Niedersachsen

13.08.2026 | | Medienmitteilung der Nationalparkverwaltung Niedersächsisches Wattenmeer

Schutz für die seltene Küstenheide in Cuxhaven

Die Nationalparkverwaltung Niedersächsisches Wattenmeer führt ab August 2026 Pflege- und Entwicklungsmaßnahmen zum Erhalt der Heide in Arensch und Duhnen durch.

Am 4. August 2026 haben in Arensch und Duhnen die Pflege- und Entwicklungsmaßnahmen zum Erhalt der seltenen Küstenheide begonnen. Die Nationalparkverwaltung Niedersächsisches Wattenmeer setzt das durch den Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raumes (ELER) und das Land Niedersachsen geförderte Projekt um. Ziel ist es, die wertvollen Heideflächen und ihre Artenvielfalt langfristig zu sichern. Die Maßnahmen umfassen unter anderem die Entfernung gebietsfremder Gehölze sowie eine begleitende Kampfmittelsondierung. Die Projektumsetzung ist bis März 2027 geplant, mit anschließender Nachpflege in den Folgejahren.

Bedeutung und Schutz

Baumfreie Heiden aus Besenheide und Krähenbeeren sind charakteristische Lebensräume des Wattenmeeres, auch wenn sie nur eine sehr geringe Fläche des Nationalparks Niedersächsisches Wattenmeer einnehmen. Diese Küstenheiden stellen einen besonderen Lebensraum dar, in dem zahlreiche spezialisierte Tier- und Pflanzenarten vorkommen. Typisch für diese Landschaft ist ein kleinräumiges Mosaik aus trockenen Heideflächen und Grasfluren, durchsetzt mit feuchten, anmoorigen Senken. Besenheide (Calluna vulgaris) und Krähenbeere sind charakteristisch für die Küstenheiden in Arensch und Duhnen. Während großflächige Calluna-Heiden vor allem aus der Lüneburger Heide bekannt sind, kommen sie an der Küste nur noch selten vor und gelten daher als echte Besonderheit, die es zu schützen gilt.

Pflege und Entwicklung

Im Gegensatz zu vielen anderen natürlichen Lebensräumen des Wattenmeeres sind Heiden auf eine regelmäßige Pflege angewiesen, wenn sie langfristig erhalten bleiben sollen. Ohne diese Pflege breiten sich Gehölze zunehmend aus – ein Prozess, der auch in Arensch und Duhnen zu beobachten ist. Langfristig würde dies zum vollständigen Verlust der wertvollen Küstenheiden führen. Um den besonderen Lebensraum der Küstenheiden zu erhalten, sind daher Managementmaßnahmen erforderlich. Dazu zählt von Zeit zu Zeit das maschinelle Entfernen von Sträuchern. Zusätzlich entstehen offene, nährstoffarme Pionierflächen, auf denen lichtliebende Pflanzen wie die Besenheide wieder keimen können. Die Verjüngung der Besenheide führt so auch zu einer intensiveren Blütenpracht. Die offenen Sandflächen bieten zudem zahlreichen Insekten einen wichtigen Lebensraum. Ein abwechslungsreiches Mosaik verschiedener Vegetationstypen sorgt dafür, dass die Biodiversität der Heidelandschaft erhalten und gefördert wird.

Lebensraumtypische Pflanzenarten, die durch die Maßnahme gefördert werden sollen, sind charakteristische Heidearten wie Besenheide und Glocken-Heide, aber auch Arten der Sandtrockenrasen wie Sand-Stiefmütterchen und Berg-Sandglöckchen.