Good-bye Roger Staves

Roger Staves

Roger Staves. Foto: UNESCO-Weltnaturerbe Wattenmmeer Besucherzentrum Wilhelmshaven

Im großen Netzwerk der Informations- und Bildungsarbeit im Wattenmeer gibt es wohl kaum jemanden, der Roger Staves nicht kennt. Der quirlige gebürtige US-Amerikaner, der nach 30 Jahren in Deutschland immer noch mit liebenswertem Akzent spricht, ist der Prototyp des environmental educators, der mit Leib und Seele und ehrlicher Zuneigung zu seinem Publikum wirklich jeden für seine Sache begeistern kann. Eigentlich war er seit vielen Jahren Leiter der Bildungsarbeit im Wattenmeer Besucherzentrum Wilhelmshaven und somit eher für didaktische Konzepte, Projekte und Vernetzung zuständig, doch ließ er es sich nicht nehmen, auch selbst mittendrin zu stehen, am Südstrand, im Watt, auf dem Schiff, um wissbegierigen Gästen spannendes über Seehunde und Schweinswale, Vögel und Würmer zu vermitteln.

Geboren wurde Roger als jüngster von 5 Jungs in Rockville, Connecticut, USA. Sein Biolehrer an der Tolland High School inspirierte ihn für die Meereskunde. Bereits 1976/77 war Roger zu Studienzwecken in Deutschland zu Gast, unter anderem absolvierte er ein Gastsemester im Fachbereich Meereskunde an der Universität Kiel. 1978 erwarb er seinen Bachelor of Science (Meeresbiologie) an der Universität in North Dartmouth, Massachusetts und anschließend den Mastergrad im Fachgebiet Fischerei.

1980 kehrte er nach Deutschland zurück und forschte im Rahmen eines DAAD-Stipendiums im Fachbereich Meereskunde an der Universität Kiel. Nach weiteren beruflichen Stationen führte sein Weg Ende 1987 nach Wilhelmshaven, wo er – zunächst als ABM, ab 1990 in Festanstellung – zum Koordinationsteam für die Einrichtung eines Nationalpark-Zentrums gehörte. Provisorischer Sitz für das Projektteam und die ersten Ansätze der Bildungsarbeit war das heutige Havenhaus, in dem bis heute auch die Nationalparkverwaltung und das Gemeinsame Wattenmeer-Sekretariat beheimatet sind.

1996 folgte der Umzug in die ehemalige Torpedowerft am Südstrand. Im Mai 1997 wurde dann dort das Nationalpark-Zentrum „Das Wattenmeerhaus“ offiziell eröffnet. Mit der Ernennung des Wattenmeeres zum Weltnaturerbe (2009) wurde aus dem Wattenmeerhaus das UNESCO-Weltnaturerbe Wattenmeer Besucherzentrum Wilhelmshaven.

Nach einer Pause mit Aufenthalten in der alten Heimat USA kehrte Roger Staves 2004 zurück in „sein“ Wattenmeerhaus. Als Leiter der Bildungsarbeit fand er immer wieder Spaß daran, neue Projekte und Veranstaltungen zu entwickeln, so wie die Nationalpark-Erlebnisfahrten in den Jadebusen mit der Reederei Warrings, die allein  im letzten Jahr 7300 Gäste begeisterten. Zu seinen Lieblingsveranstaltungen zählten auch wissenschaftliche und Nationalpark-Erlebnisfahrten nach Spiekeroog mit der Gorch Fock und die Exkursionen nach Helgoland zur Zeit des Lummensprungs und während der Zugvogeltage.

Nach 30 Jahren unermüdlichem Einsatz für das Wattenmeer-Besucherzentrum seiner Wahlheimat Wilhelmshaven geht Roger Staves nun in den Ruhestand. Nun – wer ihn kennt, kann sich vorstellen, dass das kreative Energiebündel sicher nicht auf der Couch versackt: Als zertifizierter Nationalpark-Wattführer wird er weiterhin – mit seiner unnachahmlichen Art der Wissensvermittlung – kleine und große Besucher*innen für das Wattenmeer begeistern. Seinen langjährigen Kolleg*innen in den anderen Nationalpark-Einrichtungen und im Netzwerk der Internationalen Wattenmeer-Schule, bei der Verwaltung und dem Gemeinsamen Wattenmeersekretariat bleibt er mit Dank verbunden: „Es war mir eine Ehre, mit Euch zu arbeiten.“ The honour was ours, Mr. Staves!