15.08.2019

„Zugvogelmusik“ präsentiert geflügelte Weltenbummler im Neuen Theater Emden

Nationalpark unternimmt mit acht Bands aus acht Ländern in acht Sprachen eine musikalische Reise entlang des Zugwegs unserer Wattenmeer-Zugvögel
Auch in diesem Jahr gehören Wakassa mit kongolesischer Musik zum line-up des Zugvogelmusik-Konzerts. Foto: Melanie Stegemann

Auch in diesem Jahr gehören Wakassa mit kongolesischer Musik zum line-up des Zugvogelmusik-Konzerts. Foto: Melanie Stegemann

Am Freitag, dem 13. September 2019, werden die Zugvögel des Wattenmeeres einen ersten Zwischenstopp auf ihrem Weg in die Überwinterungsgebiete machen: im Neuen Theater Emden. Während des zum ersten Mal dort gastierenden „Zugvogelmusik“-Konzerts stellen ausgewählte Vogelarten wie Zwergseeschwalbe, Trauerente und Großer Brachvogel die vielseitige Musik von Künstler*innen vor, die sie entlang ihrer zweimal jährlich stattfindenden Reise zwischen Nordeuropa und Westafrika erlebt haben und die sie nun während ihrer Rast im UNESCO-Weltnaturerbe Wattenmeer präsentieren.

„Das Publikum kann sich auf eine außergewöhnliche, mitreißende Bühnenshow freuen, die voller vogelkundlicher Geschichten und musikalischer Überraschungen steckt“, erklärt Peter Südbeck, Nationalpark-Leiter, Ornithologe und Mitinitiator der „Zugvogelmusik“, die bereits zweimal in Oldenburg aufgeführt, ausverkauft und vom Publikum gefeiert wurde. „Zugvogelmusik bringt Natur und Kultur, Vögel und Menschen, die Tundra und das Wattenmeer auf einer Bühne zusammen. Wir schaffen damit eine Brücke zwischen verschiedenen Welten, die im Naturschutz, aber auch in der Musikszene bislang kaum beschritten wurde. Mit diesem innovativen Ansatz möchten wir neue Zielgruppen für den Wattenmeer-Schutz erreichen und für globales Verständnis und Verantwortung werben.“ Ein neues Format also, das ganz im Sinne der 11. Zugvogeltage im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer (12.-20. Oktober 2019) mit ihren vielfältigen, mehr als 250 Programmpunkten ist. Für diesen jährlichen Veranstaltungshöhepunkt des Nationalparks bildet die „Zugvogelmusik“ den großen musikalischen Auftakt.

In der abendfüllenden Show zeigen internationale Künstler*innen – selbst Wanderer zwischen verschiedenen Welten –, welch unterschiedliche Musik in den Brut-, Rast-und Überwinterungsgebieten der Zugvögel des Wattenmeeres gespielt und gesungen wird. Acht Ensembles aus acht Ländern entlang des Ostatlantischen Zugwegs der Vögel präsentieren dabei in acht Sprachen authentisch und mitreißend eine Kultur, die jedes Jahr mit den mehr als 10 Millionen Zugvögeln in die Wattenmeer-Region einwandert.

Auf der Bühne im Neuen Theater Emden gibt es an diesem Abend Musik und Tanz aus Wales (Robert Lee Fardoe, walisische und englische Pop-Folklore), Spanien (Laura la Risa, Flamenco), Kongo (Wakassa, Traditionals), Kamerun (Njamy Sitson, Bamileke), Estland (Leana & Hartwin, Folk), Portugal (Antònio de Brito, Lieder von José Afonso), Holland (Rapalje, irischer Folk) und von einem Überraschungsact aus der Region – plus anschaulich aufbereitete Informationen über die Zugvögel. Moderiert wird der Abend von Jochen Kühling, mit dessen Musiklabel Run United die Nationalparkverwaltung die „Zugvogelmusik“ kreiert hat.

