22.02.2019

Zupacken für mehr Nachhaltigkeit

Jahrestreffen der Partnerinitiative des Nationalparks und UNESCO-Biosphärenreservats Niedersächsisches Wattenmeer: Erstmals Biosphärenschulen ausgezeichnet – Netzwerk umfasst jetzt 233 Partner
Gruppenfoto Partnerinitiative Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer. Foto: Hofmeister / NLPV

Teilnehmer*innen des Treffens der Partnerinitiative in Wilhelmshaven. Foto: Hofmeister / NLPV

„Inspiration durch Austausch“: In dieser Absicht trafen sich gestern 80 Partner des Nationalparks und Biosphärenreservats Niedersächsisches Wattenmeer im UNESCO-Weltnaturerbe Wattenmeer-Besucherzentrum Wilhelmshaven. Partner fühlen sich der Nachhaltigkeit besonders verpflichtet und laden mit attraktiven Angeboten ein, die unverwechselbare Natur- und Kulturlandschaft des Wattenmeerraumes kennenzulernen und mit allen Sinnen zu genießen.

In seinen einleitenden Worten erläuterte Peter Südbeck, Leiter der Nationalparkverwaltung, die Herleitung des Begriffs Partner von Teilhaber: „Partner sollen teilhaben sowohl an der gemeinsamen Verantwortung zum Erhalt des Wattenmeers, als auch am gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Erfolg der darauf fußenden Entwicklung.“ Die Aufnahme des Gebiets in die UNESCO-Liste des Welterbes der Menschheit 2009 habe viel Positives in der Region bewirkt, weshalb das 10-jährige Jubiläum dieses Jahr mit allen Partnern gebührend gefeiert wird.

Das Partnernetzwerk umfasst bislang vor allem Betriebe, Nationalpark-Führer*innen und Gemeinden. Nun wurde es um eine tragende Säule bereichert: Erstmals wurden 5 Biosphärenschulen zwischen Emden und Cuxhaven für ihr wattenmeerbezogenes Engagement in der Bildung für nachhaltige Entwicklung ausgezeichnet. Als Pioniere stehen sie für 5 verschiedene Schulformen:

  • Marie Ulfers (Grund-)Schule in Carolinensiel,
  • Berufsbildenden Schulen für den Landkreis Wittmund,
  • Amandus-Abendroth-Gymnasium in Cuxhaven,
  • Integrierte Gesamtschule Krummhörn,
  • Oberschule Borssum.

Begeistert und motiviert von Projektwochen, Arbeitsgruppen, Besuchen der Nationalpark-Häuser und Rangertouren stellten Schüler*innen der Biosphärenschulen ihre Initiativen vor und brachten ihren Stolz über die Auszeichnung zum Ausdruck. „Die Pilotphase hat viele Kollegen dazu angeregt, das Wattenmeer in ihre verschiedenen Unterrichtsfächer zu integrieren“, beschreibt Wolfgang Deutschmann, Leiter des Cuxhavener Gymnasiums, den Effekt der Auszeichnung. Berufsschüler der BBS Wittmund aus dem Bereich Ernährung und Gastronomie kreierten mit Wattenmeer-Happen und einer Wattenmeer-Torte eine nachhaltige Veranstaltungsverpflegung aus eigener Zubereitung.

Als neue Partner wurden die Ostfriesland Tourismus GmbH und die Ostfriesische Inseln GmbH zertifiziert, die sich für eine enge Verzahnung von Tourismus und Weltnaturerbe stark machen. Des Weiteren neu im Kreis sind das Café Wittbülten im Nationalpark-Haus auf Spiekeroog sowie der Gulfhof Friedrichsgroden. Der Gulfhof wird am 31.8./1.9. gemeinsam mit der Nationalparkverwaltung erstmals einen Biosphären-Markt ausrichten, eingebettet in die 2. Biosphären-Menütage (vom 31.8.-8.9.2019). Allein 2018 ist das Netzwerk um 25 neue Partner gewachsen, mittlerweile sind es 233.

Mit einem Blick über den Tellerrand erläuterte Stefan Rostock, Teamleiter Bildung für nachhaltige Entwicklung bei Germanwatch, die Dramatik des voranschreitenden Klimawandels, ließ allerdings auch hoffnungsvolle Signale erkennen. Er appellierte, der Küstenregion angesichts ihrer Betroffenheit international eine nachdrücklichere Stimme zu verleihen und statt des ökologischen Fußabdrucks den Handabdruck zu vergrößern: zupacken für mehr Nachhaltigkeit.

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