22.03.2016

Junior Ranger Zugvogelseminar 2016

Am ersten Osterferienwochenende trafen sich in Neßmersiel die Junior Ranger zu ihrem traditionellen Zugvogelseminar. Zum ersten Mal konnten Junior Ranger aus dem ersten Ausbildungscamp im Jahr 2008 selbst als Experten das Programm gestalten.
Junior Ranger Zugvogelseminar 2016. Foto: Conny Perschmann

Sven Meier und Jan Ulber arbeiten nach dem Schulabschluss als Freiwillige an der Leybucht und auf Wangerooge und sie konnten ihr umfangreiches Wissen und neue Ideen in das Programm einbringen. Geleitet wurde das Camp von Conny Perschmann von grün&bunt im Auftrag der Nationalparkverwaltung.

Zum ersten Mal war in diesem Jahr eine Teilnehmerin albanischer Herkunft dabei. Shkurta hatte in einem Projekt der Sprachlernklasse der Oberschule Mitte von dem Programm erfahren und den Mut gefunden, daran teilzunehmen. Mit großer Begeisterung lernte sie Gänse von Möwen unterscheiden und den Unterschied zwischen Bratvogel und Brachvogel.

Am Freitag vor dem Abendessen wurde erst die Umgebung erkundet und kontrolliert, ob überhaupt Vögel zu sehen sind. Schnell war klar: Neßmersiel ist ein idealer Standort.

Am Abend wurden Ziele und Ideen für die Arbeit festgelegt. In diesem Jahr wollten die Kinder und Jugendlichen die vielen Informationen und die große Zahl der Zugvögel für ihr Programm zu einem übersichtlichen Paket zusammenpacken. Dazu wurden die häufigsten Vögel ausgewählt, zu denen dann für Einsteiger die wichtigsten Informationen herausgefiltert werden sollten.

Am Samstag ging es dann schon um 6:30 Uhr mit Ferngläsern, Spektiven und "Kuchen to go", zur ersten Vogelexkursion an den Speicherpolder. Die Teilnehmer wurden mit einer guten Aussicht auf viele schöne und interessante Vögel belohnt. Die erfahrenen Kinder konnten unter Anleitung von Sven und Jan ihre Artenkenntnis testen und erweitern. Die Neulinge im Junior-Ranger-Programm lernten erst einmal, wie man ein Fernglas und ein Spektiv einstellt und woran man Vögel unterscheiden kann.

Nach dem Frühstück wurde in kleinen Teams zu den ausgewählten Vogelarten eine Sammlung der wichtigsten Infos und Spielideen zusammengestellt. Am Nachmittag ging es dann wieder raus. Ein Trupp Ringelgänse beschäftigte die Gruppe lange. Die Tiere ließen sich aus der Nähe in Ruhe beobachten, bestimmen und zählen.

Nach so viel Konzentration war die Pause am Strand mit Spielplatz eine willkommene Abwechslung. Vor dem Rückweg gab es noch ein von Sven und Jan frisch erfundenes Spiel: Die Teilnehmer durften dabei auf einer in den Sand gemalten Europakarte die Zugwege der verschiedenen Rotschenkelpopulationen nachvollziehen.

Am Sonntag wurde am Beobachtungsplatz die Präsentation der Vögel für Gäste geübt. Dabei sollten die Teilnehmer einen Vogel im Spektiv zeigen und gleichzeitig "ihrem Gast" die Gelegenheit geben, ihn selber zu bestimmen. Mit gezielten Fragen und Beobachtungshinweisen ist das allen gut gelungen.

Bei jeder Wanderung zum Deich hatte sich die Gruppe an dem Müll am Wegesrand gestört. Also wurde dieser auf dem Rückweg vom Strand in mitgebrachten Müllsäcken gesammelt und fachgerecht entsorgt.

Nach dem gemeinsamen Mittagessen und einer Hausputzaktion ging es dann vergnügt und zufrieden in die wohlverdienten Osterferien.

Die Ergebnisse dieses Wochenendes können Gäste und Einheimische im Rahmen der kommenden Zugvogeltage (8.-16. Oktober)  begutachten. Die Junior Ranger werden dann wieder mit Spektiven am "Schauplatz Deich" stehen und kleinen und großen Vogelfreunden die Zugvögel näher bringen. Vielleicht gibt es dann ja sogar eine albanische Begleitung.

Bericht & Fotos: Conny Perschmann

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