Fest. Es ist ein fröhlicher Rhythmus, der allen Dorfbewohnern jedes Jahr aufs Neue einen Grund zum Feiern gibt. Die Zugvögel sind da! Was an der afrikanischen Westküste Tradition ist, war am vergangenen Sonnabend in der Kulturetage Oldenburg bei der Zugvogelmusik zu bewundern. Doch nicht nur die tropischen Gefilde ließen ihren Klang verlauten – kreuz und quer ging es durch die Länder entlang des Ostatlantischen Zugwegs.

Zum 10-jährigen Jubiläum der Zugvogeltage hat die Nationalparkverwaltung am 15. September gemeinsam mit Jochen Kühling als Moderator und Produzent und dessen Musiklabel Run United das Konzert, das schon bei den Zugvogeltagen im vergangenen Jahr großen Anklang gefunden hatte, erneut realisiert. „Damit die Vögel erfolgreich sein und langfristig überleben können, müssen die Bedingungen überall gut sein – in Afrika, in der Arktis und hier bei uns im Wattenmeer“, erklärt Nationalparkleiter Peter Südbeck. Man müsse sich der globalen Bedeutung dieser Lebensräume bewusst sein und Verantwortung dafür übernehmen. „Mit Musik kann man diese Botschaft herrlich übertragen.“

 Mit neun Beiträgen von der Trommel aus Ghana bis zur Laute aus Russland widmeten die Künstler je einem Zugvogel die Musik ihres Landes. So stand beispielsweise die Pfuhlschnepfe für Guinea-Bissau, das diesjährige Partnerland der Zugvogeltage. Die Vögel bildeten den Rahmen, und ihre Eigenheiten zeugten von einer Vielfältigkeit, die sinnbildlich für den ganzen Abend war. Als Erzähler aus dem Off lieh Nationalparkleiter Peter Südbeck den kleinen Protagonisten seine Stimme. Die großen Protagonist*innen waren teilweise schon im vergangenen Jahr dabei: Njamy Sitson und La Caravane du Maghreb standen wieder sinnbildlich für Kamerun und Marokko. Dagegen waren Maria Solheim aus Norwegen, Robert Lee Fardoe aus Wales, der Jugendchor Feelings aus Harpstedt, das Russische Trio, Grace Yeboah und Nana Ernest für Ghana sowie Laura La Risa y Compañía aus Spanien neu dabei. Zu diesen Musiker*innen gesellten sich schließlich noch A.M Gaio und U-Free aus dem Zugvogeltage-Partnerland Guinea-Bissau. Die kurzen und abwechslungsreichen Auftritte der Künstler*innen verliehen dem Zugvogelmusik-Konzert den Charakter einer Reise, die all die verschiedenen Kulturen miteinander in Verbindung setzt und Teil eines Ganzen werden lässt – vom flotten Flamenco und marokkanischem Gnawa über herzzerreißenden norwegischen und walisischen Folk bis zu den feiernden Trommeln Westafrikas. Auch wenn die Zugvögel an diesem Abend das bindende Element waren, war die Zugvogelmusik eine Botschaft für kulturelle Vielfältigkeit und Toleranz, für eine Welt, in der Unterschiede bereichern – auch, wenn die Vögel längst weitergezogen sind.

Bildergalerie zum Konzert

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