Steckbrief

Wirtschaften auf der Hallig

Wirtschaften auf der Hallig | © Stock/LKN-SH

Gründung

Das „Biosphärenreservat Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer“ wurde am 17.12.1990 von der UNESCO anerkannt. Am 7. Dezember 2004 wurde es zum „Biosphärenreservat Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer und Halligen“ erweitert. Das Biosphärenreservat ist flächengleich mit dem Nationalpark, umfasst aber zusätzlich auch die fünf großen, bewohnten Halligen.

Lage und Landschaft

Das Biosphärenreservat umfasst das Wattenmeer der schleswig-holsteinischen Nordseeküste von der dänischen Grenze im Norden bis zur Elbmündung im Süden. Landseitig beginnt es etwa 100 Meter vor den Deichen und erstreckt sich seeseitig bis 40 Kilometer vor die Küste. Die Halligen sind Teil des Biosphärenreservates, die anderen bewohnten Inseln (Sylt, Amrum, Föhr, Pellworm) nicht.

Größe und Zonierung

Das Biosphärenreservat ist 443.100 Hektar (= 4.431 km ²) groß. Davon entfallen 35 % (auf die Kernzone (= Zone 1 des Nationalparks; 1.570 km²), 64 % auf die Pufferzone (= Zone 2 des Nationalparks; 2.840 km²) und 1 % auf die Entwicklungszone (21 km²).

Einwohner

Etwa 360 Einwohner leben im Biosphärenreservat. Es sind die Einwohner der Halligen Gröde, Hooge, Langeneß, Nordstrandischmoor und Oland.

Tier- und Pflanzenarten

Im Biosphärenreservat gibt es ca. 3.200 Tier- und Pflanzenarten, die teilweise nur in dem speziellen Lebensraum des Wattenmeeres existieren können.

Vögel

Das Wattenmeer ist das vogelreichste Gebiet in Mitteleuropa und zentrale Drehscheibe auf dem Ostatlantischen Zugweg der Küstenvögel. Über 2 Millionen Vögel ziehen durch das schleswig-holsteinische Wattenmeer und etwa 100.000 Paare brüten hier. Die wichtigsten Gruppen sind Watvögel, Möwen und Seeschwalben sowie Enten- und Gänsevögel.

Fische

63 Arten. Das Wattenmeer ist die Kinderstube für die Schollen, Heringe und Seezungen der Nordsee.

Meeressäuger

Rund 10.000 Seehunde, 150 Kegelrobben und 1.000 Schweinswale leben im Biosphärenreservat.

Menschliche Aktivitäten und Nutzungen

Tourismus, Fischerei, Beweidung, Küstenschutz, Schiffsverkehr, Flugverkehr, Erdölförderung, Kies- und Sandentnahme, militärische Erprobungen.

Biosphärenregion

4 Gemeinden liegen im Biosphärenreservat, über 60 Gemeinden grenzen daran an. In den beiden Landkreisen Nordfriesland und Dithmarschen leben insgesamt 290.000 Einwohner. Die größten Städte sind die Kreisstädte Husum (Nordfriesland) und Heide (Dithmarschen).

Gäste

2 Millionen Urlaubsgäste und 16 Millionen Tagesausflügler besuchen die schleswig-holsteinische Westküste jährlich.

Zuständigkeiten

Für den Schutz der Natur, die Öffentlichkeitsarbeit und Umweltbeobachtung im Biosphärenreservat ist die Nationalparkverwaltung zuständig. Dort ist auch die „Geschäftsstelle Biosphäre Halligen“ angesiedelt, die für den Informationsaustausch und die Koordination der Biosphären Angelegenheiten auf den Halligen zuständig ist. Die Geschäftsstelle wurde vom Amt Pellworm - als zuständige Verwaltung der Halligen - für den Verein „Halliggemeinschaft Biosphäre“ eingerichtet. Dieser wurde nach Anerkennung der Halligen als UNESCO Biosphärengebiet durch die Halliggemeinden und das Amt Pellworm gegründet.
 

Das könnte Sie auch interessieren

Schneeammern. Foto: Michael Hillmann

Zu den Wintergästen im Wattenmeer gehören auch die Schneeammern, die im Spülsaum, am Strand oder auch am Deichfuß, emsig nach Samen von Salzwiesenpflanzen suchen. Sie brauchen viel Ruhe zum Fressen, um im Frühjahr den Rückflug in ihre arktischen Brutgebiete zu schaffen. Durch Stressfaktoren wie das Feuerwerk zum Jahreswechsel werden ihre lebensnotwenigen Energiereserven unnötig aufgezehrt. Foto: Michael Hillmann

26.12.2018 Feuerwerk, Silvester Wenn Feuerwerksfans es in der Silvesternacht richtig krachen lassen, finden andere das gar nicht spaßig. Vögel und andere Tiere können durch die plötzlichen Knall- und Lichteffekte ernsthaft in Panik geraten. Im Nationalpark ist Feuerwerk verboten, aber wegen der weiträumigen Effekte sollte man auch im Umfeld von Schutzgebieten darauf verzichten. mehr »
Die Projektgemeinschaft mit Ministerin Birgit Honé (2. von rechts) bei der Übergabe des Bewilligungsbescheides für die Watten-Agenda 2.0. Foto: Zwoch / Nationalparkverwaltung

Die Projektgemeinschaft mit Ministerin Birgit Honé (2. von rechts) bei der Übergabe des Bewilligungsbescheides für die Watten-Agenda 2.0. Foto: Zwoch / Nationalparkverwaltung

03.12.2018 Weltnaturerbe, Wattenagenda Im Rahmen des 9. Wattenmeerforums präsentierte die Projektgemeinschaft des deutsch-niederländischen INTERREG V A-Projektes "Wattenagenda" die Ergebnisse und Maßnahmen aus der zurückliegenden vierjährigen Projektlaufzeit. Diese überzeugten insbesondere das Programmmanagement der EDR: Feierlich übergab die niedersächsische Ministerin für Bundes- und Europaangelegenheiten und Regionale Entwicklung Birgit Honé einen Förderbescheid über rund 1,7 Millionen Euro für ein Folgeprojekt „Watten-Agenda 2.0“ mehr »
Besucher des Zugvogelfestes verfolgen das Bühnenprogramm. Foto: Nationalparkverwaltung

Gespannt verfolgten die Besucher des Zugvogelfestes das Bühnenprogramm. Foto: Nationalparkverwaltung

21.10.2018 Zugvogeltage Mit dem großen Zugvogelfest im Haus des Gastes in Horumersiel endeten heute die 10. Zugvogeltage im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer. Nationalpark-Leiter Peter Südbeck und sein Team zogen eine positive Bilanz der zurückliegenden Veranstaltungsreihe. mehr »
Heringsmöwen. Foto: Thorsten Krüger

Heringsmöwen. Foto: Thorsten Krüger

14.09.2018 Zugvogeltage, Heringsmöwe 10-9-8-7-6-5-4-3-2 ... der vorletzte Beitrag unseres Countdowns bis zum Beginn der 10. Zugvogeltage widmet sich der sehr adretten Heringsmöwe. mehr »