Niedersachsen

21.05.2026 | | Pressemitteilung der Nationalparkverwaltung Niedersächsisches Wattenmeer

Pflegeeinsatz in den Bantjedünen auf Borkum

Luxemburger Schülerinnen und Schüler unterstützen den Erhalt der Artenvielfalt im Nationalpark

25 Jugendliche im Alter von 16 bis 18 Jahren aus Luxemburg haben tatkräftig zur Erhaltung der einzigartigen Dünenlandschaft auf Borkum beigetragen. Im Rahmen eines Praktikums zur Meeresökologie, das fester Bestandteil des Biologieunterrichts am Lycée Josy Barthel Mamer ist, stand am 7. Mai ein Pflegeeinsatz in den Bantjedünen auf dem Programm.

Ziel der Aktion war es, die Ausbreitung der Großfrüchtigen Moosbeere (Cranberry, Vaccinium macrocarpon) einzudämmen. Diese ursprünglich aus Nordamerika stammende Pflanze wurde in den 1980-er Jahren auf Borkum eingeführt und breitet sich seitdem in einigen Dünentälern aus – mit negativen Folgen für die heimische Vegetation und die natürliche Biodiversität, indem sie konkurrenzstarke Bestände bildet und andere Pflanzenarten verdrängt.

Unter Anleitung der Lehrerin Frau Simon, drei weiterer Betreuender sowie des Nationalpark-Rangers Frank Diederich wurde eine rund 50 Quadratmeter große Fläche sorgfältig von Cranberry-Pflanzen befreit. Die Jugendlichen arbeiteten in zwei Gruppen und entfernten die Pflanzen – möglichst mit Wurzeln – von Hand. Weil die Moosbeere dünne, weit verzweigte Ausläufer bildet und niedrig innerhalb der eigentlichen  Dünenvegetation wächst, war die Arbeit etwas kleinteilig und „fummelig” – Sorgfalt war also gefragt! Dies gelang den Schülerinnen und Schülern hervorragend, die insgesamt über 100 kg Pflanzenmaterial der Cranberry sammelten. Die Pflanzen wurden in Big Bags verpackt und in der Abfallanlage in Breinermoor entsorgt. Besonderes Augenmerk legte der Ranger auf den Schutz der Tierwelt: Zu Bereichen mit Brutvogelvorkommen wurde ein ausreichender Abstand gehalten und Störungen so vermieden.

Teamarbeit in den Bantjedünen – Die Schülergruppe des Lycée Josy Barthel Mamer im Einsatz für den Naturschutz

© Frank Diederich / NLPV

Neben der praktischen Arbeit sammelten die Schülerinnen und Schüler in anderen Dünengebieten Bodenproben und bestimmten Pflanzenarten. Die Ergebnisse wurden im eigens eingerichteten „Labor“ in der Jugendherberge weiter ausgewertet – so verbanden die Jugendlichen praktische Naturschutzarbeit mit wissenschaftlicher Forschung.

„Es ist großartig zu sehen, mit wie viel Engagement und Begeisterung die Jugendlichen bei der Sache sind“, freut sich Ranger Frank Diederich. „Solche Einsätze sind ein wichtiger Beitrag zum Schutz unserer einzigartigen Dünenlandschaft und zeigen, wie wertvoll praktische Erfahrungen für das Umweltbewusstsein junger Menschen sind.“

Die Nationalparkverwaltung bedankt sich herzlich bei allen Beteiligten für ihren Einsatz und freut sich über das gelungene Beispiel für internationale Zusammenarbeit im Naturschutz.