06.05.2017

Großübung

Ölbekämpfung in der Meldorfer Bucht

© Brunckhorst / LKN.SH

MELDORF. „Übung, Übung, Übung!“ - so beginnen die Funksprüche der Ölwehrübung in der Meldorfer Bucht. 14 Kilometer westlich von Friedrichskoog sind ein Tankschiff und ein Containerschiff kollidiert. Beide Schiffe sind beschädigt, 100 Tonnen Öl sind ausgelaufen und drei Container gingen über Bord. Dieses Szenario ist die Ausgangslage einer Ölwehrübung, in der 250 Übungsteilnehmer bei Büsum und am Meldorfer Hafen unter Leitung des Landesbetriebs für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz Schleswig-Holstein (LKN.SH) und des Cuxhavener Havariekommandos beteiligt sind.

„Jederzeit können Schiffe an unserer Küste havarieren. Dafür sind wir technisch gut ausgerüstet. Gemeinsam mit den Freiwilligen der Feuerwehren und des Technischen Hilfswerks müssen wir den Umgang mit den Geräten und die Kommunikation untereinander aber immer wieder üben“, sagt Peter Mause, Leiter des Fachbereichs Gefahrenabwehr im LKN.SH. Und er nennt einen weiteren Übungseffekt: „Einsatzleiter und Truppe lernen sich bei der Übung kennen, so schaffen wir auch für den Ernstfall beste Voraussetzungen “.

In der Übung wird die Büsumer Perlebucht binnenseits der Badeinsel ebenso durch Ölsperren gesichert, wie die See- und Landseite des Meldorfer Hafens. Sogenannte Skimmer nehmen das Öl von der Wasseroberfläche auf. Mit Hochdruckreinigern wird das Deckwerk am Deichfuß gereinigt. Auch das Bergen von verölten Vögeln wird trainiert.

Neu eingesetzt werden Container, die eine Ein- und Auskleidung der Einsatzkräfte mit spezieller Schutzausrüstung vor Ort ermöglichen. Das erlebte auch die Jugendabteilung des THW Meldorf, mit der erstmals Jugendliche bei einer Ölwehrübung mitmachten, auch wenn sie im Ernstfall nicht eingesetzt würden. Weitere Beteiligte an der Großübung sind das Rote Kreuz, die Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger und der Rettungsdienst - alle aus den Kreisen Dithmarschen, Nordfriesland und Schleswig-Flensburg, sowie die Lübecker Firma Bitunamel Feldmann.

Drei Tage vor der praktischen Übung in der Meldorfer Bucht startete bereits die Übung des Führungsstabes des LKN.SH in der Husumer Ölwehrhalle. Dort ist ständig ein Lagezentrum einsatzbereit, das im Ernstfall innerhalb kürzester Zeit mit Fachleuten besetzt werden kann und die Koordination aller Einsätze übernimmt.

Für die Ölbekämpfung werden zahlreiche spezielle Geräte vorgehalten. Viele haben die fünf deutschen Küstenländer gemeinsam beschafft. Andere hat das Land angeschafft und bei den landeseigenen Ölwehren, beim THW und der Feuerwehr, stationiert. Bei größeren Schadenslagen werden diese Geräte unter der Gesamteinsatzleitung des Havariekommandos in Cuxhaven eingesetzt.

In Schleswig-Holstein ist der LKN.SH für die Bekämpfung von Schadstoffunfällen auf den Küstengewässern der Nord- und Ostsee, in den Landeshäfen und auf den Seeschifffahrtsstraßen des Landes verantwortlich. Er führt jährlich mehrere Ölwehrübungen durch, damit die beteiligten Behörden, Organisationen und Firmen ihr Gerät erproben, den Umgang damit üben und die Zusammenarbeit untereinander trainieren.

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