Schleswig-Holstein

15.07.2025 |

Ausgestorbener Stechrochen im Netz

Als „ausgestorben oder verschollen“ gilt der Gewöhnlichen Stechrochens (Dasyatis pastinaca) laut aktueller Roter Liste. Trotzdem machte nun ein Krabbenfischer beim Hieven im Bereich des Schmaltiefs vor Dithmarschen diesen erstaunlichen Fund.

Seit 1980 liegt kein Nachweis des Gewöhnlichen Stechrochens (Dasyatis pastinaca) aus den deutschen Meeresgebieten von Nord- und Ostsee mehr vor. Das hat sich nun, Ende Juni, durch den Fang eines Krabbenfischers geändert.

Bis zu 1,40 Meter lang

Unverwechselbar für die Art ist der Stachel, der sich auf der Oberseite des Schwanzes befindet und ein wichtiges Verteidigungswerkzeug gegen potentielle Fressfeinde ist. Das Tier kann bis zu 1,40 m lang werden und wiegt im Durchschnitt 10 kg.

Der Gewöhnliche Stechrochen kommt auf sandigen und schlammigen Böden im Flachwasser bis zu 200 m Wassertiefe vor. Seine Nahrung besteht vor allem aus benthischen Wirbellosen sowie kleinen Fischen. Männliche Tiere dieser lebendgebärenden Art werden bei einer Körperlänge zwischen 26 und 32 cm, weibliche Tiere zwischen 28 und 38 cm geschlechtsreif. Die Tragzeit beträgt etwa vier Monate. Es werden circa vier bis neun Junge mit einer Körperscheibenbreite von etwa 8 cm geboren.

Eher im Ärmelkanal zuhause

Das Hauptverbreitungsgebiet dieser eigentlich wärmeliebenden Art liegt südlich der deutschen Meeresgebiete, häufige Nachweise stammen aus dem Ärmelkanal.

Das ins Netz gegangene Tier wurde nach seiner Bestimmung und einigen Fotos wieder behutsam ins Meer zurück entlassen – ein schönes Beispiel für die Zusammenarbeit von Nationalpark- bzw. Meeresnaturschutz und Krabbenfischerei.

Mensch mit Gummihose steht neben einem Stechrochen auf einem überschwemmten Schiffsdeck.
Der vorsichtige Umgang mit dem Gewöhnlichen Stechrochen und die Information dazu sind ein schönes Beispiel für die Zusammenarbeit von Nationalpark- bzw. Meeresnaturschutz und Krabbenfischerei.

© M. Thaden

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