19.04.2016

Ruhe für den Sandregenpfeifer

Wegumleitung sorgt für ungestörtes Brüten im Deichvorland Krummhörn
Sandregenpfeifer im Brutgebiet Krummhörn, April 2016. Foto: André Kramer

Sandregenpfeifer im Brutgebiet Krummhörn, April 2016. Foto: André Kramer

Der Sandregenpfeifer brütet in Deutschland an Stränden und Küsten. Er ist in seinem Bestand stark gefährdet. In Niedersachsen brüten nur noch etwa 160 Paare. In der jüngst aktualisierten Rote Liste der Brutvögel Niedersachsens wird der Sandregenpfeifer als „vom Aussterben bedroht“ eingestuft. Ein Großteil der Regenpfeifer brütet im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer. Die Küste der Krummhörn ist ein höchst bedeutsames Brutgebiet für den Sandregenpfeifer. Die Vögel brüten im direkten Umfeld des Betondamms, der auch als Wanderweg zwischen Upleward und dem Leyhörn dient. „Im letzten Jahr brüteten elf Paare des Sandregenpfeifers allein in diesem Abschnitt der Krummhörner Küste. Dabei konzentrierten sich die Bruten auf ein Teilstück des Damms südlich von Diekskiel“, so Gundolf Reichert, Brutvogelexperte bei der Nationalparkverwaltung.

Um den störungsempfindlichen Sandregenpfeifern ein ungestörtes Brutgeschäft zu ermöglichen, bleibt dieses Teilstück in diesem Jahr vom 1. April bis zum 15. August für Besucher gesperrt. Bei Störungen verlassen die Vögel das Nest oder die Küken, was zu einer Gefährdung der Brut führen kann.

„Beim Aufbau der Absperrungen und Infotafeln wurden wir von Mitarbeitern des NLWKN-Betriebshofes Leybuchtpolder unterstützt“, erklärt Simon Potthast, Nationalpark-Ranger und Verantwortlicher für die Umsetzung der Schutzmaßnahmen vor Ort. Zusammen mit dem ehrenamtlichen Nationalparkwart Herald Ihnen führt er die Erfassung und den Schutz der Regenpfeifer durch.

Potthast, Ihnen und Reichert konnten bei einer Kontrolle am 12. April bereits sechs brutverdächtige Sandregenpfeiferpaare im gesperrten Wegeabschnitt erfassen. „Ein Paar sitzt sogar schon auf dem Gelege und brütet. Die Maßnahme kommt genau richtig“, freut sich Reichert.

Bis zur Aufhebung der Sperrung können Fußgänger und Radfahrer ihren Weg nach Norden bzw. Süden fortsetzen, indem sie den Weg am Deich benutzen. Eine Umleitung ist ausgeschildert.

Auch die Gemeinde Krummhörn hat der Wegesperrung zum Schutz der seltenen Brutvögel zugestimmt. Gemeinsam hoffen alle Beteiligten auf das Verständnis der Bevölkerung für die Maßnahme zum Erhalt und den Schutz der heimischen Vogelwelt.

Bei vom Aussterben bedrohten Arten zählt jedes Ei und jedes Küken. Ergänzend zur Abschirmung  des Brutgebietes erhalten die Sandregenpfeifer auch Hilfe durch  Maßnahmen zum Schutz der einzelnen Gelege. Sogenannte Gelegekörbe, über die Nester gestülpt, halten Beutegreifer von den Eiern fern, während die zierlichen Elternvögel zwischen den Stäben hindurchschlüpfen können. Diese Maßnahmen zum Gelegeschutz werden in der Krummhörn und auch am Dollart von Nationalpark-Rangern und Freiwilligen umgesetzt.

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