27.02.2013

Fischerei und Naturschutz – Gemeinsamer Einsatz für eine saubere Nordsee

Land Niedersachsen und NABU starten Kooperation zum Fishing for Litter
Eingesammelter Müll vom Strand einer Ostfriesischen Insel

Oldenburg/Wilhelmshaven/Bremerhaven/Berlin – Das Land Niedersachsen und der NABU engagieren sich zukünftig gemeinsam gegen die zunehmende Vermüllung der Nordsee. In der Initiative „Fishing for Litter“ helfen niedersächsische Fischer, Abfälle aus dem Meer zu entfernen und umweltgerecht in den Häfen zu entsorgen. Der NABU schloss hierzu jetzt einen Kooperationsvertrag mit dem Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN). Weitere Projektpartner sind die Nationalparkverwaltung Niedersächsisches Wattenmeer und das Staatliche Fischereiamt Bremerhaven. „Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit. Mit dieser Kooperation kommen wir der Idee eines flächendeckenden Fishing for Litter-Systems in Deutschland einen großen Schritt näher“, sagte NABU-Präsident Olaf Tschimpke.

Im Jahr 2011 startete der NABU das erste Fishing for Litter-Projekt in der Ostsee, inzwischen beteiligen sich Fischer aus drei Ostseehäfen (Heiligenhafen, Burgstaaken/Fehmarn und Sassnitz) an der Aktion. Im Sommer 2012 gelang mit dem Hafen Norddeich der Sprung an die deutsche Nordseeküste. Der NABU koordiniert dort zukünftig den Aufbau der Logistik und die Absprache der Projektpartner in den Häfen Greetsiel, Ditzum, Dornumersiel und Neuharlingersiel. Weitere Häfen sollen im kommenden Jahr folgen. Das Projekt wird dabei mit über 66.000 Euro durch das Niedersächsische Umweltministerium gefördert. Den Fischern werden kostenlos Industriesäcke zur Müllsammlung an Bord und Container zur Abfallentsorgung in den Häfen zur Verfügung gestellt. Die gefischten Abfälle werden nicht einfach entsorgt, sondern in einer speziellen Sortieranlage auf ihre Zusammensetzung und Wiederverwertbarkeit untersucht. So wollen die Projektpartner mehr über den Müll in der deutschen Nordsee erfahren. Bisher sind verlässliche Daten zur Belastung der deutschen Meeresgebiete durch Abfälle rar. „Die Erkenntnisse aus dem Projekt können uns helfen, Maßnahmen zum Meeresschutz zu entwickeln. Damit kann das Projekt einen wichtigen Beitrag zur Umsetzung der EU-Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie leisten“, so die Dezernentin des NLWKN Ute Schlautmann. Begleitet wird das Projekt durch eine intensive Öffentlichkeitsarbeit und gemeinsame Informationsveranstaltungen der Partner.

Abfälle und insbesondere Plastikmüll sind heute ein großes Problem für die Ozeane. Geschätzte 20.000 Tonnen Müll landen Jahr für Jahr allein in der Nordsee. Die ökologischen Folgen für die Meeresumwelt sind dramatisch. Seevögel und Meeressäuger ersticken oder verhungern an den Abfällen und schon sind auch Fische, Muscheln und Kegelrobben durch Mikroplastik belastet, mit noch unabsehbaren Folgen für das marine Nahrungsnetz. „Schließlich sollten wir als Nationalparkverwaltung alles daran setzen, mögliche Gefahren für unsere Schutzgüter im Nationalpark und Weltnaturerbegebiet abzuwenden“ betont Peter Südbeck, Leiter der Nationalparkverwaltung Niedersächsisches Wattenmeer. Zugleich klagen Fischer über verunreinigte Fänge sowie kaputte Netze, und die Kommunen müssen Millionen Euro für die Reinigung von Stränden und Küsten ausgeben. Um dies zukünftig zu vermeiden, haben das Land Niedersachsen und der NABU der Müllkippe Meer nun gemeinsam den Kampf angesagt.

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