Niedersachsen

18.09.2025 | | Presseinformation der Nationalparkverwaltung Niedersächsisches Wattenmeer

Den Nationalpark auf der Insel gemeinsam weiterentwickeln

Erstes „Nationalpark-Gespräch vor Ort“ am 17.09.2025 auf Langeoog

Nationalpark-Gespräche vor Ort dienen dazu, sich über aktuelle Entwicklungen im Nationalpark mit lokalem Fokus auszutauschen und stärker miteinander zu vernetzen. Auf Einladung der Nationalparkverwaltung trafen sich 17 Vertreter*innen der Gemeinde, Behörden, Nationalpark-Partner und weitere lokale Akteure im Hotel Bethanien – selbst zertifizierter Nationalpark-Partner.

Gundolf Reichert berichtete über die Ergebnisse des EU-LIFE-Projektes Wiesenvögel, in dem auch auf Langeoog umfangreiche Maßnahmen zum Brutvogelschutz durch die Nationalparkverwaltung umgesetzt wurden. Er unterstrich die Bedeutung der Inseln im Nationalpark für bodenbrütende Vogelarten, die auf Langeoog und anderen Ostfriesischen Inseln durch eingeschleppte Igel hohe Gelegeverluste erlitten, welche durch ein Igelmanagement abgestellt werden konnten. Die anschließende Diskussion führte auch auf die gestiegenen Bestände von Gänsen in Nordwestdeutschland. Diese führen auf Langeoog zu Herausforderungen für den Küstenschutz und die Landwirte, die im Sinne des Naturschutzes Grünlandflächen pflegen.

Eine wirtschaftsgeographische Studie der Universität Würzburg untersuchte die Wertschöpfung durch Tourismus im Nationalpark, deren Ergebnisse Dezernent Florian Carius von der Nationalparkverwaltung vorstellte, dem auch die Moderation des Treffens oblag. Geplant ist die Installation eines zweiten „Tors zum Nationalpark“ auf Langeoog, um die Sichtbarkeit des Schutzgebiets im Gelände zu erhöhen. „Ein großes Interesse besteht an der partnerschaftlichen Gestaltung eines ganzheitlichen Nationalpark-Erlebnisses für die Inselgäste, um diese zur Auseinandersetzung mit Nachhaltigkeitsfragen zu ermuntern“, betonte Insel-Bürgermeister Onno Brüling.

Einen Überblick zu laufenden Vorhaben im Nationalpark gaben Gebietsbetreuerin Corinna Langebrake und Ranger Florian Lemke, ergänzt durch Kim Lüdtke (alle Nationalparkverwaltung) um Neuigkeiten aus dem Netzwerk der Nationalpark-Partner. Im weiteren Austausch wurden Herausforderungen der Kabel-Netzanbindung von Offshore-Windparks für den Nationalpark, die Infrastruktur, den Wassersport und die Wasserlinsen auf der Insel erörtert. Bedauern wurde darüber geäußert, dass der klimafreundlich offshore erzeugte Strom nicht für die Energieversorgung der Insel genutzt werden kann und so auch Langeoog nicht unmittelbar von der Energiewende profitiert.

Alle Anwesenden schätzten die Zusammenkunft und den Austausch. „Bestärkt durch das konstruktive und freundliche Miteinander führen wir dieses Dialogformat gerne jährlich fort. Wesentlicher ist uns jedoch die Etablierung der persönlichen Kontakte, um den stetigen Informationsfluss sicherzustellen“, resümierte Corinna Langebrake das Treffen. Allseitiges Interesse besteht zudem an der Weiterentwicklung der Nationalpark-Infoeinrichtungen auf Langeoog.

Hintergrund: Nationalpark-Gespräche vor Ort

Die von der Nationalparkverwaltung ins Leben gerufene Veranstaltungsreihe der „Nationalpark-Gespräche vor Ort“ dient dazu, die regionale Verankerung des Nationalparks und der Biosphärenregion zu fördern, den Informationsaustausch zu intensivieren und die Zusammenarbeit mit lokalen Akteur*innen zu vertiefen. Die Nationalpark-Gespräche vor Ort sollen jährlich auf allen Ostfriesischen Inseln sowie entlang der niedersächsischen Festlandküste stattfinden.