Niedersachsen

07.08.2025 | | Pressemitteilung der Nationalparkverwaltung Niedersächsisches Wattenmeer

Internationale Jugendgruppe engagiert sich wieder für den Erhalt der Wangerooger Küstenheide

Beim 16. Jugendcamp packten Jugendlichen aus Mexiko, Frankreich, Spanien, Polen, Belgien, Tschechien, Großbritannien und Deutschland tatkräftig mit an.

Seit Montag, dem 28. Juli 2025, sind erneut 14 junge Menschen zwischen 16 und 23 Jahren aus verschiedenen Ländern für zwei Wochen im Heidegebiet auf Wangerooge aktiv. Im Rahmen eines internationalen Jugendprojektes führen sie Landschaftspflegemaßnahmen durch, um den besonderen Lebensraum der Wangerooger Küstenheiden zu erhalten und zu schützen.

Die jährlichen Naturschutzcamps werden bereits seit 2009 veranstaltet und sind eine gemeinsame Initiative der Internationalen Jugendgemeinschaftsdienste (ijgd), des Mellumrat e.V. sowie der Nationalparkverwaltung Niedersächsisches Wattenmeer. Mit ihrem Engagement tragen die jungen Freiwilligen nachhaltig zum Erhalt der einzigartigen Flora und Fauna im UNESCO-Weltnaturerbe Wattenmeer bei.

Das Projekt fördert nicht nur den Naturschutz, sondern auch den interkulturellen Austausch sowie das Umweltbewusstsein der Teilnehmenden. Zu den Maßnahmen zählen unter anderem das Entfernen invasiver gebietsfremder Pflanzenarten und die Pflege der Heidenflächen, um die natürliche Vielfalt zu erhalten und langfristig zum Schutz der einzigartigen Küstenlandschaft des Wattenmeeres beizutragen. Ziel ist die Förderung der landschaftsprägenden Heide auf Wangerooge – dem größten zusammenhängenden Küstendünen-Heidegebiet mit Besenheide auf den Ostfriesischen Inseln. Die meisten Calluna-Heiden sind nicht natürlichen Ursprungs, sondern durch menschliches Zutun entstanden. Um diese Küstenheiden zu erhalten – und dies ist hier das Hauptziel des Naturschutzes – ist eine dauerhafte Landschaftspflege erforderlich.

Da die natürliche Dynamik der Dünen eingeschränkt ist und es auf Wangerooge keine traditionelle Heidenutzung gibt, ist die offene Heidelandschaft zunehmend durch Verbuschung insbesondere durch gebietsfremde Gehölze bedroht. Die Flächen werden von hier natürlicherweise nicht vorkommenden Pflanzenarten wie Kartoffel-Rose, Spätblühender Traubenkirsche, Apfelbeere und Schwedischer Mehlbeere befreit, um der Heide ihre Entfaltungsräume zu bewahren. Die Entkusselung wird fachlich von der Nationalparkverwaltung begleitet und von den Freiwilligengruppen umgesetzt.

„Der ijgd-Einsatz verdeutlicht, dass globale Verantwortung für das Weltnaturerbe auch international getragen wird und der UNESCO-Mission Rechnung trägt, Menschen grenzüberschreitend mit gemeinsamen Anliegen zu verbinden“, unterstreicht Dr. habil. Maike Isermann von der Nationalparkverwaltung den universellen Kontext des Engagements. Neben dem aktiven Naturschutz entwickelt sich auch eine sehr gute Gemeinschaft der internationalen Gruppe, die sich durch gemeinsame Freizeitaktivitäten wie Wattwanderungen, Fahrradtouren und entspannte Stunden am Strand auszeichnet.

Die Jugendlichen werden von den ijgd-Gruppenleitern Kevin Bido und Luis Angel Perez sowie den freiwilligen Helfern Reinhild Singer und Gerd Stickling vom Mellumrat betreut. „Es ist wundervoll, von Jahr zu Jahr die Fortschritte dieses Projekts mitzuerleben und das schöne Gefühl zu haben, wirklich etwas bewirkt zu haben“, bilanziert Reinhild Singer die regelmäßige Entkusselung positiv für die Landschaftspflege.

Der ijgd-Einsatz wurde gefördert durch die Bürgschaftsbank Niedersachsen, der Förderverein Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer, die Naturschutzstiftung Friesland Wittmund Wilhelmshaven, die Niedersächsische Wattenmeerstiftung sowie der Kinder- und Jugendplan des Bundes.