01.09.2017

Wattenmeertag 2017 thematisiert Zusammenarbeit für das Welterbe

Umweltminister Stefan Wenzel eröffnet internationale Tagung in Wilhelmshaven
Teilnehmer des Wattenmeertags am 31.8.2017

V.l.n.r.: Rüdiger Strempel (Leiter Gemeinsames Wattenmeersekretariat), Bernard Baerends (Niederländisches Wirtschaftsministerium), Stefan Wenzel (Niedersächsischer Minister für Umwelt, Energie und Klimaschutz), Juliana Köhler, (Geschäftsführerin UNESCO-Weltnaturerbe Wattenmeer Besucherzentrum Wilhelmshaven), Andreas Wagner (Oberbürgermeister Stadt Wilhelmshaven), Dr. Christiane Paulus (Vorsitzende des MAB-Nationalkomitees beim Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit), Peter Südbeck (Leiter Nationalparkverwaltung Niedersächsisches Wattenmeer), Co Verdaas (Vorsitzender Waddensea Board). Foto: J. Wagner/NLPV

„Partnerschaften für das Weltnaturerbe“ – diesem Thema hat sich der 12. Wattenmeertag („Wadden Sea Day“) am 31. August 2017 in Wilhelmshaven verschrieben. Die Veranstaltung eröffnete der niedersächsische Umweltminister Stefan Wenzel. Neben Vertretern von Bund und Ländern, der Nachbarländer Niederlande und Dänemark, der involvierten Nationalparks und weiterer Partnerorganisationen nahm eine Delegation aus dem italienischen Weltnaturerbe der Dolomiten teil. Der Wattenmeertag findet jährlich statt und wird vom Gemeinsamen Wattemeersekretariat (CWSS) und der Nationalparkverwaltung Niedersächsisches Wattenmeer organisiert.

Im Mittelpunkt der diesjährigen Veranstaltung standen verschiedene Formen der Kooperation, wie die kommunen- und sektorenübergreifende Bildungsarbeit im dänischen Teil des Wattenmeers, Partnerschaftsansätze in Welterbestätten mit unterschiedlichen Akteuren und die multidisziplinäre und transnationale Zusammenarbeit von Wissenschaftlern der niederländischen Young Waddenacademie. Über solche und andere Themen berichteten Akteure aus allen Teilen der Wattenmeerregion, aus NGOs, Wissenschaft, Wirtschaft, Beratung und Verwaltung.

In seiner Begrüßung betonte Umweltminister Stefan Wenzel die Bedeutung der vertieften internationalen  Zusammenarbeit: „Jedes Welterbe braucht aktive Partner auf allen gesellschaftlichen Ebenen. Der Schutz unserer einmaligen Natur ist und bleibt eine Länder und Generationen übergreifende Aufgabe. Weltnaturerbe sind wunderbare Lernorte und Erlebnisangebote für Jung und Alt.“

Mechthild Rössler leitete das Symposium thematisch ein: “In den über 25 Jahren, die ich für das Welterbezentrum arbeite, habe ich gesehen, dass langzeitiger Schutz vor allem auf erfolgreichen Partnerschaften beruht.“ Die Direktorin des UNESCO-Welterbezentrums in Paris ließ es sich trotz terminlicher Verhinderung nicht nehmen, zum Tag beizutragen, und begrüßte die etwa 90 Teilnehmer per Videobotschaft. „Die internationale Zusammenarbeit zwischen Dänemark, Deutschland und den Niederlanden zum Schutz des gesamten Wattenmeers mit Hilfe der Welterbekonvention ist ein Leuchtturm, ein Beispiel der Exzellenz für transnationale Zusammenarbeit und Partnerschaft“, so Rössler.

Am Nachmittag erörterten die Referenten in einer Podiumsdiskussion die vorgetragenen Ansätze und ihre Bedeutung für das Weltnaturerbe Wattenmeer. Trotz unterschiedlicher Auslegungen und Ansätze gab es den übergreifenden Konsens, dass das Wattenmeer und dessen außergewöhnlicher universeller Wert geschützt und für zukünftige Generationen erhalten werden müssen. Es gelte daher, die Besucher und Bewohner der Wattenmeerregion für diesen einzigartigen Naturraum zu gewinnen und sie zu Botschaftern für die Naturschutz und Nachhaltigkeit zu machen. Aktive Partnerschaften zwischen Akteuren innerhalb der Wattenmeerregion und darüber hinaus seien hierfür ein unverzichtbares Mittel.

Eine italienische Delegation reiste eigens aus dem Weltnaturerbegebiet Dolomiten zum Wattenmeertag. Das Team der Stiftung Dolomiten UNESCO pflegt eine Partnerschaft des Austausches mit dem Wattenmeersekretariat und beteiligte sich im März auf der ITB Berlin an dem Gemeinschaftsstand des Weltnaturerbes Wattenmeer. „Die Dünen am Wattenmeer und die steinigen Bergspitzen der Dolomiten scheinen sehr unterschiedlich“, sagt Marcella Morandini, Direktorin der Stiftung: „Dennoch gibt es Ähnlichkeiten, nicht nur im Sinne der Auswahlkriterien für die Eintragung in die Welterbeliste, sondern weil sie die Besonderheit teilen, sich über viele administrative und sprachliche Grenzen zu erstrecken.“ Morandini präsentierte in ihrem Beitrag die Herausforderungen und Erkenntnisse der sektorenübergreifenden Zusammenarbeit in ihrer Welterbestätte.

Im Rahmen des abschließenden Empfangs feierte das Gemeinsame Wattenmeersekretariat sein 30-jähriges Bestehen. Das 1987 gegründete und in Wilhelmshaven ansässige Büro koordiniert die trilaterale Zusammenarbeit Dänemarks, Deutschlands und der Niederlande zum Schutz und Erhalt des Wattenmeers und hat den Eintrag der Stätte in die Welterbeliste maßgeblich vorangetrieben.

Gemeinsame Pressemitteilung des Gemeinsamen Wattenmeersekretariats und der Nationalparkverwaltung Niedersächsisches Wattenmeer

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