28.12.2016

Toter Zwergwal an der Wesermündung

Ein Mitarbeiter der Nationalparkverwaltung begutachtet den toten Zwergwal. Foto: Imke Zwoch / Nationalparkverwaltung

Ein Mitarbeiter der Nationalparkverwaltung begutachtet den toten Zwergwal. Foto: Imke Zwoch / Nationalparkverwaltung

Spaziergänger entdeckten an der Wattkante an der Wesermündung bei Blexen einen toten Wal, der mit der Sturmflut der vorletzten Nacht dort angespült und heute von Mitarbeitern der Nationalparkverwaltung in Augenschein genommen wurde. Es handelt sich um einen männlichen Zwergwal (auch  Minkwal genannt), mit einer gemessenen Länge von etwa 7,20 m ein ausgewachsenes Tier. Dem Verwesungszustand nach zu urteilen, ist das Tier bereits seit ein oder zwei Wochen tot. Äußere Verletzungen sind nicht erkennbar.

Auf einer abgelegenen Sandbank könnte solch ein Kadaver der Natur überlassen werden, wenige Meter von einem viel begangenen Spazierweg am Deichfuß entfernt wäre das jedoch nicht vertretbar. Der Kadaver wird voraussichtlich morgen von der Stadt Nordenham zur Tierkörperverwertung transportiert. Vorab wurde eine Gewebeprobe entnommen.

Zwergwale gehören zur Unterordnung der Bartenwale und innerhalb dieser zur Familie der Furchenwale. Sie leben vorwiegend im Nordatlantik und Nordpazifik, werden jedoch gelegentlich in Küstennähe und Flussmündungen beobachtet. Totfunde an der Wattenmeer-Küste und auf den Inseln sind eher selten.

Der Totfund bei Blexen zog heute eine Menge Schaulustige an. Die Nationalparkverwaltung bittet darum, gebührenden Abstand vom Kadaver zu halten. Mittlerweile wurde eine Absperrung installiert. "Es handelt sich um einen verwesenden Leichnam, der im rutschigen Schlamm liegt. Wir möchten nicht, dass jemand absichtlich oder versehentlich mit dem Kadaver in Berührung kommt" warnt Arndt Meyer-Vosgerau, Naturschutzdezernent der Nationalparkverwaltung. "Zudem ist es Unbefugten verboten, sich Tiere streng geschützter Arten - ob tot oder lebendig - oder Teile davon anzueignen". Also: Finger weg vom toten Wal!

Offiziell und professionell präparierte Zwergwal-Skelette nebst spannenden Erläuterungen kann man zum Beispiel im Überseemuseum Bremen oder im Nationalparkhaus Juist bestaunen.

Furchen (Unterkiefer, links) und Barten des Zwergwals sind noch zu erkennen. Foto: Imke Zwoch / Nationalparkverwaltung

 

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