19.02.2015

Sandabbau im Vorland Campen: Vorbeugende Maßnahmen zum Brutvogelschutz

Im Campener Vorland sollen ehemalige Spülfelder abgetragen werden, um Sand für den Deichbau zu gewinnen. Gleichzeitig werden die Flächen nach dem Bodenabtrag wieder dem natürlichen Gezeiteneinfluss ausgesetzt sein. Durch vorbeugende Maßnahmen ist sicherzustellen, dass Brutvögel im Vorfeld und während der Baumaßnahme auf umliegende Flächen ausweichen.
Luftaufnahme des Spülfeldes bei Campen

Foto: NLWKN

Krummhörn/ Aurich / Wilhelmshaven – Südlich des Campener Leuchtturms beginnen in den nächsten Tagen vorbereitende Arbeiten für die geplante Sandentnahme im Deichvorland. Ab dem Frühjahr soll dort, voraussichtlich bis 2017, aus den hochgelegenen Spülfeldern Sand abgebaut werden, der anschließend für die Erhöhung der Deichstrecke zwischen Campen und Pilsum verwendet wird.

Im Rahmen des derzeit laufenden Zulassungsverfahrens für den Bodenabbau erfolgt eine Abstimmung zwischen der Nationalparkverwaltung, dem NLWKN (Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz), dem Landkreis Aurich und der Deichacht Krummhörn mit dem Ziel, die Maßnahme naturverträglich umzusetzen.

Durch die Anfang der 1980er Jahre – vor Einrichtung des Nationalparks - erfolgten Aufspülungen liegen die Flächen zum Teil mehr als drei Meter über dem Meeresspiegel und werden selbst bei Sturmfluten nur noch selten überspült, so dass sie der natürlichen Dynamik der Vorlandentwicklung weitgehend entzogen sind. Ein Bodenabbau im Nationalpark kommt nur deshalb in Frage, weil der Abtrag eine Maßnahme zur Renaturierung darstellt. 

An den Details wird noch gefeilt, aber schon jetzt gilt es dafür zu sorgen, dass sich Vögel nicht die geplante Abbaufläche als Brutrevier aussuchen, sondern gleich auf andere Flächen ausweichen. Deshalb wurde das Gelände jetzt sehr früh gemäht, und voraussichtlich in der kommenden Woche werden Stäbe mit Flatterband aufgestellt. Diese einfache Maßnahme hat sich unter anderem bereits 2011 und 2012 im Jarssumer Polder bewährt, um Verlusten von Gelegen oder Jungvögeln vorzubeugen.

Gemähter Bereich im Vorland Campen, Februar 2015. Foto: NLWKN

(Gemeinsame Presseinformation des NLWKN und der Nationalparkverwaltung)

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