Anlässlich des vierzigjährigen Bestehens des Nationalparks Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer tagten heute (12.9.) die beiden Nationalpark-Kuratorien aus Nordfriesland und Dithmarschen sowie Umweltminister Tobias Goldschmidt und Staatssekretärin Katja Günther in einer gemeinsamen Sitzung. Die Zusammenkunft im Nationalpark-Zentrum Multimar Wattforum in Tönning unterstrich die tiefe Verbundenheit der Wattenmeer-Anrainerregionen und zeigte, wie sehr die Westküste hinter dem Nationalpark vor ihrer Haustür steht.
Große Bedeutung der Kuratorien
Nach wertschätzenden Worten durch die Vorsitzenden der beiden Kuratorien Thorben Schütt, Landrat in Dithmarschen, und Florian Lorenzen, Landrat in Nordfriesland, stellte Schleswig-Holsteins Umweltminister Tobias Goldschmidt die große Bedeutung der Nationalpark-Kuratorien für die Entwicklung des Nationalparks in seiner Rede vor und dankte allen Beteiligten für ihr kontinuierliches Engagement.
Michael Kruse, Leiter der Nationalparkverwaltung, nahm die Kuratoriumsmitglieder und Sitzungsgäste in seinem Auftritt mit auf eine Reise durch die bisherigen Erfolge und künftigen Herausforderungen in 40 Jahren Nationalpark Wattenmeer, wobei auch er die wichtige Rolle der Kuratorien hervorhob und lobte.
Hohe Akzeptanz an der Westküste
Die Einbindung regionaler Interessensgruppen durch die Nationalpark-Kuratorien sind ein entscheidender Erfolgsfaktor für die heutige hohe Akzeptanz und tiefe Verankerung des Nationalparks an der Westküste. Im Laufe der Zeit ist der Nationalpark zu einem Meisterwerk des Interessensausgleichs geworden. Die Kuratorien fungieren als Schnittstellen zwischen staatlicher Ebene, Regionalpolitik, Wissenschaft, Praxis und Zivilgesellschaft und bilden ein Forum für Dialog und Ausgleich unter den verschiedenen Interessensgruppen. Bemerkenswert ist, dass bislang immer einvernehmliche Entscheidungen erzielt werden konnten, wie beispielsweise bei der Novellierung des Nationalparkgesetzes 1999 oder der Nordsee-Befahrensverordnung. Wichtige Initiativen, z.B. zur Schiffssicherheit vor unseren Küsten und Verringerung von Verschmutzungen der Nordsee, gehen von den Kuratorien aus.
Einvernehmliche Entscheidungen
Die seit 1986 bzw. 1987 zwei- bis viermal jährlich tagenden Nationalpark-Kuratorien in Nordfriesland und Dithmarschen repräsentieren die am Nationalpark interessierte Öffentlichkeit und ermöglichen, dass diese aktiv in den Nationalpark betreffende Entscheidungen einbezogen wird. Nach dem Nationalpark-Gesetz soll die Nationalparkverwaltung Grundsatzfragen und langfristige Planungen im Einvernehmen mit den Kuratorien entscheiden. Die Kuratorien haben jeweils 24 Mitglieder, unter anderem Vertretungen der Kreistage, von Anrainergemeinden, aus Tourismus und Wirtschaft, von Naturschutzverbänden und aus der Wissenschaft.
Der Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer schützt auf einer Fläche von 4.380 Quadratkilometern wertvolle Watt- und Meeresflächen, Strände und Salzwiesen. Geologisch ist es mit einem Alter von maximal 10.000 Jahre ein sehr junger Naturraum, der durch Ebbe und Flut, Wind und Wellen stetig neu geformt wird. Er bietet etwa 10.000 Arten von Tieren und Pflanzen ein Zuhause, von denen viele nirgends sonst leben. Millionen Brut- und Zugvögel machen das Wattenmeer zum vogelreichsten Gebiet in Europa.
Festakt am 30. September 2025
Am 1. Oktober 1985 trat das Nationalpark-Gesetz ist Kraft. Der runde Geburtstag wird im Rahmen eines ganzen Nationalpark-Themenjahres 2025 mit besonderen Veranstaltungen und Angeboten das ganze Jahr lang gefeiert. Interessierte finden weitere Informationen und Termine dazu online. Auf landespolitischer Ebene wird das Jubiläum mit einem großen Festakt am 30. September 2025 im Nationalpark-Zentrum Multimar Wattforum gewürdigt.