13.05.2015

Leinenzwang für Hunde an Deichen und im Nationalpark

 Hundehalter müssen ihre Tiere an Deichen und im Vorland anleinen

Hunde haben einen natürlichen Jagdtrieb – Schafe fürchten sie natürlich. Hundehalter müssen ihre Tiere daher an Deichen und im Vorland anleinen, wie es das Gesetz verlangt | © Brunckhorst / LKN-SH

Schleswig-Holstein hat Zehntausende Küstenschützer, die an der Nord- und Ostseeküste unentwegt damit beschäftigt sind, die Festigkeit der Deiche zu verbessern. Ihre Tätigkeit ist oftmals lebensgefährlich und nur Gras ist ihr Lohn. Es sind rund 50.000 Deichschafe, die über 150 Schäfer auf den landeseigenen Deichen im Sommerhalbjahr weiden lassen. Trotz ganzjähriger Anleinpflicht verursachen freilaufende Hunde dort immer wieder schwere Störungen. Viele Schafe werden verletzt, manche sterben qualvoll. Neuartige Schilder sollen Hundehalter nun so freundlich wie deutlich auf die Anleinpflicht hinweisen.

„Manche Schafhalter erleben freilaufende Hunde fast täglich. In der Nähe von Schafen geht es mit Hunden oft durch: Sie leben ihren natürlichen Jagdtrieb aus, hetzen die Schafe und haben eine große Scheuchwirkung. Schafe fürchten sich vor Hunden und flüchten. Dabei können sie sich verletzen, in Gräben und Prielen steckenbleiben und bei auflaufender Flut ertrinken. Mitunter werden sie von den Hunden auch direkt angegriffen. Immer wieder kommen Schafe auf diese Weise ums Leben“, so Janine Bruser, Geschäftsführerin des Landesverbandes Schleswig-Holsteinischer Schaf- und Ziegenzüchter.

Mit finanzieller und tatkräftiger Unterstützung des Landesbetriebs für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz (LKN-SH) werden an viel besuchten Deichabschnitten der Nord- und Ostseeküste nun einhundert zusätzliche, augenfällige Hinweisschilder angebracht. Sie setzen groß ins Bild, was kleine Schilder und spezielle Gelbe Karten, die Hundehaltern in Einzelfällen mahnend übergeben werden, bisher nur teilweise vermochten.

„In schwerwiegenden Fällen erstatten wir Anzeige, wir möchten aber lieber an die Hundehalter appellieren, denn die Hunde können ihren Jagdtrieb nicht bändigen – die Hundehalter schon“, so Frank Barten, Geschäftsbereichsleiter für Küstenschutz im LKN-SH. Er weist zudem darauf hin, dass Hunde oft Kaninchen- und Mauselöcher am Deich aufgraben. Derartige Schäden müssen von seinen Mitarbeitern aber mühevoll repariert werden, damit der Deich sicher bleibt.

Auch für Millionen von Rast- und Brutvögel in den Vorländern vor den Deichen sind frei laufende Hunde hochproblematisch. Zugvögel werden aufgescheucht und verlieren einen Teil ihrer für den Zug wichtigen Energiereserven. Brutvögel können ihre Gelege oder den Nachwuchs nicht vor Feinden, Unterkühlung oder Überhitzung schützen. Beides mindert die Überlebenschancen unserer Küstenvögel.

Die ganzjährige Anleinpflicht gilt für alle Deiche und Vorländer der Nord- und Ostseeküste und ist im Nationalparkgesetz (§ 5) und im Landeswassergesetz (§ 70) beschrieben. Viele Gemeinden haben in ihren Ortssatzungen das Freilaufenlassen von Hunden geregelt und weisen dafür spezielle Bereiche aus.

Schafe sind für den Küstenschutz wichtig. Sie halten die Grasnarbe kurz, sodass sich mehr Wurzeln ausbilden. Mit ihren Tritten verdichten sie zudem den Boden. Beides erhöht die Festigkeit der Deiche und macht sie bei Sturmfluten gegenüber auflaufenden Wellen widerstandsfähiger.

Ein Faltblatt zu diesem Thema können sie hier als PDF herunterladen.

Das könnte Sie auch interessieren

Foto: Wolf-Dietrich Hufenbach

Freuen sich auf die Zusammenarbeit (v. li.): Hoteldirektor Florian Schönwetter, Peter Südbeck (Nationalparkverwaltung), Sarah Herbers (Hotel), Astrid Martin (Nationalparkverwaltung) und Dennis Micknaß (Hotel). Foto: Wolf-Dietrich Hufenbach

23.01.2020 Nationalpark-Partner Als erster Partner im neuen Jahrzehnt und erstes Nationalpark-Partner-Hotel in Wilhelmshaven wurde das ATLANTIC Hotel heute als Nationalpark-Partner ausgezeichnet und im Partner-Netzwerk des Nationalparks begrüßt. mehr »
Die 200.000sten Besucher in 2019 im Multimar Wattforum (c) Sötje-Looft/LKN.SH

Familie Brandt aus Peine knackte im Multimar Wattforum die Marke von 200.000 in 2019 gezählten Gästen. Claus von Hoerschelmann (rechts) vom Multimar Wattforum überraschte die Urlauber mit einem Blumenstrauß. | © Sötje-Looft /LKN.SH

06.01.2020 Bilanz, Multimar Wattforum, Infozentrum Das Nationalpark-Zentrum Multimar Wattforum in Tönning blickt auf ein überaus erfolgreiches Jahr 2019 zurück: ein Rekordplus bei den Besucherzahlen, eine hohe Gästezufriedenheit und gut angenommene neue Angebote. mehr »

Schneeammern im Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer. ©Kühn/LKN.SH

10.12.2019 Winter, Vögel, Vogelwelt Auch in der kalten Jahreszeit ist das Wattenmeer nicht "vogelleer". mehr »

Wattlandschaft bei Minsener Oog.
Foto: Jana Lacina/NLPV

05.12.2019 Watt Am 5. Dezember ist traditionell der Internationale Tag des Bodens. Mit ihm wollen die Vereinten Nationen auf die Bedeutung der natürlichen Ressource Boden aufmerksam machen. Seit 2005 wird aus diesem Anlass in Deutschland der „Boden des Jahres“ ausgerufen. Der Boden des Jahres 2020 ist: Der Wattboden. mehr »
Beim Gongkonzert von Peter Heeren ertönen einzigartige Klänge vor dem Großaquarium im Multimar Wattforum (Archivbild)  |  © Jens Zygvar

Beim Gongkonzert von Peter Heeren ertönen einzigartige Klänge vor dem Großaquarium im Multimar Wattforum (Archivbild) | © Jens Zygvar

04.12.2019 Veranstaltung, Konzert, Multimar Wattforum Beim Konzert "The Big Gong" von Peter Heeren ertönen am Samstag, den 14. Dezember einzigartige Klänge vor dem Großaquarium im Multimar Wattforum. Die Gäste erwartet ein echtes Hörerlebnis, das durch Mark und Bein geht. mehr »