14.04.2026

Brutvögel unter Druck

Seit 1991 erfassen Expert*innen aus den Niederlanden, Dänemark und Deutschland die Situation der Brutvögel im Weltnaturerbe Wattenmeer und führen ihre Erkenntnisse zusammen. Der im Frühjahr neu erschienene Bericht des Gemeinsamen Wattenmeersekretariats zeigt und analysiert die Brutvogeldaten aus 1991-2023.

Der negative Trend hält danach für die deutliche Mehrheit der typischen Wattenmeer-Vogelarten an. Zwar zeigen einige Arten auch positive Tendenzen – so steigen die Zahlen der Brutpaare von Löfflern, Kormoranen und Mantelmöwen. Doch sie alle zeichnen sich dadurch aus, dass sie auch im restlichen Nordwest-Europa gut zurechtkommen. Die Zahlen typischer Spezialisten des Wattenmeers wie Küsten- und Flussseeschwalben, Rotschenkeln, Austernfischern oder auch Säbelschnäblern nehmen hingegen weiterhin ab.

Der Bericht des Gemeinsamen Wattenmeersekretariats unterscheidet zwischen Langzeittrends (1991 bis 2023) und Kurzzeittrends (2012 bis 2023). Schließlich sähe manche Art ausschließlich über die vergangenen zwölf Jahre betrachtet aus, als wäre ihr Bestand relativ stabil. Erst durch die längere Datenreihe wird klar, dass dies oftmals nur eine Stabilisierung auf sehr niedrigem Niveau ist. Die Gesamtbestände sind demnach weiterhin kritisch. Grundlage für die Analysen sind die Daten aus dem grenzübergreifenden Programm der Umweltbeobachtung (Trilateral Minitoring and Assessment Programme, TMAP), die professionelle und freiwillige Vogelzähler*innen liefern.