07.05.2014

Gelungene Hilfe für Säbelschnäbler

Maßnahme der Nationalparkverwaltung zum Schutz der Brutvögel im Deichvorland zwischen Langwarder Groden und Fedderwardersiel zeigt Erfolge
Säbelschnäbler auf einer Insel in einer Pütte

Das Deichvorland nördlich von Fedderwardersiel bietet mit seinen Pütten nahe der Wattkante gute Voraussetzungen als Brutplatz für Säbelschnäbler. Allerdings blieben nach dem Abbau von Kleiboden für den Deichbau, bei dem die Pütten entstanden,  naturferne Strukturen wie Dämme und Hügel mit dichtem Pflanzenbewuchs zurück. „Diese Strukturen haben wir zurückbauen lassen und die Pütten naturnäher gestaltet. Inseln und Flachufer sind entstanden und bereits im ersten Jahr zeigt die Maßnahme Erfolge“, freut sich Gundolf Reichert, Ornithologe der Nationalparkverwaltung und zuständig für den Vogelschutz im Nationalpark Wattenmeer. Insgesamt halten sich dort 23 Säbelschnäbler-Paare auf, von denen 17 bereits brüten, wie Reichert bei seiner Kontrolle Anfang Mai feststellen konnte. Daneben nutzen auch Flussseeschwalben und Austernfischer die neuen Inseln.

Die Erdarbeiten hat die Firma Thieling aus Augustgroden im Auftrag durchgeführt. „Vogelschutz mit Bagger und Planierraupe, das klingt erstmal widersprüchlich, denn der Grundsatz zum Schutz der Natur im Nationalpark Wattenmeer heißt ‚Natur Natur sein lassen’, also kein Eingreifen des Menschen. An dieser Stelle ist es etwas anders. Mit dem Maschineneinsatz beseitigen wir die Folgen eines früheren menschlichen Eingriffs und setzen die natürliche Dynamik wieder in Gang“, so Reichert weiter. Gefährdete Arten wie Säbelschnäbler und Flussseeschwalbe benötigen offene Pionierstandorte ohne Bewuchs. Wegen der starken Uferbefestigung im Fedderwarder Vorland sind natürliche Prozesse wie Bodenabtrag durch die Gezeiten nicht möglich.

Säbelschnäbler und andere Vögel der Salzwiesen lassen sich vom Erlebnispfad zwischen Fedderwardersiel und Langwarder Groden gut beobachten. Zum Schutz der Vögel darf der Weg nicht verlassen werden. Hunde müssen im Nationalpark - auch auf den Wegen - ganzjährig angeleint sein. „Unsere Artenhilfsmaßnahmen greifen nur, wenn die Brutplätze auch frei von Störungen sind“, macht Reichert deutlich. „Das funktioniert nur, wenn alle Besucher im Nationalpark sich an diese Regelungen  halten.“

Luftaufnahme der umgestalteten Pütten im Deichvorland bei Fedderwardersiel

Aufnahme der abgetragenen Flächen (grau) aus der Vogelperspektive (Foto: Reichert)

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