06.06.2019

Meeresmüll akute Herausforderung auch für das Wattenmeer

Aktionen zum internationalen Tag der Ozeane im Nationalpark
Meeresmüll stellt für Tiere und Menschen eine zunehmende Gefährdung dar.

Meeresmüll stellt für Tiere und Menschen eine zunehmende Gefährdung dar. Niels Biewer/NLPV

Am 8. Juni ist World Oceans Day. Aus Anlass dieses internationalen Aktionstags finden auch im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer verschiedene Veranstaltungen zum Thema Meeresmüll statt, unter anderem auf Norderney und in Cuxhaven. Sie sollen über die Auswirkungen von Plastikmüll im Meer aufklären und zu einem bewussten Umgang mit Plastik im Alltag anregen.

Vor 10 Jahren hat die Generalversammlung der Vereinten Nationen (UN) den 8. Juni zum Welttag der Ozeane erklärt. In diesem Jahr liegt ein besonderer Fokus auf dem Kampf gegen Plastikmüll. Denn die Vermüllung der Meere nimmt rasant zu und stellt für Tiere und Menschen eine zunehmende Gefährdung dar. Meereslebewesen wie Fische und Kegelrobben, aber auch Seevögel drohen sich in Müllteilen zu verfangen und qualvoll zu verenden. Wenn Kleinteile aus Plastik mit Nahrung verwechselt werden, verhungern die Tiere mitunter mit vollem Magen. So ergaben Untersuchungsreihen an Eissturmvögeln an der deutschen Nordseeküste, dass seit Beginn der Untersuchungen im Jahr 2003 über 90 % der untersuchten Tiere Plastikmüll im Magen hatten. Als Mikroplastik findet der Müll zudem Eingang in die Nahrungskette und landet schlussendlich auch in unserem Essen.

Politische Vorgaben zur Bekämpfung des Meeresmülls

Mit der Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie sind die EU-Mitgliedstaaten zu notwendigen Maßnahmen verpflichtet, um bis 2020 einen „guten Zustand der Meeresumwelt“ in allen europäischen Meeren zu erreichen und zu schützen. Aber allein zwischen 2002 und 2008 wurden bei Zählungen an verschiedenen Strandabschnitten der deutschen Nordseeküste auf 100 Metern durchschnittlich 236 angeschwemmte Müllteile erfasst. Rund drei Viertel des gefundenen Abfalls bestand aus Plastik. Hier besteht somit großer Handlungsbedarf.

Nach der Container-Havarie der MSC Zoe Anfang dieses Jahres war an den Stränden der ostfriesischen Inseln jedoch noch deutlich mehr Müll zu finden: Rund 350 Container waren von dem Frachtschiff über Bord gegangen und haben dabei vielfach ihren Inhalt verloren – zum Großteil Konsumgüter aus Plastik. Auch wenn solche Ereignisse wie Schiffshavarien große öffentliche Aufmerksamkeit hervorrufen, darf jedoch nicht übersehen werden, dass der überwiegende Teil des Meeresmülls seinen Ursprung auf dem Festland hat.

Initiativen zur Vermeidung von Plastikmüll

Es gibt deshalb vermehrt Bemühungen, Plastikmüll zu vermeiden. Beispielsweise widmet sich das Projekt „Plastikfreie Küste“ des Umweltverbands BUND dem Thema Meeresmüll und setzt dabei beim Tourismus auf den ostfriesischen Inseln an. Auf Juist, Norderney und Spiekeroog werden Mehrwegsysteme sowie plastikfreies Einkaufen und Unterkünfte gefördert. Gäste lernen hier über die Problematik der Meeresverschmutzung durch Plastikmüll und nehmen diese Erfahrung mit in ihre Heimat.

Wir Deutschen produzieren im Schnitt rund 37,6 kg Plastikmüll allein aus Verpackungen pro Jahr. „Wenn jeder im Alltag den Gebrauch von Einwegverpackungen verringert, Schadstoffe meidet und über Alternativen zu Plastik in seinem eigenen Leben konsequent nachdenkt, kann die Menge an Müll, die letztendlich im Meer landet, erheblich reduziert werden.“, so Peter Südbeck, Leiter der Nationalparkverwaltung.

Aktionen zum World Oceans Day auf Norderney

Organisiert von den Nationalpark-Rangern und dem Watt Welten UNESCO-Weltnaturerbe Besucherzentrum Norderney, findet am 8. Juni ab 10:30 Uhr eine Müllsammelaktion statt, um den Strand im Osten der Insel von angespültem Müll zu befreien. Parallel dazu sind die Watt Welten gemeinsam mit dem Jugendcafé ab 14:00 Uhr auf dem White Sands Festival mit einem Aktionsstand für Kinder vertreten. Dort können Müllfunde vom Strand gegen selbstgestaltete Anstecker getauscht werden.

Informationen zu den Veranstaltungen am World Oceans Day:

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