07.05.2020

"Take away"-Kunst in der Nationalparkverwaltung

Eine von der Kunsthalle Wilhelmshaven geplante Ausstellung mit Wattenmeer-Bezug, in deren Rahmen auch Aktionen in Kooperation mit der Nationalparkverwaltung geplant waren, musste Corona-bedingt ausfallen. Aus der Not entstand die pfiffige (mittlerweile bundesweit beachtete) Idee, stattdessen die Kunstwerke an Interessierte auszuleihen. So erfreuen sich die Mitarbeiter*innen der Nationalparkverwaltung an einem Radiolaren-Modell, das im Eingangsbereich ins Auge springt.
Radiolaren-Modell von Reiner Maria Matysik im Eingangsbereich der Nationalparkverwaltung. Foto: NLPV

Radiolaren-Modell von Reiner Maria Matysik im Eingangsbereich der Nationalparkverwaltung. Foto: NLPV

KOMM, NIMM MICH, unter diesem Motto hatte die Kunsthalle Wilhelmshaven eine Ausstellung des Künstlers Reiner Maria Matysik geplant, die den Lebensraum Wattenmeer, die mächtige Kraft des Wassers, die Künstlichkeit der Trennung von Wasser und Land sowie den stetig ansteigenden Meeresspiegel thematisiert. Ein Thema, das uns an der Küste alle bewegt. Was lag da näher als eine Kooperation mit der Nationalparkverwaltung Niedersächsisches Wattenmeer. Neben Aktionen an der Küste war dazu auch ein Symposium mit Künstlern und Wissenschaftlern zu dem Thema der Ausstellung geplant. Dies muss jetzt, wie die Ausstellung selber, ausfallen.

Die Kunsthalle hat es nun geschickt geschafft, aus der Not eine Tugend zu machen und das Thema der Ausstellung mit der aktuellen Corona-Lage verbunden. Da die Menschen nicht zu den Kunstwerken kommen können, sollen die Kunstwerke zu den Menschen kommen. Daraus ist eine bundesweit beachtete Aktion entstanden, bei der die Kunstwerke an interessierte Menschen für die geplante Dauer der Ausstellung ausgeliehen werden. Auch die Nationalparkverwaltung hat eines der Kunstwerke in ihre Räume geholt.

 NLPV

Radiolaren-Modell von Reiner Maria Matysik im Eingangsbereich der Nationalparkverwaltung. Foto: NLPV

Es handelt sich um eines von vielen Radiolarien-Modellen. Diese auch Strahlentierchen genannten, mikroskopisch kleinen Organismen haben ein Skelett aus Opal (Siliziumdioxid), das es in den verschiedensten Formen gibt. Radiolarien leben ausschließlich im Meer als Plankton, die meisten Arten bevorzugen allerdings wärmere Gewässer als die Nordsee. Der berühmte Meeresforscher Ernst Haeckel studierte sie bereits im 19. Jahrhundert und veröffentlichte Zeichnungen bzw. Lithografien in seinem Buch „Kunstformen der Natur“. Ein Teil dieser faszinierenden Formenvielfalt sollte mit den vergrößerten Radiolarienskeletten in der Ausstellung gezeigt werden.

Buchtitel und Radiolarien-Seite aus Ernst Haeckels "Kunstformen der Natur" (Komplettausgabe veröffentlicht 1904), Bildquellen: https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=1122030  und  https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=43541558

 

 

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