12.05.2017

Über Kontinente hinweg

Weltzugvogeltag wirbt für nachhaltigen Umgang mit natürlichen Ressourcen, der Zugvögeln und Menschen gleichermaßen zugutekommt
Der Alpenstrandläufer – rastender Zugvogel im Wattenmeer

Vogelzug weltweit: Hier der Alpenstrandläufer – rastender Zugvogel im Wattenmeer. Foto: André Kramer/Nationalparkverwaltung

Am 10. Mai war Weltzugvogeltag, der dieses Wochenende, am 13. und 14. Mai, international gefeiert wird. 2006 wurde der Weltzugvogeltag vom Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) zum Schutz der Zugvögel weltweit ins Leben gerufen. Rund um das Thema Zugvögel gibt es in der Woche um den 10. Mai Veranstaltungen, die darauf hinweisen, welch enormen Belastungen die Zugvögel trotzen, wie gefährdet sie aber dennoch sind.

Internationalität spielt beim Vogelzug eine bedeutende Rolle. Weltweit gibt es acht verschiedene Vogelzugrouten. Die Zugvögel, die am niedersächsischen Wattenmeer Rast machen, nutzen den Ostatlantischen Zugweg. Sie haben ihre Brutgebiete weit im Norden, das heißt sie brüten in der Arktis, Kanada, Island, Skandinavien oder Sibirien. Wegen des in der Arktis früh einsetzenden Winters und des damit verbundenen knappen Nahrungsangebots müssen sie den Winter allerdings woanders verbringen. Dazu fliegen die Zugvögel bis nach Südeuropa oder Westafrika, einige sogar bis nach Südafrika. Damit betragen die Strecken teils bis zu 10.000 Kilometer – ohne Pause nicht machbar für die Tiere. Das ist auch der Grund, weshalb jährlich zehn bis zwölf Millionen Zugvögel Halt im Wattenmeer machen. Sie ruhen sich aus und stärken sich für den weiteren Weg. Allein im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer sind es jährlich zwei Millionen.

Das Wattenmeer hat eine so große Bedeutung für die Zugvögel, weil enorm viel Platz vorhanden ist. Diesen nutzen die Vögel, um sich im Herbst auf dem langen Flug Richtung Süden oder im Frühjahr auf dem Weg zurück in den Norden auszuruhen. Sie frischen ihre Energiereserven auf, sprich: fressen. Zum Glück bietet das Wattenmeer ein reichhaltiges Nahrungsangebot, denn die Zugvögel müssen sich für ihren weiteren Weg große Fettreserven anfressen. Teils verdoppeln sie sogar innerhalb eines Monats ihr Gewicht während der Rast am Wattenmeer.

Die Zugvögel sieht man während des Hochwassers am Rande von Salzwiesen oder hinter dem Deich, wo sie sich ausruhen und auf Niedrigwasser warten. Die gesamte Zeit des Niedrigwassers verbringen sie auf dem Watt und fressen.

Viele Zugvögel sind in ihrem Bestand gefährdet. Das kann unterschiedliche Gründe an verschiedenen Stationen auf der Route der Vögel zwischen Brut- und Winterquartieren haben. Sich stetig verändernde Lebensräume, bis hin zu deren Zerstörung, tragen dazu bei, dass Brutplätze verloren gehen oder die Vögel der Nahrungssuche nicht wie gewohnt nachgehen können. Zum Schutz der Zugvögel wurde die Wadden Sea Flyway Initiative gegründet. Diese schützt die Vögel bewusst und systematisch an allen potenziell gefährlichen Punkten auf dem Ostatlantischen Zugweg.

Zugvogeltage im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer

Die 9. Zugvogeltage im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer finden vom 14. bis zum 22. Oktober 2017 statt und bieten die Gelegenheit, die Zugvögel bei ihrer herbstlichen Rast im Wattenmeer mit fachkundiger Begleitung zu beobachten und näher kennenzulernen.

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