Die Zugvögel und ihre musikalischen Paten:

Die Küstenseeschwalbe präsentiert in Emden eine Band aus dem Kongo. Wakassa war mit ihrem mitreißenden Mix aus moderner kongolesischer Musik und traditionellem Volksliedgut sowie ihrer eigenen Tanzchoreographie eines der Highlights des ersten Zugvogelmusik-Konzerts im Oldenburgischen Staatstheater. Die hauptsächlich aus dem Kongo stammenden Musiker leben größtenteils in Frankreich. Pierrick Nzoungani, der das Projekt 2015 gründete, ist inzwischen Wahl-Ravensburger.

Die Trauerente wünschte sich Leana & Hartwin. Das Duo kommt aus Estland, dem Partnerland der diesjährigen 11. Zugvogeltage im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer. Leana & Hartwin spielen eine Art Naturfolk, der stark von der Region beeinflusst ist, aus der die beiden kommen und wo sie auch leben: die Insel Saare in der Ostsee.

Der Sanderling lernte den Solokünstler Njamy Sitson schon auf dem ersten Zugvogelmusik-Konzert im Oldenburgischen Staatstheater kennen, als dieser für seine Aufführung bereits vor der Pause stehende Ovationen erhielt. Beide sind also alte Bekannte für gestandene Zugvogelmusik-Fans. Njamy Sitson stammt aus Kamerun, lebt in Augsburg und singt Bamilèke-Lieder im Medumba-Dialekt. Dabei vermischt er traditionelle, ausschließlich mündlich überlieferte Folklore mit eigenen Kompositionen und Texten.

Der Dunkle Wasserläufer steht auf Flamenco. Laura La Risa lebt Flamenco und damit eines der wohl bekanntesten Kulturgüter Spaniens. Die in Berlin lebende Künstlerin wird von zwei Tänzerinnen, einem Akustikgitarrenspieler sowie einer Sängerin begleitet. Im Alltag unterrichtet Laura Flamenco in ihrer eigenen Kompanie, sie choreografiert (mit ihren Flamenco-Choreografien war sie schon auf dem ersten Berliner Karneval der Kulturen dabei und hat bis heute kein Fest verpasst) und leitet Flamenco-Workshops.

Der Große Brachvogel ist ein Fan von walisischer Folklore. Robert Lee Fardoe ist zwar gebürtiger Engländer, wuchs aber in Wales auf und lebt seit 2006 in Berlin. Robert singt, wo und wann es ihm passt. Er ist ein echter umherziehender Straßenmusikant und Mitbegründer der mittlerweile übersprudelnden Open-Mic-Bühnenszene Berlins. Sein energiegeladener Auftritt auf dem Zugvogelmusik-Konzert 2018 war das Highlight des Abends. Er singt walisische Volkslieder genauso wie englischsprachige Eigenkompositionen. Robert wird begleitet vom Multiinstrumentalisten David Beck.

Die Zwergseeschwalbe entschied sich für António de Brito, der aus tiefster Leidenschaft Fado singt. Geboren in Lissabon und heute in Berlin lebend, ist er mit dem Trio Fado eine feste Größe in der deutschen und europäischen Fadista-Szene. An diesem Abend singt António Lieder des portugiesischen Revolutionsmusikers José Afonso, genannt Zeca. Dessen Lied „Grandôla, Vila Morena“ war das Startsignal der friedlichen Nelkenrevolution in Portugal (1974).

Die Lachmöwe hat es mit Rapalje, einer weithin bekannten Folkband aus Holland. Sie leben gleich um die Emder Ecke in Groningen und sind mit ihrem irischen Folk in ganz Europa ein Name. Die vier Vollblutmusiker (einige von ihnen spielen in ihrer Freizeit auch Straßenmusik) spielen an diesem Abend Lieder ihrer gerade erschienenen neuen CD.

Weitere Informationen:

www.zugvogelmusik.de, www.zugvogeltage.de

Tickets: Online bei www.adticket.de sowie an den bekannten Emder Vorverkaufstellen

Ansprechpartnerinnen:

Anke Hofmeister, 04421-911157,
Imke Zwoch, 04421-911290,

Nationalparkverwaltung Niedersächsisches Wattenmeer, Virchowstr. 1, 26382 Wilhelmshaven, T: 04421-9110, F: 04421-911280, E: poststelle@nlpv-wattenmeer.niedersachsen.de

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