03.12.2018

Wattenagenda geht in die zweite Runde

Im Rahmen des 9. Wattenmeerforums präsentierte die Projektgemeinschaft des deutsch-niederländischen INTERREG V A-Projektes "Wattenagenda" die Ergebnisse und Maßnahmen aus der zurückliegenden vierjährigen Projektlaufzeit. Diese überzeugten insbesondere das Programmmanagement der EDR: Feierlich übergab die niedersächsische Ministerin für Bundes- und Europaangelegenheiten und Regionale Entwicklung Birgit Honé einen Förderbescheid über rund 1,7 Millionen Euro für ein Folgeprojekt „Watten-Agenda 2.0“
Die Projektgemeinschaft mit Ministerin Birgit Honé (2. von rechts) bei der Übergabe des Bewilligungsbescheides für die Watten-Agenda 2.0. Foto: Zwoch / Nationalparkverwaltung

Die Projektgemeinschaft mit Ministerin Birgit Honé (2. von rechts) bei der Übergabe des Bewilligungsbescheides für die Watten-Agenda 2.0. Foto: Zwoch / Nationalparkverwaltung

Mit rund 250 deutschen und niederländischen Fachleuten und Akteuren aus Politik, Verwaltung, Tourismus und Naturschutz fand heute die Abschlussveranstaltung des grenzübergreifenden INTERREG V A-Projektes „Watten-Agenda“ parallel zum 9. Weltnaturerbeforum in Leer statt. Die Projektgemeinschaft präsentierte die Ergebnisse und Maßnahmen aus der zurückliegenden vierjährigen Projektlaufzeit. Diese überzeugten insbesondere das Programmmanagement der EDR: Feierlich übergab die niedersächsische Ministerin für Bundes- und Europaangelegenheiten und Regionale Entwicklung Birgit Honé einen Förderbescheid über rund 1,7 Millionen Euro für ein Folgeprojekt „Watten-Agenda 2.0“ an die Projektgemeinschaft. „Das Projekt Watten-Agenda ist ein sehr erfolgreiches Beispiel für gelebte, grenzübergreifende Kooperation in Europa und gilt als Vorbild für vergleichbare Projekte“, erklärt Birgit Honé. Als Gastredner referierte der Diplom-Meteorologe und TV-Moderator Sven Plöger über Wetter und Watt. Durch die Veranstaltung führte der bekannte Moderator Ludger Abeln.

Podiumsdiskussion

Bei der Podiumsdiskussion über Perspektiven und Ansätze zur strategischen Entwicklung der Region sprachen Ministerin Birgit Honé, die Deputierten Klaas Kielstra aus der Provinz Friesland und Henk Staghouwer aus der Provinz Groningen (beide Niederlande) sowie Matthias Groote, Landrat für den Landkreis Leer und Vorsitzender der EDR, und Ilona Heijen als INTERREG-Geschäftsführerin der EDR. Die Diskussion zeigte deutlich, dass der grenzübergreifende Schutz des UNESCO Weltnaturerbes Wattenmeer als einzigartiger Naturraum im Vordergrund steht. Im Sinne einer nachhaltigen Nutzung kann das Weltnaturerbe im Zusammenspiel mit einem nachhaltigen, wertschätzenden Tourismus jedoch auch eine wirtschaftliche Bedeutung für die Region einnehmen.

Projektergebnisse Watten-Agenda

Mit zahlreichen Maßnahmen hat das Projektkonsortium die Arbeitspakete grenzübergreifend koordiniert und umgesetzt. So wurden beispielsweise zahlreiche Wattführungen und Veranstaltungen zum Welterbe-Geburtstag für Gäste und Einheimische durchgeführt. Schulungen für Gastronomen zum Einsatz regionaler und saisonaler Produkte förderten zudem die Wissensvernetzung über das Wattenmeer. Auch Radurlauber und Wanderer profitieren von den Maßnahmen. So wurde für die 423 km lange, neu geschaffene Watten-Route grenzübergreifendes Kartenmaterial und eine Wander-App entwickelt. Um vor allem nachfolgende Generationen auf die Schutzbedürftigkeit des Naturraumes aufmerksam zu machen, hatten zahlreiche Aktionen Kinder und Jugendliche im Fokus. Hierzu zählten beispielsweise ein grenzübergreifender Schüleraustausch mit Projekttagen, Junior Ranger Camps oder auch Kinderbücher mit Geschichten rund ums Watt.

