Niedersachsen

Trauer um Imke Zwoch

Imke Zwoch

© privat

Unfassbar für uns mussten wir plötzlich und unerwartet Abschied nehmen von unserer Kollegin

Imke Zwoch

(11. Juni 1961 – 19. August 2025)

Sie starb nach kurzer, schwerster Krankheit. Wir sind erschrocken und zutiefst traurig.

Imke war ein „Urgestein“ unseres Nationalparks. Seit mehr als 30 Jahren hat sie in der Öffentlichkeitsarbeit der Nationalparkverwaltung gewirkt, in all ihren Facetten, prägend bis zuletzt als Pressesprecherin. Imke war die Stimme des Nationalparks, sie sprach für die, die keine eigene Stimme hat, so hat sie es oft formuliert: die Natur des Wattenmeeres, als UNESCO-Weltnaturerbe hoch anerkannt, in ihrer Einzigartigkeit, Eigenwilligkeit und Außergewöhnlichkeit.

Imke fand die richtigen Worte für unseren Nationalpark, sie schöpfte und schuf Stimmungen durch Worte, Sätze und Texte. Sie ließ Bilder entstehen, direkt als Fotografie oder durch einfühlsame, lebendige Formulierungen, für die Natur und den Naturschutz am niedersächsischen Wattenmeer. Besonders angetan hatte es ihr der Schweinswal. Seine Bekanntheit als Nationalpark-Tierart und die Sorge um seinen Schutz gehen zu hohem Anteil auf Imkes Wirken zurück. Ihre Sprache war die unsere. Sie hat treffsicher in Wort und so in Wert gesetzt, was wir getan, entschieden, geplant oder veranstaltet haben.

Und Imke hat Annäherungen an, Erklärungen für die komplexen Zusammenhänge der Natur des Wattenmeeres gefunden, „Natur Natur sein lassen“ als unser Nationalpark-Motto in immer neue Anwendungen übersetzt, in Worte und Stimmungen gekleidet. „Meeresgrund trifft Horizont“ – so hat sie ihr Wirken gelebt. Und dies auch zu Zeiten als der Nationalpark nicht allseits wohlgelitten war in den Nachbarschaften umzu – auch dann hat sie dies unermüdlich und wiederkehrend gelebt und geschafft. Die hohe Akzeptanz, die wir heute verspüren, findet auch hier ihre Ursache. Für ihr beharrliches Wirken sind wir Imke dankbar!

Neben ihren Beiträgen als Pressesprecherin hat sie sich über all die Jahre um den „Außenauftritt“ intensiv gekümmert, hat den Nationalpark-Inhalt mit Bild, Form und Sprache verknüpft und so am gesamten Erscheinungsbild unseres Parks maßgeblich gewirkt. Auch die Möglichkeiten von Social Media hat sie für uns erschlossen. Dies wird noch ganz lange sichtbar bleiben.

Der Einbindung freiwilligen Engagements im Nationalpark hat Imke einen bedeutenden Anteil ihrer Arbeit gewidmet. Es war ihr wichtig, Menschen aus der Breite der Gesellschaft, die sich aktiv für Natur und Umwelt einsetzen wollen, eine Option zu vermitteln, dies wirksam und mit viel Freude tun zu können. Dies systematisch zu stärken, hat sie bei uns über viele Jahre getan, aber auch im bundesweiten Kontext der Nationalen Naturlandschaften mitentwickelt und vorangebracht. Sie hat so eine große Zahl Freiwilliger in den Nationalpark gelenkt, sie hat sich gekümmert und mit sicherem Blick Wunsch und Aufgabe zusammengebracht. Auch dies wirkt noch ganz lange in vielen Köpfen und Herzen nach.

Imke war unermüdlich in ihrem Tun und Handeln, sie war ein kreativer Geist, hatte immer neue Ideen im Kopf, hat sie immer gesucht, dabei eine Netzwerkerin rundherum. Und sie war eine Kämpfernatur für die Natur, für die Umwelt, sah Licht und Schatten im Verhalten von uns Menschen, nicht ruhend, sondern stets aktiv. Ihre beeindruckende Haarpracht hat sie passend dazu bekannt gemacht im Nationalpark, in Wilhelmshaven. Imke war immer auch ein Symbol für unsere Anliegen, hat dafür eingestanden und wurde dafür gesehen, ist dazu anerkannt und bekannt geworden.

Imke war Wilhelmshavenerin durch und durch, hier geboren und aufgewachsen, fast ihr gesamtes Leben hat sie ihrer Heimatstadt gewidmet, ist nach ihrem Studium der Agrarwissenschaften und Umweltsicherung in Gießen hierher zurückgekehrt. Ein tiefes Wollen für eine gute Entwicklung ihrer „Grünen Stadt am Meer“ war ihr zu eigen, dafür hat sie sich auch nach Dienstschluss unermüdlich eingesetzt. Wichtig waren ihr die kommunalen Natur- und Umweltthemen, auch in der Verbandsarbeit, aber weit darüber hinaus galt ihr Engagement auch dem sozialen Zusammenhalt der Stadt, dem solidarischen Miteinander und der gesellschaftlichen Teilhabe aller. Hier hat sie nimmermüde geackert, sich eingebracht und eingesetzt. So hat sie auch in ihrer Stadt Bleibendes geschaffen.

Imke wird der Nationalparkverwaltung Niedersächsisches Wattenmeer fehlen, sie war wie selbstverständlich eine ihrer Säulen, war für uns da, als Kollegin und Freundin, sie hat den Nationalpark jahrzehntelang mitentwickelt und nach vorne gebracht. Wir werden ihr Angedenken bewahren und unseren Einsatz für den Erhalt der wunderschönen Wattenmeernatur auch ihr zuliebe aufrechterhalten und bestärken.

Tief betrübt und ohne Erklärung eines Warums nehmen wir Abschied von Imke, sie wird bei uns weiterwirken. Wir werden sie nicht vergessen.

Peter Südbeck

für alle Kolleginnen und Kollegen der Nationalparkverwaltung Niedersächsisches Wattenmeer