06.11.2019

Maßnahme zur Wiederherstellung der Wangerooger Küstenheide

Themen: 
Wangerooger Küstenheide

Im Rahmen des Inselschutzes erneuert das Wasser- und Schifffahrtsamt Wilhelmshaven (WSA) das Deckwerk auf Wangerooge. Dabei werden auch Dünenareale überbaut oder beeinträchtigt. Für diesen Eingriff in die Natur führt das WSA seit 4. November Ausgleichsmaßnahmen in den Dünen westlich des Dorfes auf Wangerooge durch. Das Ziel der Maßnahme ist die weitere Entwicklung der Heide auf Wangerooge. Die Maßnahme ist mit der Nationalparkverwaltung abgestimmt und wird von dieser fachlich begleitet.

Die Heide auf Wangerooge ist das größte zusammenhängende Küstendünen-Heide-Gebiet mit Besenheide auf den Ostfriesischen Inseln und im Rahmen des Europäischen Schutzgebiets-Netzes Natura 2000 besonders geschützt. Sie hat sich westlich des Dorfes seit Ende des 19. Jahrhunderts entwickelt und ist auf Wangerooge landschaftsprägend. Durch die Festlegung der Dünen fehlt eine natürliche Dynamik. Deshalb ist diese Küstendünen-Heide zunehmend durch Verbuschung und Ausbreitung von gebietsfremden Gehölzen wie Kartoffelrose, Spätblühende Traubenkirsche, Apfelbeere und Schwedische Mehlbeere gefährdet.

Bereits 2011 wurden erste Maßnahmen zur Verjüngung und Entwicklung der Heide durch die Schaffung von offenen, vegetationsfreien Rohbodenflächen auf Wangerooge durchgeführt. Dazu wurden zusammenhängende Kartoffelrosenbestände samt Wurzeln abgeschält und der anschließenden natürlichen Wiederbesiedlung durch Heide und Graudünen-Grasfluren überlassen.

Die 2011 durchgeführten Maßnahmen waren erfolgreich. In den Folgejahren hat sich wieder Heide angesiedelt, so dass nun jüngere und ältere Heide-Bestände benachbart liegen und eine Verjüngung stattgefunden hat. Neben der Heide haben sich wertvolle Borstgras-Bestände entwickelt und gefährdete Pionierarten der feuchten Dünentäler wie der Zwerglein und der Sumpfbärlapp angesiedelt.

Zur Fortsetzung dieser erfolgreichen Maßnahmen von 2011 wird das WSA nun weitere 0,5 ha Kartoffelrosen in der Heide beseitigen, um Rohbodenflächen für eine Heideregeneration zu gewinnen. Die Maßnahmenflächen liegen benachbart zu den Flächen, die 2011 bearbeitet wurden. Auf Dauer soll die Kartoffelrose aus der Wangerooger Heide verdrängt werden, um den für die Insel Wangerooge so typischen Landschaftseindruck der Heide, der als etwas Besonderes und Einmaliges zu betrachten ist, zu erhalten und zu entwickeln.

Das oberirdische Abschälen der Kartoffelrosen und das vollständige Herauskämmen der Wurzeln wird ca. 2 Wochen in Anspruch nehmen.

Wie bei den Arbeiten 2011 werden Nachpflegearbeiten über einige Jahre erforderlich sein. Die Freiwilligen-Gruppen der IJGD und der Bethel-Stiftung werden sich in den Sommermonaten tatkräftig daran beteiligen. Die Entwicklung der bearbeiteten Flächen wird wissenschaftlich begleitet werden. 

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