Schleswig-Holstein

27.04.2026 |

Zäune am Strand?

… und in der Salzwiese?

Zum Schutz von Strandbrütern richten die Verbände aktuell wieder sogenannte Strandinseln oder auch eingezäunte Salzwiesen-Abschnitte ein. Vögel wie die vom Aussterben bedrohten See- und Sandregenpfeifer sowie Zwerg- oder Lachseeschwalben sind hier besser vor Störungen, Trittschäden und/oder Fressfeinden geschützt.

Temporär bietet sich im Vorland von St. Peter-Ording ein eventuell irritierendes Bild. Ein etwa 800 Meter langer Elektrozaun grenzt einen Abschnitt ein – und das im Nationalpark. Doch da Seeregenpfeifer, Sandregenpfeifer und Zwergseeschwalben vom Aussterben bedroht sind, ist hier das länderübergreifende Artenhilfsprogramm Strandbrüter aktiv. Die ohnehin recht kleinen Vögel legen ihre noch kleineren und sehr gut getarnten Eier direkt in Mulden in den Sand. Werden die von ihnen zur Brut genutzten Strandabschnitte nicht eingezäunt, stören Spazierende nicht nur. Sie können zudem – ohne es zu merken – das Gelege zertreten. Außerdem bieten die Zäune einen gewissen Schutz vor Fressfeinden am Boden. Marderhunde, Wanderratten und Füchse bleiben meistens außen vor.

Neben Ording und Böhl sind eingezäunte Bereiche zum Schutz der Strandbrüter im Umfeld des Nationalparks auf Föhr, Amrum und Sylt eingerichtet. Die Schutzzäune sind mit der Nationalparkverwaltung abgestimmt. Bei der Betreuung beteiligt sind die Schutzstation Wattenmeer, der Öömrang Ferian, der Sölring Foriining und die Naturschutzgemeinschaft Sylt.

Bitte Abstand halten

Der Nationalpark ist kein Zoo. Bitte halten Sie Abstand von den eingezäunten Bereichen. Außerdem gilt unabhängig von Zäunen, die am Strand spezielle Schutzbereiche für brütende Vögel kenntlich macht: Hunde sind am Strand und an den angrenzenden Deichen anzuleinen. Jeder freilaufende Hund schreckt brütende und rastende Vögel auf – auch über eine vermeintlich große Distanz hinweg.

Schutz in den Salzwiesen

Schutzzäune gibt es ebenfalls vor dem Neufelderkoog – allerdings nicht am Strand, sondern in der Salzwiese. Mit dem “Artenhilfsprojekt für die Lachseeschwalbe” schützt das Bündnis Naturschutz in Dithmarschen hier seit 2011 die letzten Brutpaare dieser Art in Mitteleuropa. Dies kommt der örtlichen aus drei Seeschwalbenarten, Lachmöwen, Säbelschnäblern, Austernfischern und anderen Bodenbrütern bestehenden Großkolonie zugute. Denn von diesen „gastgebenden Arten“ sind Lachseeschwalben als Koloniebrüter abhängig.

Nationales Artenhilfsprogramm Strandbrüter

Menschen setzen an einem weiten Strand Zaunpfähle im Sand.
Zaunbau Ende März - rechtzeitig vor Beginn der Brutsaison.

© Marius Harlinghaus / LKN.SH

Durch die Nationalparkstiftung unterstützt

  • Bei einigen genannten Projekten für Bodenbrüter in Schleswig-Holstein hat die Nationalparkstiftung Schleswig-Holstein finanziell unterstützt.
    Mehr zur Nationalparkstiftung

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