Natura 2000

Themen: 
Natura 2000 ist ein EU-weites ökologisches Netz von Schutzgebieten, das die Erhaltung und Wiederherstellung von gefährdeten Lebensräumen und Artenvorkommen von gemeinschaftlichem Interesse zum Ziel hat. Große Teile des Nationalparks Niedersächsisches Wattenmeer sind Vogel- und Lebensraumschutzgebiet von gemeinschaftlicher Bedeutung.

Natura 2000 ist die tragende Säule des Naturschutzes in der Europäischen Union. Die Einrichtung des Natura 2000-Netzes wurde 1992 durch die Verabschiedung der FFH-Richtlinie in Gang gebracht. Zusammen mit der Vogelschutz-Richtlinie setzt die FFH-Richtlinie gemeinsame Rahmenbedingungen für die Erhaltung wildlebender Tiere und Pflanzen und von Lebensräumen innerhalb der EU und ist die zentrale europäische Initiative zur Erhaltung der biologischen Vielfalt in den Mitgliedsstaaten.

Die Gebiete, die als Bestandteil des Natura 2000-Netzes ausgewiesen wurden, umfassen momentan 15-30% der Fläche der EU-Mitgliedsstaaten; die durch das Netz abgedeckte Gesamtfläche ist bereits größer als die Bundesrepublik Deutschland.

Um das Natura 2000-Netz zu verankern, wurde die Europäische Union in sieben biogeografische Regionen eingeteilt: Die atlantische, kontinentale, alpine, mediterrane, boreale, pannonische, und makaronesische Region. Für jede Region schlagen die Mitgliedsstaaten der Kommission eine Liste mit Gebieten vor, die mittels der in der FFH-Richtlinie enthaltenen Kritieren ausgewählt werden. Mit Unterstützung des Europäischen Themenzentrums für biologische Vielfalt, von unabhängigen Wissenschaftlern sowie von Experten aus den Mitgliedsstaaten und von Nicht-Regierungsorganisationen wertet die Kommission anschließend diese Vorschläge aus, um ein beständiges, zusammenhängendes und repräsentatives ökologisches Netz von Gebieten zu schaffen. Nachdem die Kommission die Gemeinschaftslisten der Natura 2000-Gebiete angenommen hat, sind die Mitgliedsstaaten (innerhalb einer gewissen Übergangszeit) dazu verpflichtet, alle notwendigen Maßnahmen zu ergreifen, um die Erhaltung ihrer Gebiete zu garantieren und ihre Zerstörung zu verhindern.

Neben einer Verbesserung der Naturschutzbemühungen bringt die Einrichtung des Natura 2000-Netzes beträchtliche ökonomische und soziale Vorteile. Hierzu zählen zum Beispiel ökosystemare Leistungen, Lieferung von Nahrung und Holzprodukten, Schaffung von Beschäftigungsmöglichkeiten (z. B. im Ökotourismus), Diversifizierung der lokalen Wirtschaft, Erhöhung der sozialen Stabilität, Verbesserung der Lebensbedingungen sowie Reduzierung lokaler Umweltprobleme wie z. B. Wasserverschmutzung.

Die Vorbereitungen für das Natura 2000-Netz finden auch in den beiden Beitrittsländern Bulgarien und Rumänien statt, die 2007 der EU beitreten werden. Zur Zeit sind diese Länder dabei, ihre Gebietslisten zu erstellen.

Natura 2000 im niedersächsischen Wattenmeer

EU-Vogelschutzgebiet sind alle Flächen des Nationalparks, mit Ausnahme der Erholungszone oberhalb der mittleren Tidehochwasserlinie (MTHW) und drei weiterer Flächen (s. Nationalpark-Gesetz - NWattNPG - §2 (2)).

FFH-Gebiet (Flora-Fauna-Habitat) sind die Ruhe- und Zwischenzonen im Nationalpark (Näheres s. §2 (3) NWattNPG).

