22.08.2019

Schutzmaßnahmen für Eisteiche

Nadelkraut (Crassula helmsii). Foto: Nationalparkverwaltung

Nadelkraut (Crassula helmsii). Foto: Nationalparkverwaltung

Die Insel Wangerooge bietet mit einer Vielzahl von Kleingewässern besondere, wertvolle Lebensräume für bedrohte Arten wie den Strandling (eine Wegerichpflanze) oder die Kreuzkröte. Der Erhalt dieser Gewässer mit ihrem natürlichen Artenspektrum ist deshalb ein besonderes Anliegen der Nationalparkverwaltung. In einem ehemaligen Eisteich auf Wangerooge hat sich nun das Nadelkraut (Crassula helmsii) angesiedelt. Wir haben im Newsletter schon mehrfach über diesen Neophyten berichtet, der durch rasches Wachstum Lebensräume vollständig für sich erobern und damit heimische, häufig gefährdete Arten verdrängen kann. Auf Norderney hat sich das Nadelkraut in Gewässern und auch im feuchten Grünland bereits so etabliert, dass eine komplette Beseitigung nicht mehr möglich ist. Auf Wangerooge ist bisher nur dieser eine Standort vom Vordringen des Nadelkrauts betroffen. Deshalb hat die Nationalparkverwaltung Managementziele und eine Maßnahmenplanung erarbeitet, um die Feuchtlebensräume auf Wangerooge vor der Ausbreitung des Nadelkrauts in diesem frühen Stadium zu schützen und das vorhandene Vorkommen auf Dauer zu beseitigen. Der Planung ging eine rechtliche Prüfung voraus.

Gebietsfremde Gehölze wie z. B. Traubenkirsche oder Apfelbeere lassen sich durch Entnahme der Einzelpflanzen gut in Schach halten. Die bis zu über 1 m langen, weichen Stängel des Nadelkrauts bilden jedoch dichte Teppiche, die durch Abgraben o.ä. nicht eindämmbar sind. Deshalb soll das betroffene Gewässer auf Wangerooge verfüllt und zu einer Düne entwickelt werden. Im Gegenzug werden benachbart vorhandene Bombentrichter für typische Pionierarten von Kleingewässern wie den Strandling oder die Kreuzkröte zu einem nährstoffarmen Gewässer optimiert.

Die Maßnahme kann im Spätsommer umgesetzt werden. Von Vorteil ist die trockene Witterung, die eine starke Ausbreitung des Nadelkrautes im betroffenen Eisteich in 2019 bisher verhindert hat. Trockene Verhältnisse müssen bei der Ausführung der Maßnahme vorherrschen, damit Bagger, Fahrzeuge, Arbeitsgeräte und Personen nicht mit dem Nadelkraut in Kontakt kommen. Ein kleiner verschleppter Abschnitt der Pflanze kann - an anderer Stelle eingebracht - großen Schaden anrichten. Wer – auch außerhalb des Nationalparks und anderer Schutzgebiete - zu Fuß, mit der Angel oder dem Boot an potenziellen Crassula-Standorten wie Gewässern und Feuchtgrünland unterwegs ist, sollte deshalb vorm Verlassen des Gebiets Schuhe (und ggf. Hundepfoten), Kleidung und Gerätschaften sorgfältig untersuchen und von Pflanzenresten säubern.