Partnerportrait: Uli's kleine Senfmanufaktur

Viele kreative Ideen entspringen einfachen Zufällen. So erging es auch Uli Stede, der als Küchenmeister und kreativer Kopf gemeinsam mit seiner Frau Birgit Hoppelshäuser-Stede mitten in Ostfriesland die kleine Senfmanufaktur als kleines, nachhaltiges Unternehmen entstehen ließ. Im Gespräch mit Astrid Martin erzählen die beiden, wie sich ihr Projekt entwickelte, warum sie Biosphären-Partner wurden und wie sie mit der Corona-Krise umgehen.
Birgit und Uli Stede vor ihrer kleinen Senfmanufaktur. Foto: Nationalparkverwaltung

Birgit und Uli Stede vor ihrer kleinen Senfmanufaktur. Foto: Nationalparkverwaltung

Beschreibt bitte kurz Uli’s kleine Senfmanufaktur und eure Arbeit.

Birgit und Uli Stede:  Viele kreative Ideen entspringen einfachen Zufällen. So auch bei uns.

Aus einem Zuviel an zufälligerweise gleichzeitig geschenkten wundervoll süßen frischen Feigen wurde die Idee zu unserem ersten Senf … einem Feigensenf, geboren. Uli Stede, Küchenmeister und kreativer Kopf setzte sich sofort an die Umsetzung. Durch die vielen Feigen wurde eine große Menge Senf hergestellt und an die Feigenbaumbesitzer, Freunde und Bekannte verteilt. Dieser Senf kam bei den allen „Testessern“ hervorragend an. Sofort gab es Interesse an weiteren Geschmacksrichtungen – bis dahin noch alles ohne den geringsten Gedanken an ein kleines Unternehmen.

Nach unserer ersten, auch hier wieder zufälligen Teilnahme, an einem kleinen Bauernmarkt in der Nachbargemeinde, erfuhren wir so großes Interesse und Begeisterung für unsere selbstgemachten und außergewöhnlichen Kreationen, dass eine Weiterentwicklung und Vergrößerung des Sortiments sozusagen eine logische Schlussfolgerung war. Dies war 2015 gleichzeitig die Entstehung von „Uli`s kleine Senfmanufaktur“.

„Uli`s kleine Senfmanufaktur“, das sind wir: Uli Stede, Küchenmeister und kreativer Kopf sowie Birgit Hoppelshäuser-Stede, Inhaberin und verantwortlich für die administrativen Aufgaben. Zusammen sind wir ein tolles Team und mit Liebe und Begeisterung dabei, unsere fantastischen Produkte zu kreieren, herzustellen und zu vermarkten.

Mittlerweile haben wir neben Senf viele weitere selbstgemachte Leckereien für jeden Geschmack im Angebot. Sehr wichtig für uns ist, dass wir bei unseren Produkten nachhaltig herstellen. D.h. wir verwenden möglichst regionale Zutaten wie z.B. frischen Bärlauch und Obst aus Nachbars Garten oder die fantastische Salzwiesenpflanze Queller, die wir größtenteils von regionalen Zulieferern, wie z.B. dem Ökowerk Emden erhalten. Farb- und Konservierungsstoffe sowie Geschmacksverstärker finden in unseren Produkten keine Verwendung.

Ein Produkt, auf das wir besonders stolz sind, ist unser komplett selbsthergestelltes Nordsee-Salz. Unser Motto „Von der Nordsee bis ins Glas“ bedeutet: Wir schöpfen das Wasser direkt aus der Nordsee, filtern es mehrfach und verdampfen das Wasser mit der überschüssigen Abwärme einer Biogasanlage in der Nachbarschaft. Genau diese nachhaltige Verarbeitung eines reinen Naturproduktes aus dem Nationalpark Wattenmeer – dem Nordsee-Wasser – hat uns bewogen, unser so gewonnenes Salz der Verwaltung des Biosphärenreservates Niedersächsisches Wattenmeer vorzustellen.

Warum seid ihr Biosphären-Partner geworden?

Nach vielen Erwägungen und sorgfältiger Prüfung durch die Wattenmeer-Verwaltung wurden wir im März dieses Jahres als neuer Partner aufgenommen. Hierauf sind wir sehr stolz.

Zwar haben wir schon immer in allen Bereichen unseres Lebens versucht, umweltbewusst zu leben und handeln. Jedoch hat besonders der Kontakt mit dem Nationalpark Wattenmeer unser Bewusstsein erweitert und geschärft. Informationen und Tipps zum nachhaltigen, bewussten umweltschonenden Handeln versuchen wir in unserem Unternehmen und Leben direkt umzusetzen.

Welche Auswirkungen hat die Corona-Krise aktuell auf euer Geschäft und wie geht ihr damit um?

