Seekabel

In dem seewärts der Länderzuständigkeit liegenden Meeresgebiet der deutschen Nordsee, der so genannten Ausschließlichen Wirtschaftszone (AWZ), sollen bis zu 78 Windparks entstehen. Der dort erzeugte Strom muss mit 380 kV Seekabeln durch die Wattenmeer-Nationalparke zum Festland geleitet werden.
Seekabel

Seekabel | © LKN-SH

Für die 12 vor der schleswig-holsteinischen Küste geplanten Offshore-Windparks genehmigte das schleswig-holsteinische Umweltministerium (für die AWZ das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrografie) den Bau von vier Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragungskabeln für die Netzanbindung der Offshore Windcluster „HelWin“ (nordwestlich von Helgoland) und „SylWin“ (westlich von Sylt).

Um die negativen ökologischen Effekte auf Natur und Umwelt zu minimieren, werden alle Kabel auf einer gemeinsamen Trasse durch den Nationalpark gebündelt und so umweltschonend wie möglich verlegt. Sie liegen mindestens 1,5 Meter, bzw. in Schiffsverkehrsgebieten  3 Meter unter der Oberfläche. Dabei liegen die Kabel der einzelnen Anbindungssysteme mindestens 150 Meter auseinander. Bei Büsum erreicht die Trasse das Festland. Landseitig verlaufen alle Kabelsysteme auf einer gemeinsamen Trasse bis zu einem Anschlusspunkt in der Gemeinde Büttel zwischen Wilster und Brunsbüttel. Anfang 2014 waren die Kabelsysteme „HelWin 1“ und „SylWin 1“ komplett –  und das Kabel „HelWin2“ bis zur 5 Meter Tiefenwasserlinie durch das Wattenmeer verlegt. Die Fertigstellung von „HelWin 2“ erfolgt 2014. Die Verlegung von „SylWin 2“ soll erst später erfolgen.

Für eine größere Stabilität des deutschen Stromnetzes wird derzeit das 530 km lange und 500 kV starke Nord.Link-Kabel zwischen Norddeutschland und Norwegen geplant, das 2018 in Betreib gehen soll. In Schleswig-Holstein soll das Kabel auf der „HelWin/SylWin“ Trasse verlegt werden.  An windreichen Tagen soll „Nord.Link“ überschüssigen Windstrom nach Norwegen übertragen, während an Tagen mit wenig Wind die Energie aus norwegischen Wasserkraftwerken zur Stromversorgung in Deutschland eingesetzt werden soll. Derzeit läuft für das Kabelprojekt das Planfeststellungsverfahren beim zuständigen Amt für Planfeststellung und Energie (AfPE). Ein entsprechender Genehmigungsantrag für die AWZ liegt beim BSH vor.

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