07.09.2017

Für einen müllfreien Wangerooger Inselosten

Freiwillige des Seglerverbands Soltwaters e. V. sammeln Strandmüll
In einer Sammelaktion wurde am 2. September das Ostende Wangerooges von Strandmüll gesäubert. Foto: C. Schmidt/NLPV

In einer Sammelaktion wurde am 2. September das Ostende Wangerooges von Strandmüll gesäubert. Foto: C. Schmidt/NLPV

Wattsegler im Einsatz für den Nationalpark: In einer gemeinsamen Sammelaktion der Nationalparkverwaltung Niedersächsisches Wattenmeer, des Mellumrat e. V., dem Nationalparkhaus Wangerooge, der Gemeinde Wangerooge und der Soltwaters e. V. Interessenvertretung der Wattfahrer wurde am 2. September das Ostende Wangerooges von Strandmüll gesäubert.

Ein schmaler Dünenzug prägt die langgezogene Ostspitze Wangerooges, der teils in der Zwischenzone, teils in der streng geschützten Ruhezone des Nationalparks liegt. Treffpunkt der 50 freiwilligen Helfer*innen, die mit 24 Segelbooten und einem Motorboot nach Wangerooge gekommen waren, war die Beobachtungsplattform auf halbem Wege zwischen der Nationalpark-Station Ost und dem östlichen Ende der Insel. Von dort aus suchten je zwei Gruppen systematisch den Strand auf der Nord- und auf der Südseite des Dünenzuges sowie die Wege in den Dünen ab. Unterstützt wurden sie dabei von Vertreter*innen der Nationalparkverwaltung, des Nationalpark-Hauses und des Mellumrat e. V. Der Mellumrat betreut die Insel Wangerooge im Auftrag der Nationalparkverwaltung naturschutzfachlich. Um Störungen der um Hochwasser auf der Insel rastenden Vögel zu minimieren, begann die Sammelaktion drei Stunden nach Hochwasser und dauerte bis Niedrigwasser. Zu dieser Zeit suchen die Vögel auf den trocken gefallenen Wattflächen nach Nahrung.

Zu den häufigsten Funden gehörten Glasscherben, Eisen und Netzreste. Aber selbst einzelne Kunststofffäden, Zigarettenkippen und andere Kleinteile landeten in den Säcken der freiwilligen Müllsammler*innen. Denn diese verschandeln die Natur nicht nur optisch, sondern stellen ebenfalls eine Gefahr für Vögel, Meerestiere und andere an der Küste lebende Tiere dar, die den Müll mit Nahrung verwechseln und ihn fressen oder sich in ihm verfangen und verenden. Am Ende des Tages standen acht mit Meeresmüll gefüllte Säcke und zwei gefüllte Müllsammelboxen auf der Insel zu Buche. Den kostenlosen Abtransport und die Entsorgung der Müllsäcke organisieren die Gemeinde Wangerooge und der Landkreis Friesland.

„Angesichts der riesigen Menge an Müll, die im Meer bleibt, können solche Sammelaktionen immer nur ein Tropfen auf den heißen Stein sein“, erklärte Dr. Gregor Scheiffarth, Dezernent der Nationalparkverwaltung. Dennoch seien sie unverzichtbar – gerade auch, um die Öffentlichkeit auf die Problematik aufmerksam zu machen und die Entwicklung von Lösungsansätzen zu fördern. „Wir begrüßen deshalb ausdrücklich das Engagement von Soltwaters e. V. zum Schutz der einzigartigen Natur des Weltnaturerbes Wattenmeer.“

Bereits zum zweiten Mal haben die Wattfahrer*innen von Soltwaters e. V. eine Müllsammlung im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer durchgeführt. Im vergangenen Jahr sammelten 40 Freiwillige auf dem benachbarten Strombauwerk Minsener Oog fast 18.000 Strandmüll-Teile.

„Wir haben in diesem Jahr nicht die Anzahl der Müllteile gezählt“, so Iris Bornhold von Soltwaters e. V. „Es war für uns von vornherein klar, dass wir auf einer touristisch erschlossenen Insel nicht so viel Müll finden würden wie auf der unbewohnten Insel Minsener Oog. Trotzdem ist doch ein ansehnlicher Haufen an Müll von uns zusammengetragen worden. Hier auf Wangerooge waren dies auf der Südseite sehr viele Eisenteile und erschreckend viele Scherben. Diese waren nicht nur zwischen den Steinen zu finden, sondern auch im losen Sand. Damit haben wir dieses Mal nicht nur etwas zum Schutz der Natur, sondern auch der Menschen getan.

Die Sammelaktion war dank der Unterstützung der Mitglieder wieder ein voller Erfolg und an diesem sommerlichen Tag hat es zusätzlichen Spaß bereitet, sich in der Natur zu bewegen.

Ganz sicher wird im nächsten Jahr wieder eine Müllsammelaktion starten. Wo und wann diese stattfindet wird Soltwaters e. V., wie in der Vergangenheit, mit der Nationalparkverwaltung abstimmen. Sicherlich werden die Mitglieder diese Aktion wieder tatkräftig unterstützen“.

Mit dem Abend-Hochwasser lichtete ein Teil der Soltwaters-Flotte ihre Anker zur Rückkehr ans Festland. Für die gelungene Aktion sprachen die Vertreter*innen der Nationalparkverwaltung, des Nationalparkhauses und des Mellumrat e. V. den Freiwilligen von Soltwaters e.V. ihren Dank aus.

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