15.03.2013

„Fishing for Litter“ startet in Greetsiel und Ditzum

Themen: 
Land Niedersachsen und NABU setzen Zeichen gegen die Müllkippe Meer - Sensibilisierung der Küstenbewohner und Feriengäste
Projektpartner beim Start von Fishing for Litter in Greetsiel

Foto v.l.n.r.: Insa Steffens (Nationalpark-Haus Greetsiel), Gerald Millat (Nationalparkverwaltung), Nils Möllmann (NABU), Kirsten Dau (NLWKN), Hilke Looden (Landwirtschaftskammer), Frank Baumann (Gemeinde Krummhörn), Kim Detloff (NABU), Staatssekretärin Almut Kottwitz, Dirk Sander (Landesfischereiverband), Peter Südbeck (Nationalparkverwaltung), Gerold Conradi (Sprecher Fischer Greetsiel-Ditzum).

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Projektträger des Landes Niedersachsen sind der NLWKN (Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz), die Nationalparkverwaltung Niedersächsisches Wattenmeer und das Staatliche Fischereiamt Bremerhaven. Der NABU koordiniert den Aufbau der Logistik sowie die Abstimmung mit den Häfen und zwischen den Projektpartnern. Fishing for Litter wird dabei mit über 66.000 Euro durch das Niedersächsische Umweltministerium gefördert. Mit diesem Geld werden Sammelsäcke und Container für mindestens vier weitere Häfen angeschafft, Abfallanalysen sowie Informationsmaterialien und Veranstaltungen finanziert.

 „Mit ihrem Einsatz können unsere Fischer allein natürlich nicht die ganze Nordsee von Müll befreien. Aber was sie mit an Land bringen, kann im Meeres-Ökosystem schon mal keinen Schaden mehr anrichten“, erklärt Peter Südbeck, Leiter der Nationalparkverwaltung.

Ein zweiter wesentlicher Baustein des Projektes ist die Sensibilisierung der Küstenbewohner und Feriengäste. Die Öffentlichkeitsarbeit des Projekts in den Nationalpark-Häusern, Infozentren oder auf Hafenfesten soll auch Besucher aus anderen Bundesländern auf das Müllproblem der Nordsee und insgesamt der Weltmeere aufmerksam machen.

Dritter Baustein des Projektes ist die Analyse des abgefischten Mülls. Von ihr versprechen sich die Projektpartner weitere Erkenntnisse über Quellen und Verursacher der Abfälle, denn verlässliche Informationen zur Belastung der deutschen Meere sind bisher rar. Einen wichtigen Beitrag im Kampf gegen die „Müllkippe Meer“ leistet das Projekt auch im Sinne der EU-Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie und des regionalen Meeresschutzabkommens OSPAR. Deutschland hat sich im Jahr 2010 auf der OSPAR-Konferenz in Bergen dazu bekannt, Fishing for Litter-Initiativen zu unterstützen.

Abfälle sind heute ein großes Problem für die Ozeane. Geschätzte 20.000 Tonnen Müll landen Jahr für Jahr allein in der Nordsee. Die ökologischen Folgen für die Meeresumwelt sind dramatisch. Bis zu einer Million Seevögel und 100.000 Meeressäuger wie Wale, Delfine und Robben sterben Jahr für Jahr weltweit an den Folgen. Zugleich klagen Fischer über verunreinigte Fänge sowie kaputte Netze, und die öffentliche Hand wendet Millionen Euro für die Reinigung von Stränden und Küsten auf.

Mehr Informationen zum NABU-Projekt unter www.NABU.de/fishingforlitter

 

Für Rückfragen:

Dr. Kim Cornelius Detloff, NABU-Meeresexperte, Tel. 030-284984-1626, mobil 0152-09202205

Nils Möllmann, NABU-Projektmitarbeiter Meeresschutz, mobil 0152- 21807162

Kirsten Dau, NLWKN Betriebsstelle Brake/Oldenburg, Tel. 0441-799-2262

Dr. Gerald Millat, Nationalparkverwaltung, Tel. 04421-911-298

Thorsten Brandt, Staatliches Fischereiamt Bremerhaven, Tel. 0471-9725412

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