21.04.2018

Strandbrüter-Schutz auf Wangerooge

Themen: 
Nationalparkverwaltung und Mellumrat setzen Schutzmaßnahmen um
Zwergseeschwalbe. Foto: Jan Goedelt/www.natur-linse.de

Zwergseeschwalbe. Foto: Jan Goedelt/www.natur-linse.de

Die Ostspitze von Wangerooge war in früheren Jahren ein traditioneller Brutplatz für Vogelarten, die auf Stränden brüten. Dazu zählen unter anderem der Sandregenpfeifer und die Zwergseeschwalbe.

Diese Vogelarten nehmen im gesamten Wattenmeer in ihren Beständen ab und sind nach der Roten Liste „Vom Aussterben bedroht“. Gleichzeitig hat der Nationalpark eine besonders hohe Verantwortung beim Schutz dieser Arten, da diese fast ausschließlich nur noch hier brüten.

Im Osten Wangerooges hat sich zudem die Fläche geeigneter Lebensräume verkleinert. Hinzu kamen Störungen während der Brutzeit, obwohl der Brutbereich innerhalb der Ruhezone (höchste Schutzkategorie) des Nationalparks liegt. Dabei passieren Störungen durch Spaziergänger in der Regel unabsichtlich, da Strandbrüter relativ kleine, unauffällige Vögel sind und leicht übersehen werden können. Dies hat insgesamt dazu geführt, dass sich Sandregenpfeifer und Zwergseeschwalbe seit Jahren nicht mehr im Inselosten angesiedelt haben.

Neue Hoffnung gibt es seit der letzten Brutzeit, als die Naturschutzwarte des Mellumrates ein Brutpaar des Sandregenpfeifers an der Ostspitze feststellten. Diese Entwicklung nehmen die Nationalparkverwaltung Niedersächsisches Wattenmeer und der Naturschutzverein Der Mellumrat e.V. zum Anlass, aktive Maßnahmen zum Schutz der Strandbrüter vor Ort umzusetzen.

Strandbrüter sind sehr störungsempfindliche Brutvögel, die bei Annäherung durch Menschen das Nest oder die Küken verlassen. Für die Dauer der Brut- und Aufzuchtzeit wird in diesem Jahr das Brutgebiet der Sandregenpfeifer an der Ostspitze von Wangerooge abgezäunt. Strandbesucher sind dazu aufgefordert, die Markierungen der beruhigten Bereiche nicht zu übertreten. So kann jede Gefährdung der Brut vermieden werden. Jeder Einzelne kann zum Schutz der gefährdeten Strandbrüter beitragen. Strandbesucher haben nach wie vor die Möglichkeit, die Ostspitze der Insel ungehindert zu umrunden.

Die Maßnahmen finden in Abstimmung mit der Gemeinde Wangerooge statt. Nach Beendigung des Brutgeschäftes werden die Flächen wieder frei gegeben.

Die Nationalparkverwaltung und der Mellumrat bitten um Ihr Verständnis beim Schutz der sensiblen Inselnatur!


Maßnahmen-Bereich des Strandbüterschutzes auf Wangerooge (Karte: NLPV)

Das könnte Sie auch interessieren

Katja Just wird in ihrer traditionellen Tracht bei der ITB die schleswig-holsteinischen Nationalpark-Partner vertreten. ©Stock/LKN.SH

04.03.2019 Weltnaturerbe, Jubiläum, ITB Bei gleich zwei Anlässen steht das zehnjährige Jubiläum des Weltnaturerbes Wattenmeer in dieser Woche in Berlin im Mittelpunkt. mehr »
Fliegende Kornweihe. Foto: Reno Lottmann

Kornweihe. Foto: Reno Lottmann

01.03.2019 Kornweihe, Forschung, Artenschutz Trotz optimaler Brut- und Nahrungsbedingungen droht der Brutbestand der Kornweihe auf den niedersächsischen Wattenmeerinseln zu erlöschen. Zu diesem Ergebnis kommt eine jetzt veröffentlichte Langzeitstudie, die von der DBU gefördert wurde. Da Kornweihen zu den Zugvögeln zählen, müsse international – also auch entlang der Zugrouten und in Rast- und Überwinterungsgebieten – nach den Gründen geforscht werden, so die DBU. mehr »
Teilnehmer*innen des Auftakts zur Beratung über die Entwicklungszone des Biosphärenreservats Niedersächsisches Wattenmeer

Teilnehmer*innen des Auftakts zur Beratung über die Entwicklungszone des Biosphärenreservats Niedersächsisches Wattenmeer. Foto: Görlich / NLPV

28.02.2019 Biosphärenreservat, Entwicklungszone Im Bürgerhaus der Biosphärenreservats-Gemeinde Sande trafen sich gestern 35 Bürgermeister*innen und Kommunalvertreter*innen aus 18 Insel- und Küstengemeinden zum Auftakt der Beratungsphase für die inhaltliche Ausgestaltung der Entwicklungszone des UNESCO-Biosphärenreservats Niedersächsisches Wattenmeer . mehr »
Gruppenfoto Partnerinitiative Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer. Foto: Hofmeister / NLPV

Teilnehmer*innen des Treffens der Partnerinitiative in Wilhelmshaven. Foto: Hofmeister / NLPV

22.02.2019 Partnerinitiative, Biosphärenschule Beim Jahrestreffen der Partnerinitiative des Nationalparks und UNESCO-Biosphärenreservats Niedersächsisches Wattenmeer wurden erstmals fünf Biosphärenschulen ausgezeichnet. Das Netzwerk umfasst jetzt 233 Partner. mehr »

Schnuppertage im Multimar Wattforum | © Franke / LKN.SH

11.02.2019 Vom 15. Februar bis zum 17. März 2019 lädt das Nationalpark-Zentrum Multimar Wattforum Multiplikatoren aus der Nationalpark-Region zum Erkunden der großen Wattenmeerausstellung nach Tönning ein. mehr »