Folgende Lebensraumtypen von EU-weiter Bedeutung sollen im nds. Wattenmeer besonders geschützt werden:

* entkalkte Dünen mit Krähenbeere (Braundünen)
* festliegende Küstendünen mit krautiger Vegetation (Graudünen
* Lagunen des Küstenraumes (Strandseen)
* Sandbänke mit nur schwacher ständiger Überspülung durch Meerwasser
* vegetationsfreies Schlick-, Sand- und Mischwatt
* flache große Meeresarme und -buchten (Flachwasserzonen und Seegraswiesen)
* Riffe
* einjährige Vegetation mit Queller und anderen einjährigen Arten auf Schlamm und Sand (Quellerwatt)
* Schlickgrasbestände
* atlantische Salzwiesen (Glauco-Puccinellietalia maritimae)
* Primärdünen
* Weißdünen mit Strandhafer
* Dünen mit Sanddorn
* Dünen mit Kriechweide
* bewaldete Dünen der atlantischen Region
* feuchte Dünentäler
* Ästuarien
* oligo- bis mesotrophe stehende Gewässer.

Besonderen Schutz genießen Seehund, Schweinswal, Meerneunauge und Sumpf-Glanzkraut.
 

Das könnte Sie auch interessieren

Ankunft der Schulbienen am AAG. Foto: Frisch

Die Garten-AG freute sich über die Ankunft der Schulbienen am AAG. Links im Bild die stellvertretende Schulleiterin Anne Meyer. Foto: Frisch

26.06.2018 Biosphärenschule Wieviel Liter Wasser werden zur Herstellung einer Tomate benötigt? Wie groß sind die Plastikstrudel im Ozean? Wie wird ein Deich gebaut und was macht den Lebensraum Wattenmeer so besonders? Anschauliche Antworten auf diese und ähnliche Fragen gaben die Neuntklässler*innen des Amandus-Abendroth-Gymnasiums (AAG) in Cuxhaven, einer von fünf angehenden Biosphärenschulen, gestern auf ihrem Schulfest. mehr »
Teilnehmerinnen und Teilnehmer des GEO Tags der Natur vor dem Conversationshaus auf Norderney. Foto: Michael Räder

Ob Junior Ranger oder Senior Experte, ob Ornithologin oder Freiwillige: Auch die Teilnehmerschar des GEO Tags auf Norderney repräsentierte eine breite „Artenvielfalt“. Foto: Michael Räder

22.06.2018 Biodiversität, GEO Tag der Natur, Norderney Vom Junior Ranger bis zur Senior Expertin: Beim "GEO Tag der Natur" auf Norderney wurde die Artenvielfalt des Wattenmeeres wieder eindrucksvoll belegt. mehr »
Knutt, Jungvogel. Foto: Marcus Säfken.

Knutt, Jungvogel. Foto: Marcus Säfken.

13.06.2018 Zugvogeltage Der Juni-Beitrag unseres Zugvogeltage-Countdowns widmet sich dem Knutt - und seinen Problemen mit dem Klimawandel. mehr »
Die frisch gebackenen Junior Ranger mit Vertretern der beteiligten Organisationen am Strand von Harlesiel.

Die frisch gebackenen Junior Ranger mit Vertreter*innen der Nationalpark- und Biosphärenreservatsverwaltung, des Nationalparkhauses, der Stadt- und Kurverwaltung und der Grundschule. Foto: Nationalparkverwaltung

15.06.2018 Junior Ranger, Biosphärenschule Eine nachhaltige Zukunft unserer Wattenmeerregion soll nicht nur für die nachfolgenden Generationen gestaltet werden, sondern auch gemeinsam mit ihnen. Heute wurde an der Marie Ulfers Grundschule Carolinensiel ein weiterer Meilenstein dafür gesetzt. mehr »
Mausöhrchen. Foto: Richard Czeck

Beim GEO Tag auf Norderney 2009 entdeckten Schneckenexperten dieses Mausöhrchen. Foto: Richard Czeck

13.06.2018 GEO Tag der Artenvielfalt Lautlose Jäger, flatterhafte Schmetterlinge und reitende Milben: Beim GEO Tag der Natur am kommenden Sonntag können Einheimische und Gäste der Insel Norderney in die Welt der Artenvielfalt und -forschung eintauchen. mehr »