Niedersachsen

13.08.2026 | | Medieninformation der Nationalparkverwaltung Niedersächsisches Wattenmeer

Schutz für die seltene Küstenheide auf Wangerooge

Die Nationalparkverwaltung Niedersächsisches Wattenmeer führt ab September 2026 Pflege- und Entwicklungsmaßnahmen zum Erhalt der Heide auf Wangerooge durch.

Heiden, geprägt von Besenheide (Calluna vulgaris) und Krähenbeere, sind markante Lebensräume im Wattenmeer – auch wenn sie nur einen kleinen Teil des Nationalparks Niedersächsisches Wattenmeer ausmachen. Anders als viele andere (natürliche) Lebensräume sind Calluna-Heiden, die oft durch menschlichen Einfluss entstanden sind, auf eine kontinuierliche Pflege angewiesen, um diese Besonderheiten des Nationalparks zu bewahren. Ohne gezielte Maßnahmen würde die fortschreitende Ausbreitung von Gehölzen bald zum Verlust dieser einzigartigen Küstenheiden führen. Diese faszinierende Verbindung aus Natur und Kultur fordert uns dazu auf, den besonderen Charakter dieser Landschaften aktiv zu schützen und weiterzuentwickeln.

Küstenheide auf Wangerooge

Wangerooge beherbergt das größte zusammenhängende Gebiet der Besenheide auf den Inseln sowie im unmittelbaren Küstenraum Niedersachsens. Die Küstenheide auf Wangerooge ist etwa 42 Hektar groß und reicht vom westlichen Ortsrand etwa bis zum Restaurant Jan Seedorf/Saline.

Pflege und Entwicklung

Um den besonderen Lebensraum der Küstenheiden zu erhalten – und dies ist ein Ziel des Naturschutzes in der Zwischenzone des Nationalparks – sind daher Managementmaßnahmen erforderlich. Dazu zählt von Zeit zu Zeit das maschinelle Entfernen von Sträuchern. Zusätzlich entstehen offene, nährstoffarme Pionierflächen, auf denen lichtliebende Pflanzen wie die Besenheide wieder keimen können.

Die Verjüngung der Besenheide führt so auch zu einer intensiveren Blütenpracht. Diese und die offenen Sandflächen bieten zudem zahlreichen Insekten einen wichtigen Lebensraum. Ein abwechslungsreiches Mosaik verschiedener Vegetationstypen sorgt dafür, dass die Biodiversität der Heidelandschaft erhalten und gefördert wird.

Durch die Maßnahmen wird sehr viel Holz, auch Stammholz z. B. von Kiefern, Birken und Pappeln, anfallen. Bei Interesse an einer Abnahme von Holz wenden Sie sich bitte an Dr. Maike Isermann bei der Nationalparkverwaltung.

Maßnahmengebiet auf Wangerooge

© NLPV / LGLN

Fördermittel

Die Pflege- und Entwicklungsmaßnahmen werden im Zeitraum von 2025 bis Ende 2028 im Programm “Erhalt und Entwicklung der Biologischen Vielfalt“ durchgeführt und dabei finanziell durch den Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raumes (ELER) sowie durch das Land Niedersachsen gefördert.