Niedersachsen

17.04.2026 |

Das Wattenmeer zu Gast in Bayern

Bei der feierlichen Ausstellungeröffnung am 25. März wurden die großformatigen Bilder des Wattenmeeres den Besucher*innen das erste Mal präsentiert.

Die Dolomiten und das Wattenmeer sind zwei gegensätzliche Landschaften. Und doch verbindet schon die Erdgeschichte beide Landstriche: wo heute die „Bleichen Berge“ der Dolomiten stehen, breitete sich vormals ein urzeitliches Wattenmeer aus. Doch nicht diese maritime Vergangenheit der Dolomiten hatte schon zu mehreren fachlichen Kontakten mit dem Wattenmeer und damit auch dem Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer    geführt – vielmehr sind beide Gebiete 2009 in derselben Sitzung von der UNESCO als Weltnaturerbe anerkannt worden. Welterbe verbindet: Im internationalen Austausch lernen Welterbestätten – und so auch die Schutzgebietsverwaltungen für die Dolomiten und das niedersächsische Wattenmeer – voneinander, wie man kluges Management betreibt, wie Partnerschaften wie zum Beispiel im Tourismussektor erschlossen und gepflegt werden können, und die Arbeit für ein Welterbe und im Welterbe-Netzwerk motiviert die Beschäftigten in den Schutzgebieten der jeweiligen Gebiete jeden Tag neu.

Die Gegensätze und Gemeinsamkeiten der Dolomiten bzw. des Wattenmeeres deutet der Südtiroler Fotokünstler Georg Tappeiner in der aktuellen Ausstellung nun auf seine Weise neu und überwältigend aus: Die Aufnahmen nutzen Licht, Perspektive und Atmosphäre und fesseln mit emotionaler Tiefe. Manche Zusammenstellungen sind dabei so gewählt, dass auf den ersten Blick nicht direkt erkennbar ist, welche der beiden Landschaften abgebildet ist. Der Dialog der Naturräume inspiriert zu einer Auseinandersetzung mit Zeit und Wandel, Wahrnehmung und Ästhetik, Beständigkeit und natürlicher Dynamik.

In den herrschaftlichen Räumlichkeiten des Bayerischen Nationalmuseums, einem der bedeutendsten kunst- und kulturhistorischen Häuser Deutschlands, können die großformatigen Fotos ihre volle Geltungskraft entfalten. Die feierliche Eröffnung der Ausstellung am 25. März 2026 begleiteten Grußworte von Dr. Frank Matthias Kammel (Generaldirektors des Museums), Fausto Panebianco (Generalkonsul der Italienischen Republik in München), Mara Nemela (Stiftung Dolomiten UNESCO), Dr. Florian Zerzer (Autonome Provinz Bozen-Südtirol) und Normann Grabow (Nationalparkverwaltung Niedersächsisches Wattenmeer).

Die außergewöhnliche fotografische Sonderausstellung ist bis zum 24. Mai 2026 zu sehen.