20.12.2019

Weltrangerkongress in Nepal

Themen: 
Der Beruf der Rangerinnen und Ranger ist weltweit sehr unterschiedlich. Doch sie alle eint die Liebe zur Natur. Über 550 Teilnehmer*innen aus 72 Ländern trafen sich im November 2019 zum Austausch im Chitwan Nationalpark in Nepal. An fünf Tagen wurden Vorträge und Workshops abgehalten und Kontakte geknüpft. Im Fokus des neunten und bislang größten Kongresses standen u. a. die Themen „Rangerinnen“, „Technologie“ und „Kompetenz“.

Während in vielen Teilen der Welt immer noch ein deutlicher Männerüberhang im Rangerwesen herrscht und Frauen es häufig schwer haben, als Rangerin Fuß zu fassen oder bei der Arbeit mit unterschiedlichsten Problemen zu kämpfen haben, findet ein Umdenken statt. Besonders in Afrika werden mehr und mehr Frauen zu Rangerinnen ausgebildet. Ein Beispiel dafür ist das Projekt „Akashinga“ (The Brave Ones) der International Anti-Poaching Foundation. Hier wird Frauen eine neue Perspektive geboten. Für viele der Frauen war es vorher nicht möglich, einen Beruf zu erlernen. Durch die Ausbildung als Rangerin werden sie unabhängig - und beweisen darüber hinaus eine ausgesprochen gute Eignung in ihrem Beruf. So tragen sie zwar Waffen, mussten diese bislang bei ihrem Einsatz gegen Wilderer jedoch noch nie nutzen. Ziel des Projektes ist, bis 2025 insgesamt 1000 Frauen in Simbabwe auszubilden.

Beim Thema Technologie zeigte sich, dass die Cybertracker-App, die auch unsere Ranger*innen nutzen, weiterhin in vielen Schutzgebieten das Mittel der Wahl ist. Um die Datenausgabe jedoch noch komfortabler zu machen oder auch, um in Echtzeit sehen zu können, was im Gebiet passiert, gibt es hier mittlerweile Software, die auf Cybertracker aufsetzt und viele erweiterte Möglichkeiten bietet.

Unser Engagement für mehr Ranger-Kompetenz („Capacity-Building“) wurde während der Poster-Session vorgestellt. Der stete Austausch im Rahmen der Wadden Sea Flyway Initiative, z. B. zur Mittwintervogelzählung oder bei Workshops zur Neuausweisung von Schutzgebieten, bei dem sowohl ein Wissenstransfer als auch materielle Unterstützung im Fokus stehen, ist ein gutes Beispiel und wurde von vielen der Anwesenden interessiert aufgenommen.

Insgesamt war es spannend zu erfahren, wie die Schutzgebietsbetreuung in anderen Ländern organisiert wird. Neben großen Unterschieden gab es auch große Gemeinsamkeiten. Eindrucksvoll zu sehen war dies beim Strandbrüterschutz. Denn am anderen Ende der Welt, in Australien, heißt der zu schützende Vogel zwar Kappenregenpfeifer (Thinornis cucullatus) anstatt Seeregenpfeifer, die Probleme und die daraus resultierenden Schutzbemühungen für den kleinen Vogel sind jedoch nahezu identisch.

Einen kleinen Eindruck vom Nationalpark und seinen urzeitlich anmutenden Bewohnern, den Panzernashörnern (Rhinoceros unicornis) und den Gangesgavialen (Gavialis gangeticus), konnte man auf einer frühmorgendlichen Jeepsafari bekommen. Die Nashörner, deren Wildereiquote in Nepal mittlerweile bei 0 % angelangt ist, zeigten sich mitunter sogar im Ort und spazierten sichtlich unbeeindruckt von den Gästen aus aller Welt beim Kongress vorbei.

Organisiert wird der Weltrangerkongress von der International Ranger Foundation. Mehr Informationen zur IRF gibt es hier: https://www.internationalrangers.org/

Für mehr Informationen zum Projekt „Akashinga“ klicken Sie hier: https://www.iapf.org/akashinga/

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