27.04.2018

Brutzeit im Nationalpark!

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©Stock/LKN.SH

Paare finden sich, Kolonien formieren sich, Nester werden gebaut, Eier abgelegt – und der erste Nachwuchs ist bereits da: Bei den Brutvögeln im Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer geht es derzeit lebhaft zu. Mit als erste beginnen die Graugänse mit der Eiablage. „Die führen seit etwa zwei Wochen Junge“, berichtet der Vogelexperte der Nationalparkverwaltung und Nationalpark-Ranger Martin Kühn.

Verschiedene Möwen- und Seeschwalbenarten, Sand- und Seeregenpfeifer, Austernfischer, Säbelschnäbler, Rotschenkel, Brandgänse, Eiderenten und, und, und ...: In den kommenden Monaten wird der Nationalpark zur Kinderstube für viele gefiederte Teilzeitbewohner, die in dieser sensiblen Zeit besonders auf Rücksichtnahme durch den Menschen angewiesen sind. Insgesamt ziehen Expertenschätzungen zufolge annähernd 100.000 Vogelpaare in den Salzwiesen, an Stränden und in den Dünen an der schleswig-holsteinischen Nordseeküste ihren Nachwuchs groß.

Eine der Erfolgsgeschichten aus der Welt der Brutvögel ist die der Löffler: Die imposanten Schreitvögel mit dem weißen Gefieder brüteten erstmals um die Jahrtausendwende im Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer, mittlerweile hat ihr Brutbestand die Zahl von 300 Paaren deutlich überschritten. Regionaler Schwerpunkt sind die Insel Trischen im Dithmarscher Wattenmeer mit im vergangenen Jahr rund 150 sowie die Hallig Südfall mit gut 100 Brutpaaren.

Allerdings sind Löffler auch ein Beispiel für die Probleme insbesondere der bodenbrütenden Arten. Am Festland und auf einigen Halligen nämlich räubern Beutegreifer wie Fuchs und Marderhund häufig deren Nester aus; auf Oland sorgte das im vergangenen Jahr für einen Totalausfall bei der Löfflerbruten. Inseln und Halligen ohne Festlandsanbindung dagegen bieten Brutvögeln einen geschützten Raum für die Aufzucht des Nachwuchses.

Und ein weiteres Phänomen macht den Ökologen Sorgen: Bei einigen Arten, etwa dem für das Wattenmeer typischen Austernfischer, gehen die Bestände nicht nur in Schleswig-Holstein seit etlichen Jahren kontinuierlich zurück. Martin Kühn: „Gemeinsam mit Universitäten und verschiedenen Instituten forschen wir nach den Ursachen dafür. Der Druck durch Raubsäuger ist nicht der einzige Faktor.“

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