Schleswig-Holstein

08.05.2025 |

Ein Funke genügt

Knapp fünf Hektar Salzwiese zwischen Böhler Strand und Südstrand in St. Peter-Ording standen am Dienstagnachmittag in Flammen. Das betrifft neben den Pflanzen insbesondere brütende Vögel, Insekten und andere kleine Lebewesen. Gäste des Nationalparks sollten sich der Brandgefahr in diesem besonderen Lebensraum bewusst sein.

„Eine einzige Strandaster ist Heimat für bis zu zwanzig Insekten“, sagt Marius Harlinghaus. Als einer der für St. Peter zuständigen Nationalpark-Ranger hat er sich gestern die Sand-Salzwiese angesehen, auf der es am vergangenen Dienstagnachmittag gebrannt hat. Die Feuerwehr hatte die Flammen dankenswerterweise schnell gelöscht, so dass trotz der großen aktuellen Trockenheit und des Windes nur knapp fünf Hektar verbrannt sind. Die nun schwarze Fläche von circa 450×150 Metern macht jedoch jedem Betrachtenden klar, wie empfindlich dieser Lebensraum ist und warum Feuer im Nationalpark unzulässig ist: Die Folgen sind verheerend für die Pflanzen, Insekten und Bodenlebewesen vor Ort. Zwar konnten sich Austernfischer, Schilfrohrsänger und Rotschenkel selbst fliegend vor dem Feuer in Sicherheit bringen, doch ihre bereits angelegten Nester wurden zerstört.

Zigarettenglut reicht aus

Abgestorbene Pflanzenbestandteile, wie es sie in Salzwiesen, Schilfbeständen oder Dünen in großer Menge geben kann, sind in trockenem Zustand leicht brennbar. Ein kleiner Funke kann genügen, um einen flächigen Brand wie gestern in St. Peter-Ording auszulösen. Besuchende dürfen daher im Nationalpark kein Feuer machen. Aber auch schon die Glut einer weggeworfenen Zigarette kann sich schnell entzünden.

Expert*innen beobachten nun Entwicklung

Die abgebrannte Salzwiesen-Fläche in St. Peter-Ording wird sich glücklicherweise wahrscheinlich schnell erholen. Bränden in den vergangenen Jahren in der Salzwiese im Dieksanderkoog oder in den Dünen von St. Peter-Ording haben gezeigt, dass die Flächen nach wenigen Jahren wieder vollständig durch Vegetation bedeckt waren. Salzwiesen-Experte Moritz Padlat vom Fachbereich Umweltbeobachtungen und Planungsgrundlagen der Nationalparkverwaltung im Schleswig-Holsteinischen Wattenmeer will den aktuellen Vorfall nutzen, um in den kommenden Monaten aber auch Jahren genauer zu untersuchen, wie sich die Fläche entwickelt. Denn „über die Regeneration nach Bränden in Salzwiesen in unserer Region ist nicht viel bekannt“, weiß er.

Ranger mit Hut sitzt in verkohlter Wiese.
Nationalpark-Ranger Marius Harlinghaus hat ein verbranntes Nest entdeckt.

© Christian Fischer / LKN.SH

Verbranntes Nest in einer verbrannten Wiese.
Zwar konnten sich die Vögel selbst fliegend vor dem Feuer in Sicherheit bringen, doch ihre bereits angelegten Nester wurden zerstört.

© Christian Fischer / LKN.SH

© WaterRescueDrones (erste Sequenz und Luftaufnahmen), Christian Fischer / LKN.SH und Marius Harlinghaus / LKN.SH