Schleswig-Holstein

04.12.2025 | | Monitoring im Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer

40 Jahre der Natur auf der Spur

Wissenschaftliche Daten, Fakten und Hintergründe: Darum geht es im Nationalpark-Monitoring, also den Langzeituntersuchungen rund um das Schutzgebiet. Die vielfältigen Monitoringparameter hat die Nationalparkverwaltung mit ihren Partner*innen seit Bestehen des Nationalparks 1985 aufgebaut und kontinuierlich weiterentwickelt.

So ist ein breit gefächertes, ökosystem-basiertes, standardisiertes, naturwissenschaftliches Langzeitprogramm entstanden, das durch zahlreiche Forschungsprojekte unterstützt wurde und wird.

Fortbildungstag in Flintbek

Diesem Monitoring und seiner nunmehr 40-jährigen Geschichte im Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer widmete sich vergangene Woche die Fortbildungsveranstaltung „Monitoring im Nationalpark Wattenmeer – 40 Jahre der Natur auf der Spur“ im Bildungszentrum für Natur, Umwelt und ländliche Räume in Flintbek. Die Umweltbeobachtung ist die unabdingbare Basis, auf der die Nationalparkverwaltung fundierte Schutzkonzepte erstellt, den Zustand des Schutzgebiets bewertet und entsprechend in der Öffentlichkeit darstellt.

Die rund 90 teilnehmenden Vertreter*innen von Behörden, Naturschutzverbänden, Naturschutzgebietsbetreuer*innen, Watt- und Naturführer*innen, Aktive im ehrenamtlichen Naturschutz, Studierende und Wissenschaftler*innen hörten in zehn Vorträgen, wo das Monitoring im Nationalpark aktuell steht und wie es dorthin gekommen ist. Etliche interessierte Rückfragen und Diskussionen zu jedem einzelnen Vortrag machten deutlich, wie sehr den Anwesenden das Thema am Herzen liegt.

Vorträge: Hummer-Minitoring bis KI-Nutzen

So stellte Pedro Martínez Arbizu von Senckenberg am Meer dar, mit welch vielfältigen Methoden sein Kollegium inzwischen der Natur auf der Spur ist. 

Einige dieser Methoden kamen auch in dem Vortrag von Ulrike Schückel von der Nationalparkverwaltung vor. Sie stellte das HUSAWA-Projekt vor, bei dem unter anderem Hummer und Sandkorallen erfasst werden.

Um eingewanderte Arten und eine Plattform, auf der diese sogenannten Neobiota erfasst werden, ging es in der Präsentation von Annika Cornelius vom AWI Sylt. 

Leonie Enners von der Nationalparkverwaltung stellte mit ihrem ehemaligen Kollegen Bernd Hälterlein das Brutvogel-Monitoring vor. Zur Präsentation

Stefan Garthe vom FTZ Westküste konzentriert sich bei seinem Monitoring hingegen auf Seevögel und stellte dieses in seiner Präsentation dar. Zur Präsentation

Astrid Wiggershaus hatte den Teilnehmenden unter anderem kleine Filmchen mitgebracht. In ihnen konnten alle Anwesenden mitverfolgen, wie sich die dominanten Arten in bestimmte Ausschnitten von Salzwiesen im Laufe der Zeit verändert haben. Astrid Wiggershaus kartiert Dauerbeobachtungsstellen in den Salzwiesen seit Jahrzehnten regelmäßig. Unterstützt wird sie bei ihren Arbeiten durch Doris Ziermann. Zur Präsentation

Die Perspektive der Verbände steuerten Hans-Ulrich Rösner vom WWF und Charlie Esser, Naturschutzbotschafterin auf Sylt, bei. Zur Präsentation

Nach dem Vortrag von Jörn Kohlus von der Nationalparkverwaltung und Kerstin Stelzer von Brockmann Consult GmbH zum Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) in der Umweltbeobachtung am Beispiel des Seegraswiesen-Monitoring stiegen viele Teilnehmenden mit der Frage in die Diskussion ein, ob die Möglichkeiten der KI in Zukunft die Erfassung und Beobachtung durch Menschen vor Ort überflüssig machen. Diese Frage beantworteten die Expert*innen vor Ort eindeutig mit Nein. KI kann ergänzen, aber nicht ersetzen. Zur Präsentation

„Ohne Forschung – kein Monitoring“

Kai Eskildsen, Leiter des Fachbereichs Umweltbeobachtung und Planungsgrundlagen in der Nationalparkverwaltung des Schleswig-Holsteinischen Wattenmeers, geht Ende des Jahres in Ruhestand. Er stellte fachliche und persönliche Meilensteine der vergangenen 30 Jahre vor und hob dabei die zwingende Verbindung von Monitoring und begleitender Forschung hervor. „Ohne Forschung – kein Monitoring“ so seine Aussage, die er mit Ergebnissen der verschiedenen, gemeinsamen Großforschungsvorhaben während seiner Dienstzeit untermauerte. Zur Präsentation

Dank an Kai Eskildsen

Etliche der anwesenden, langjährigen Wegbegleiter*innen nutzen die Chance, auch ihre eigenen Anekdoten und ihren Dank beizusteuern. Die Planung des Tages lag bereits bei Moritz Padlat und Dr. Ulrike Schückel von der Nationalparkverwaltung, so dass das Programm auch etliche persönliche Überraschungen für den bisherigen Organisator dieser Veranstaltung bereithielt.

Gut gefüllter Saal mit Blick auf eine Leinwand und eine Vortragende.
Rund 90 Teilnehmende zählte die Fortbildungsveranstaltung „Monitoring im Nationalpark Wattenmeer – 40 Jahre der Natur auf der Spur“ im Bildungszentrum für Natur, Umwelt und ländliche Räume in Flintbek.

© Alexandra Schnurr / LKN.SH

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