10.10.2017

Mosambikaner beeindruckt von Wind und Gezeiten

Ranger aus dem Banhine Nationalpark waren im Rahmen eines Erfahrungsaustausches zu Gast im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer
Nationalpark-Ranger Jochen Runar erklärt Gästen aus Mosambik die Bedeutung des Wattenmeeres für den Vogelzug. © B. Schmidt/NLPV

Nationalpark-Ranger Jochen Runar erklärt den Gästen die Bedeutung des Wattenmeeres für den Vogelzug. © B. Schmidt/NLPV

Der Wind kommt genau von vorn, der Besuch aus dem südöstlichen Afrika staunt. Nationalpark-Ranger Jochen Runar radelt auf Langeoog mühelos gegen den Wind. Auch, wenn er dabei elektrische Unterstützung hat, sie möchten nicht mit ihm tauschen. Und das, obwohl sie daheim im Banhine Nationalpark in der mosambikanischen Provinz Gaza ganz andere Probleme zu bewältigen haben. 46 Frauen und Männer sind dort für den Schutz des 7.250 km² großen Gebiets zuständig. Sie treten ihren Dienst nie ohne Waffe an, da Konflikte mit Wilderern, die ihrerseits bewaffnet sind, dort leider zum Alltag gehören.

Fünf der Ranger und eine Rangerin haben nun im Rahmen eines durch die Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) geförderten Projekts die Möglichkeit bekommen, vier Wochen im Nationalpark Unteres Odertal die tägliche Arbeit und die Herausforderungen der deutschen Kollegen kennenzulernen. Auch andere Nationale Naturlandschaften wurden besucht, so reisten sie gemeinsam mit zwei Kollegen aus dem Unteren Odertal erst in den Nationalpark Sächsische Schweiz und Anfang Oktober ins Niedersächsische Wattenmeer, wo die Ranger Susanne Koschel und Jochen Runar sowie Koordinatorin Britta Schmidt sie begleiteten. Legen sie in ihrer Heimat das Augenmerk vor allem auf die großen Säugetiere, so wurden hier die Winzlinge Wattwurm, Strandkrabbe und Herzmuschel bestaunt. Den ersten Spaziergang auf dem Meeresboden meisterten alle mit Bravour. Besonders beeindruckt zeigten sie sich dabei von den Junior Rangern Silja und Jan, die die Tour begleiteten und mit Fachwissen überzeugten.

Am nächsten Tag auf Langeoog rückten die zahlreichen Zugvögel und am Ostende der Insel die Seehunde in den Fokus. Aber auch Themen wie Besucherinformation, Tourismus oder Küstenschutz warfen spannende Fragen auf und wurden diskutiert. Nach der anstrengenden Rückfahrt gegen den Wind servierte Nationalpark-Partner Michael Recktenwald im „Seekrug“ Ostfriesentee zum Aufwärmen.

Zum Abschluss der Bereisung am Dienstag durften alle ein eindrucksvolles Spektakel im Langwarder Groden miterleben. Durch den starken Westwind lief das Wasser schnell und höher auf als gewöhnlich. Zu erleben, dass sie binnen Sekunden mit den Füßen im Wasser standen, hat alle begeistert. Ein einmaliges Erlebnis, welches die Dynamik des Wattenmeeres spürbar machte und das die afrikanischen Kollegen wohl nicht so schnell vergessen werden.

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