27.12.2017

Feuerwerk am Nationalpark? Bitte nicht!

Viele Menschen lassen es zu Silvester gern so richtig krachen, für viele Tiere ist das nächtliche Feuerwerk eine Qual. Und das gilt nicht nur für Haus- und Nutztiere, sondern auch für die tierischen Bewohner des Nationalparks Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer. Sorge macht den Verantwortlichen dabei der Trend zu immer spektakuläreren Phänomenen wie Licht- und Lasershows oder Aufsehen erregende Geräuscheffekte.

Im Nationalpark selbst sind Störungen dieser Art zwar qua Nationalparkgesetz (§ 5 Abs. 1 Nr. 3, Verbot der Störung wildlebender Tiere) nicht zulässig. „Vom Rand des Nationalparks aus kann so etwas jedoch weit in das Gebiet hinein wirken“, gibt die Leiterin des Fachbereiches Schutz und Entwicklungsplanung in der Nationalparkverwaltung Kirsten Boley-Fleet zu bedenken. Sowohl das Knallen als die Licht- und Blendwirkung lösen bei den Tieren, insbesondere Vögeln, Stress und Fluchtreaktionen aus. Und das in einer Jahreszeit, in der es für sie (über-)lebenswichtig ist, Energie zu sparen und Anstrengungen zu vermeiden.

In Gesprächen mit Vertretern der Anliegergemeinden und Veranstaltern in der Nationalparkregion setzt die Nationalparkverwaltung darum vor allem auf Appelle und Anregungen für Alternativen zu Böllern und Raketen. „Weniger Knallwirkung, keine Höhenfeuerwerke, Lichteffekte Richtung Binnenland statt Deich und Wattenmeer – solche Veränderungen bringen Entlastung für die Natur, ohne den Spaß der Menschen am Feiern des Jahreswechsels zu mindern“, so Boley-Fleet. Aber der Aufruf richtet sich auch an private Silvesterfans: Feuerwerk in der Nähe des Wattenmeeres und anderer Schutzgebiete? Bitte nicht!

Das könnte Sie auch interessieren

Strandpieper. Foto: Thorsten Krüger

Strandpieper. Foto: Thorsten Krüger

17.01.2018 Zugvogeltage, Strandpieper Vom 13. bis zum 21. Oktober 2018 finden zum 10. Mal die Zugvogeltage im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer statt. Anlässlich dieses Jubiläums wird in einem „Zugvogel-Countdown“ von Januar bis Oktober jeden Monat eine typische Zugvogelart des Wattenmeeres vorgestellt. Den Anfang macht der Strandpieper, ein winterlicher Salzwiesenbewohner mit Sinn für Feinkost. mehr »
Krake im Multimar Wattforum © Stock/LKN.SH

Krake im Aquarium des Nationalpark-Zentrums Multimar Wattforum | © Stock/LKN.SH

08.01.2018 Lesung, Muscheln & Schnecken, Infozentrum Am 18.01.2018 liest Heide Sommer im Multimar Wattforum in Tönning aus dem Buch „Rendezvous mit einem Oktopus“. Bei einer anschließenden Führung zeigt das Nationalpark-Zentrum die in seinen Aquarien lebenden Kraken und andere Mollusken. mehr »
Rastende Nonnengänse. Foto: Onno K. Gent

Rastende Nonnengänse. Foto: Onno K. Gent

26.12.2017 Feuerwerk Kaum ist der Weihnachtstrubel vorbei, beginnen die Vorbereitungen für den Jahreswechsel. Viele lieben es ruhig und besinnlich, für andere gehören Böller und Raketen dazu. Bei Vögeln und anderen wildlebenden Tieren erzeugen die Knall- und Lichteffekte jedenfalls keine Partystimmung. mehr »
Zwergwal-Modell im Multimar Wattforum

Baustelle im Walhaus des Multimar Wattforum: Dem Zwergwal-Skelett wird auf einer Seite ein lebensechtes Modell verpasst. | © Claußen/LKN.SH

22.12.2017 Zwergwal, Minkwal, Multimar Wattforum Der Pottwal im Nationalpark-Zentrum Multimar Wattforum hat Gesellschaft bekommen: Neben ihm schwebt nun ein naturgetreues Modell eines Zwergwals. Wie beim Pottwal wird eine Seite des Skeletts neuerdings von einer Körpernachbildung umhüllt. mehr »
Toter Grindwal am Strand in Norddeich. Foto: Onno K. Gent

Toter Grindwal am Strand in Norddeich. Foto: Onno K. Gent

12.12.2017 Walstrandung, Grindwal Am letzten Samstag (9.12.) entdeckte Nationalpark-Ranger Onno K. Gent einen Walkadaver am Norddeicher Hundestrand. Das Tier war bereits mehrere Tage tot, als es angespült wurde. mehr »