Gastvortrag Sven Plöger „Watt & Wetter in mehr als 2 Minuten und 19 Sekunden“

Einen krönenden Abschluss der Veranstaltung bildete der Vortrag von Sven Plöger. In seinem Vortrag „Watt & Wetter in mehr als 2 Minuten und 19 Sekunden“ referierte er über die aktuellen Herausforderungen des Klimawandels sowie die Auswirkungen auf das Projektgebiet an der deutsch-niederländischen Nordseeküste. In den nächsten 20 Jahren sind effektive Maßnahmen unabdingbar, um die voraussehbaren Klimaveränderungen überhaupt noch im Rahmen halten zu können. Extremwetterlagen wie die 2018 aufgetretene Dürre sind Auswirkungen des Klimawandels. „Der globale Erfolg zur Bekämpfung des Klimawandels ist die Summe dessen, was jeder auf lokaler Ebene dafür tut. Es kommt auf jeden Einzelnen an“, resümierte Plöger.

Hintergrund Watten-Agenda

Die Watten-Agenda wird seit Oktober 2015 im Rahmen des INTERREG V A-Programms Deutschland-Nederland mit Mitteln des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) und des Ministeriums für Bundes- und Europaangelegenheiten sowie der Provinice Fryslân und Groningen kofinanziert und durch das Programmmanagement der Ems-Dollart-Region (EDR) begleitet. Auf der trilateralen Regierungskonferenz zum Schutz des Wattenmeeres 2014 in Tondern (Dänemark) unterzeichneten zahlreiche Tourismus- und Naturschutzorganisationen eine gemeinsame „Strategie für nachhaltigen Tourismus im Weltnaturerbe Wattenmeer“. Zur Umsetzung dieser Strategie verstärkte sich in den letzten drei Jahren auch die grenzübergreifende deutsch-niederländische Wattenmeer-Zusammenarbeit, die einen nachhaltigen und wertschätzenden Tourismus zum Erhalt und Schutz des Wattenmeeres förderte.

Projektgebiet und -partner der Watten-Agenda

Das Projektgebiet erstreckt sich von der niederländischen Küste der Provinzen Fryslân und Groningen über Ostfriesland bis zur Weser auf deutscher Seite und umfasst auch das maritim geprägte Binnenland. Zu den Projektpartnern gehören die Provincie Fryslân, Marketing Groningen, die Internationale Dollard Route e. V., die Nationalparkverwaltung Niedersächsisches Wattenmeer, Die Nordsee GmbH sowie die Ostfriesland Tourismus GmbH als Lead-Partner.

Ausblick Watten-Agenda 2.0

Im Mittelpunkt des grenzübergreifenden Folgeprojektes „Watten-Agenda 2.0“ steht die Verringerung von Umweltbelastungen im Naturraum Wattenmeer. Hierzu gehört eine nachhaltige Gestaltung von Veranstaltungen im Hinblick auf die Reduzierung von Müll im Sinne der neuen EU-Plastikstrategie. Auch Licht- und Lärmbelastungen spielen dabei eine wichtige Rolle. Unter dem Aspekt der Barrierefreiheit werden Maßnahmen zur Erschließung des Wattenmeeres zum Beispiel für Menschen mit Sehbehinderungen oder auch kognitiven Einschränkungen entwickelt.

Gemeinsame Pressemitteilung der Ostfriesland Tourismus GmbH und der Nationalparkverwaltung Niedersächsisches Wattenmeer. Pressefotos zum Download finden Sie hier.

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