Die Corona-Krise hat natürlich auch auf unser kleines 2-Personen-Unternehmen weitreichende Auswirkungen. Unsere Produkte verkaufen wir weitestgehend mit viel Herzblut und Spaß auf Kunst- und Bauernmärkten entlang der ostfriesischen Nordseeküste. Normalerweise sind wir an ca. 40 Wochenenden im Jahr dort zu finden. Diese Märkte sind nun durch die mit Corona verbunden Einschränkungen für eine unbestimmte Zeit komplett abgesagt. Somit entfällt natürlich ein sehr großer Teil unserer Einnahmen.

Auch unser winziger, liebevoll eingerichteter Hofladen bleibt derzeit leer, die Lieferungen an die weiteren Hofläden oder Geschäfte, die wir beliefern, fallen aus. Wie auch für andere Unternehmen, ist es für uns eine schwere Zeit, denn auch bei uns laufen viele Fixkosten weiter.

Froh sind wir darüber, dass wir bereits vor einigen Jahren einen Online-Shop ins Internet gestellt haben. Hier können sich, besonders in der heutigen Zeit, unsere Kunden kontaktlos mit den besonderen Leckereien aus Ostfriesland versorgen. So müssen die Fans unserer Produkte nicht verzichten und wir freuen uns über den Umsatz.

Es ist schön, dass wir auch in dieser turbulenten Zeit viele positive Reaktionen und Unterstützung erfahren. Sei es durch unsere Kunden und Freunde, die Abonnenten der verschiedenen Social-Media- Kanäle (Facebook und Instagram) oder auch die Nationalparkverwaltung. Dafür unseren herzlichen Dank!

Das könnte Sie auch interessieren

Teilnehmende des Junior Ranger Assistentencamps 2020 in Harlesiel. Foto. M. Abis
07.08.2020 Junior Ranger Wenn Junior Ranger den Kindesbeinen ein wenig entwachsen sind, wollen sie sich immer weiter qualifizieren. Dazu gehört, selber Team-Camps professionell organisieren zu können. Zum "Junior Ranger Assistenten-Camp 2020" trafen sich Jugendliche aus ganz Deutschland in Harlesiel. mehr »
Biosphärenkonzert auf dem Gulfhof Friedrichsgroden. Foto: Marlene Dreisörner

Biosphärenkonzert auf dem Gulfhof Friedrichsgroden. Foto: Marlene Dreisörner

23.07.2020 Biosphärenreservat Von Juli bis September bietet die Konzertreihe auf dem Gulfhof Friedrichsgroden musikalische und kulinarische Sinneserlebnisse aus der Region. mehr »
Das Hamsteröhrchen (Normandina pulchella), eine Flechte, auf der Insel Borkum. Foto: Christian Schmidt

Beim Flechtenworkshop gelang Tia Wessels der Erstnachweis des Hamsteröhrchens (Normandina pulchella) auf der Insel Borkum. Foto: Christian Schmidt

23.03.2020 Flechten Im Rahmen eines Workshops haben Fachleute die Flechtenwelt der Insel Borkum untersucht und dabei erstaunliche Entdeckungen gemacht. Eine kleine Sensation war der Erstnachweis des Hamsteröhrchens (Normandina pulchella) für die Insel Borkum. Diese nur wenige Millimeter kleine, versteckt im Moos lebende Art ist laut Roter Liste vom Aussterben bedroht. Insgesamt wurden binnen zwei Tagen etwa 70 Flechtenarten auf der Insel gefunden. Einige davon stellen wir in einer Bildergalerie vor. mehr »
Partnerinitiative des Nationalparks und UNESCO-Biosphärenreservats Niedersächsisches Wattenmeer

Die Mitglieder der Partnerinitiative des Nationalparks und UNESCO-Biosphärenreservats Niedersächsisches Wattenmeer hielten ihr Jahrestreffen im ATLANTIC-Hotel in Wilhelmshaven ab.
Foto: Imke Zwoch/NLPV

11.03.2020 Biosphärenreservat, Nationalpark-Partner, Partnerinitiative Rund 100 Partner des Nationalparks und UNESCO-Biosphärenreservats Niedersächsisches Wattenmeer trafen sich am Freitag, 28.02.2020 in Wilhelmshaven zum jährlichen Gedankenaustausch und zur Netzwerkspflege. mehr »
Das Orgateam mit den Projekt-Siegern des Jugendforums. Foto: Anders

Das Orgateam mit den Projekt-Siegern des Jugendforums. Foto: Anders

Biosphärenreservat Anlässlich des Jubiläums „40 Jahre Biosphärenreservate in Deutschland“ fand im September erstmalig das deutsche „Mensch und Biosphäre (MAB) –Jugendforum“ statt. Vier Tage lang haben sich 30 junge Erwachsene aus Deutschland und Österreich im UNESCO-Biosphärenreservat Rhön vernetzt und sich zum Thema „Nachhaltig leben und wirtschaften in Biosphärenreservaten“ ausgetauscht. mehr »