Kegelrobben

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Lange Zeit war die Kegelrobbe im Wattenmeer verschollen. Nun ist sie wieder da und vermehrt sich erfolgreich.
Kegelrobben im niedersächsischen Wattenmeer

Sir Elton John hat ihr ein Lied gewidmet: Grey seal - die Kegelrobbe. Bei Amrum, Helgoland und Juist existieren Kolonien, die größte zwischen Den Helder und Esbjerg liegt im westlichen niederländischen Wattenmeer. Die Bestände wachsen. Um ein genaueres Bild darüber zu bekommen, führt die Nationalparkverwaltung spezielle Erfassungsflüge durch. Im Winter wird der Kegelrobbennachwuchs geboren, im Frühjahr schließt sich der jährliche Fellwechsel der größeren Tiere an - beide Lebensabschnitte bieten eine gute Gelegenheit, die Tiere an Land zu zählen. Schon die allererste Befliegung im Dezember 2005 hatte damals eine erfreuliche Überraschung parat: Auf der Kachelotplate bei Juist konnten 23 Alttiere und 19 Jungtiere gezählt werden. Ein schöner Erfolg für den Nationalpark. Wie man aus archäologischen Funden schließt, gab es vor ein paar tausend Jahren im gesamten Wattenmeer sogar mehr Kegelrobben als Seehunde.
Ihren Namen verdanken die Robben dem kegelförmigen Kopf oder den kegelförmigen Zähnen. Wer es kurioser mag: Der wissenschaftliche Name Halichoerus grypus bedeutet soviel wie 'hakennasiges Schwein des Meeres'. Bei den männlichen Tieren ist die markante, langgestreckte Kopfform besonders deutlich ausgeprägt. Im englischsprachigen Raum bezeichnet man die Kegelrobbe daher auch manchmal als 'horsehead seal'.
Anhand der Fellfärbung sind die Geschlechter gut zu unterscheiden: Die deutlich größeren Männchen haben ein dunkleres Fell, oft mit hellen Flecken, weibliche Tiere tragen ein helles Fell mit dunklen Flecken. Die jungen Kegelrobben kommen mit einem hellen, flauschigen Geburtsfell, auch ‚Lanugo’ genannt, zur Welt. Dies wird im Verlauf der ersten sechs Lebenswochen abgestoßen und durch das ‚normale’ Fell ersetzt, bevor die Jungen das erste Mal freiwillig in das nasse Element schlüpfen. Eine dicke Speckschicht schützt vor drohender Unterkühlung. Pro Tag futtern sich die kleinen Kegelrobben 1-2 Kilo an Gewicht an, so lange, bis sie etwa viermal so schwer sind wie bei der Geburt. Sollten Sie also bei einer Fahrt zu den Seehundbänken oder von den Fähren aus einmal einen besonders großen "Seehund" mit kegelförmigem Kopf sehen, haben Sie das Glück, einer Kegelrobbe begegnet zu sein.

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