26.08.2017

„Ungehindert engagiert“ für den Erhalt der Küstendünenheide auf Wangerooge

Freiwilligengruppe der Stiftung proWerk Bethel aus Bielefeld kümmert sich um den Nationalpark

Die Freiwilligengruppe der Stiftung proWerk Bethel wurde am Montag von Norbert Hecker (Nationalparkverwaltung Niedersächsisches Wattenmeer, 2.v.l.) und Wangerooges Bürgermeister Dirk Lindner (rechts) begrüßt. Foto: Stenzel

Aktivurlaub der besonderen Art: In der Woche vom 20. bis 25. August waren 15 Beschäftigte der Arbeitsgruppe „Natur- und Landschaftspflege“ der Stiftung proWerk Bethel aus Bielefeld auf Wangerooge, um sich ehrenamtlich für den Naturschutz auf der Insel einzusetzen. Ziel der Maßnahmen ist es, die Gebiete der Wangerooger Küstenheide, die in ihrer räumlichen Ausdehnung und Ausprägung einzigartig für den Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer sind, durch Eindämmung eingeschleppter Pflanzenarten wie die Kartoffelrose und die Spätblühende Traubenkirsche zu erhalten und zu optimieren.

Das bereits seit 2011 laufende Projekt wird im Rahmen des von EUROPARC Deutschland koordinierten Gesamtvorhabens „Ungehindert engagiert“ durchgeführt. Die Freiwilligengruppe von Menschen mit geistig-seelischen Behinderungen wurde unterstützt von zwei Betreuern der Stiftung proWerk Bethel und der Nationalpark-Wacht des Mellumrat e.V., der die Insel Wangerooge im Auftrag der Nationalparkverwaltung naturschutzfachlich betreut. Die Planung der Pflegemaßnahmen erfolgte durch die Nationalparkverwaltung.

Zahlreiche Teilnehmer*innen waren zum wiederholten Mal auf Wangerooge, einige sind von Beginn des Projekts an dabei und bringen wertvolle praktische Erfahrungen im Umgang mit neophytischen Arten ein. Nachdem in den beiden vorangegangenen Wochen eine Gruppe der Internationalen Jugendgemeinschaftsdienste (ijgd) im westlichen Bereich der Heide gearbeitet hatte, setzten die Freiwilligen aus Bielefeld nun die Pflegemaßnahmen im süd-östlichen Bereich der Heide westlich des Ortes fort. Dies geschah zum großen Teil in Handarbeit, um die sensible natürliche Vegetation, die den Standort prägt, nicht mehr als zwingend notwendig zu beanspruchen. Die Gärtner der Gemeinde Wangerooge kümmerten sich wie in den Vorjahren zuverlässig um den Abtransport und Entsorgung der entfernten Gehölze.

Bei der Begrüßung der Teilnehmer*innen am Montag hatte Wangerooges Bürgermeister Dirk Lindner die Bedeutung der langjährigen guten Zusammenarbeit aller Beteiligten betont, die Voraussetzung sei für eine nachhaltige Naturschutzarbeit. Wenn die Heide – wie jetzt gerade – blühe, seien die Erfolge der jährlichen Arbeiten eindrucksvoll erkennbar. 

Auch Lothar Adorf, Betreuer und Initiator der Betheler Arbeitsgruppe „Natur- und Landschaftspflege“, und Norbert Hecker, Gebietsbetreuer der Nationalparkverwaltung Niedersächsisches Wattenmeer für die Insel Wangerooge, stellten einen guten Fortschritt der über sechs Jahre durchgeführten Pflegemaßnahmen fest. Gleichzeitig betonten sie, dass für den langfristigen Erhalt der einzigartigen Wangerooger Küstenheide eine Fortführung des Projekts unerlässlich sei. Diesbezüglich brachten alle Beteiligten ihre Hoffnung auf eine weitere erfolgreiche Zusammenarbeit für den Naturschutz auf Wangerooge zum Ausdruck.

Das Projekt „Ungehindert engagiert“

Im Rahmen des von EUROPARC Deutschland koordinierten Gesamtvorhabens „Ungehindert engagiert“ wurde die Kooperation zwischen der Nationalparkverwaltung und der Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel 2014 mit dem Deutschen Naturschutzpreis geehrt. „Ungehindert engagiert“ fördert das Engagement, Menschen mit Behinderungen oder sonstigem Handicap in das normale Berufsleben einzugliedern und den Wert ihrer Arbeit zu schätzen.

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